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Ich bin der Klimaleugner müde. Alle Berichte des Weltklimarates und seiner tausenden internationalen Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass die Erde wärmer wird. Und dass der Mensch hierfür die größte Verantwortung trägt. Um wie viel Grad, weiß heute niemand – die exakte Zahl spielt allerdings keine große Rolle. Denn tatsächlich war es in der letzten Eiszeit nur rund fünf Grad kälter als heute – jedes Grad ist also tatsächlich entscheidend.

Anders Levermann, Forscher am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung:

"Was mir tatsächlich Sorge macht, ist der Antiaufklärungsgeist, der hinter den Klimawandelverneinern steckt: Unsere Gesellschaft akzeptiert nicht mehr, was Fakten sind."

Unter dem Namen „Clexit“ organisieren sich Klimaleugner und –skeptiker weltweit mit dem Ziel ihre Regierungen dazu zu zwingen aus dem Weltklimavertrag auszusteigen.

Clexit hat eine Website, aber kein Impressum, einen Forderungskatalog, aber keine Telefonnummer. Die in der Öffentlichkeit auftretenden Mitglieder sind oder waren in Projekten bezüglich fossiler Brennstoffe von Unternehmen oder Universitäten tätig, darunter der Direktor des niederländischen Dachverbandes der Öllobby, sowie Ingenieure, die für die Flugindustrie und Kohlebergbau arbeiten, oder Atomkraftexperten.

Als Klimaleugner ignorierten sie die Grundlagenphysik und suchen sich Korrelationen und Zufälligkeiten heraus, um ihre Thesen zu untermauern.

Längst sind es aber nicht nur die Rechtspopulisten wie Strache, die Lega Nord oder LePen, die den Einfluß der Menschheit auf den Klimawandel in Frage stellen.

Sie bilden eine seltsame Allianz mit den Neoliberalen.

Barbara Kolm, Präsidentin der Hayek-Gesellschaft hält den Klimawandel für „Panikmache“. Volkswirt Charles Blankart, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der deutschen Bundesregierung und ebenfalls Mitglied der Hayek-Gesellschaft: "Die Klimawissenschaft basiert nur auf Vermutungen" und "Man sei sich beim Klimawandel nicht immer einig".

Wäre es nicht bitterer Ernst, könnte man über den Beitrag des Hayek-Institutes zum Rekordsommer 2018 beinahe schmunzeln. Auf deren Webseite wurde folgendes veröffentlicht – Achtung KEINE Satire:

Eine Hitzewelle lässt sich eben doch deutlich leichter leben, wenn man in einem klimatisierten Haus sitzt, Wasser im Supermarkt einkaufen (oder den Wasserhahn aufdrehen), sich per Uber Essen holen und für Strom einfach die Steckdose verwenden kann. Mit seinem iPhone kann man derweil seine Bekannten anrufen und sich zusammen im Schwimmbad oder dem eigenen Swimming-Pool erfrischen. Und wenn man schon keine Klimaanlage hat, ist man zumindest für den Ventilator dankbar.

Zwischen der Politik und privaten Initiativen gibt es enge Verbindungen. Zwischen amerikanischen, australischen, kanadischen und europäischen Aktivisten herrscht ein reger Austausch auf Mailinglisten, in Netzwerken und auf Konferenzen.

Im Dunkeln bleibt die Finanzierung dieses Treibens.

Keine der Organisationen ist im europäischen Lobbyregister verzeichnet. Außerdem erlaubt es das europäische Recht Vereinen, ihre Einnahmen zu verschweigen, und auch Unternehmen müssen ihre Geldquellen nicht veröffentlichen.

Eine dieser dubiosen Vereinigungen ist der Verein Independent Committee on Geoethics, der im Jahr 2015 in Prag gegründet wurde. Das „Komitee“ sponsert europäische Klimaleugnerkonferenzen. Auch hier gibt es zwar eine Website, aber kein Impressum: Finanzierung und Organisationsform bleiben im Dunkeln.

Da erscheint Hofers "ich glaube nicht, dass 140 umweltschädlicher sind, als 130 km/h" gleich in einem anderen Lichte.

Währenddessen versinken Venedig, Pompeji, Rhodos, Tel Aviv und andere UNESCO-Welterbestätte rund ums Mittelmeer im Meer.

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G. Szekatsch

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hagerhard

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