Mafia-Boss packt aus - Erdogan unter Druck

Es ist der Super-Gau für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan: Der Mafia-Boss Sedat Peker deckt in youtube-Videos die Verbindung zwischen der Unterwelt und der türkischen Regierung auf.

Peker gehörte jahrelang der türkischen Unterwelt in führender Position an und wurde unter anderem wegen Schutzgelderpressung, Nötigung, Anstiftung zum Mord, Bildung und Führung einer kriminellen Vereinigung, Raub, Urkundenfälschung und Freiheitsberaubung angeklagt. Er verbüßte hierfür eine mehrjährige Haftstrafe.

Seit Januar 2020 ist der Schwerkriminelle untergetaucht, vermutlich nach Dubai. Trotzdem ist es aber keineswegs still um den Mafia-Boss, der auch einige Jahre in München gelebt hat, geworden. Denn Peker greift aus seinem Versteck via youtube die türkische Regierung an. Und was er zu sagen hat, ist purer Sprengstoff für das politische Ankara.

Denn die Aussagen des Mafioso offenbaren eine schockierende Nähe zwischen der türkischen Staatsmacht und der Unterwelt. So beschuldigt der Geflüchtete den türkischen Innenminister Süleyman Soylu, ihn (Peker) lange geschützt, dann aber fallen gelassen zu haben. Beispielsweise habe Peker auf Befehl von Soylu türkischen Polizeischutz erhalten und dem Innenminister häufig geholfen.

Auch beschuldigt der „Exil-Influencer“ in einem seiner bislang fünf veröffentlichten Videos den ehemaligen Innenminister Mehmet Agar, der früher schon in Verdacht stand, Kontakte zur Mafia zu pflegen. Peker behauptet, dass die Verbindungen zwischen Agar und der Unterwelt heute noch funktionieren. Beispielsweise sei eine junge Kirgisin, die den Sohn von Agar bei der Polizei als Vergewaltiger angezeigt habe, nur einen Tag später tot aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft stellte alle Ermittlungen rasch ein. „Der eigentliche Skandal ist, dass alle Bescheid wussten und keiner etwas gesagt hat“, so Peker in einem Video. Darüber hinaus soll es offenbar Drogenlieferungen aus Südamerika in die Türkei gegeben haben, die von der Justiz nicht verfolgt wurden.

Die Aussagen Peker sind schon deshalb glaubwürdig, weil er sich in den Videos auch selbst belastet, indem er auch von seinen eigenen Straftaten berichtet. Man darf deshalb gespannt sein, welche weiteren Enthüllungen über das Zusammenspiel der türkischen Regierung mit der Mafia ans Licht kommen.

Dieser Artikel ist zuerst auf dem konservativen Nachrichtenportal BLAULICHTBLOG erschienen.

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