Aktuell werden hier auf FuF Pauschalbehauptungen verbreitet, daß Corona-Vakzine pro Monat 6% ihrer Wirksamkeit verlieren.

Grundlage sind Äußerungen der Virologin Dorothee von Laer hier: "Bei Genesenen könne man nach 18 Monaten noch Antikörper nachweisen, nach der Pfizer-Impfung sinke der Titerwert um rund sechs Prozent pro Monat." Zitat Ende.

Der Satz direkt davor wird "seltsamerweise" nicht zitiert: "Der Schutz der Genesenen sei gleichzusetzen mit dem Schutz der Geimpften . . ." Zitat Ende.

Auch der 1. zitierte Satz beschreibt (für das Biontech-Vakzin) nicht die ganze Wahrheit, sondern die findet sich eher und detaillierter hier: "Der Spitzenwert war 7 Tage bis <2 Monate nach der 2. Dosis erreicht worden. In dieser Zeit betrug die Impfstoffwirksamkeit 96,2 % .... Im Zeitraum von 2 Monaten bis <4 Monaten fiel sie auf 90,1 % ... und nach dem 4. Monat auf 83,7% ... ab. Das dürfte immer noch ausreichen, um die Bevölkerung ausreichend zu schützen, doch bei einem weiteren Rückgang um etwa 6 %-Punkte pro 2 Monaten ist ein Verlust der Impfstoffwirkung absehbar." Zitat Ende.

Rechnen wir runde 84% Wirksamkeit nach 4 Monaten mit 6% Verlust pro 2 Monaten weiter, dann sind nach insgesamt 18 Monaten (= die im Zitat 1 genannte Zeitspanne von anderthalb Jahren) immer noch 42% der Wirksamkeit übrig. Ob das ein schlechterer Schutz ist als bei Genesenen (bei denen man "nach 18 Monaten noch Antikörper nachweisen könne" ), bleibt vorerst das Geheimnis der Dorothee von Laer.

Sie wird noch mit einer weiteren Quelle zitiert: "Wer eine Infektion durchgemacht hat, bilde unter anderem Anti-N-Antikörper (gegen das Nucleocapsid-Antigen) und -S-Antikörper (gegen das Spike-Protein) sowie T-Zellen (langfristige Immunantwort). Die Geimpften würden dagegen nur Anti-S-Antikörper bilden, erklärte die Wissenschafterin." Zitat Ende.

Der letzte Satz impliziert, Geimpfte ohne "echte Infektion" würden keine T-Zellen bilden und hätten daher keine langfristige Immunantwort. Aber da hat die Wissenschafterin wohl mindestens 3 Veröffentlichungen verschlafen:

1. "Darüber hinaus hat das Forscherteam zwei Typen von so genannten T-Zellen unter die Lupe genommen. ... Bei der Bildung beider Zellarten hatten die Impfstoff-Kombination von Astrazeneca und Biontech sowie die zweifache Biontech-Impfung eindeutig die Nase vorn."

2. "Bei einem Großteil unserer Testpersonen ließ sich bereits sechs bis acht Tage nach der Erstimpfung ein relevanter Anstieg an sogenannten CD8+ T-Zellen nachweisen, die genau auf das SARS-CoV-2-typische Spike-Protein zugeschnitten sind"

3. "Bei einem Großteil der Probanden habe man bereits acht Tage nach der ersten Impfung T-Zellen nachweisen können, die auf das Spike-Protein des Virus zugeschnitten sind, heißt es in der Mitteilung der Uniklinik. Nach der zweiten Impfdosis habe sich diese Anzahl noch mal erhöht. . . .In Sachen Delta-Variante hat sie jedenfalls gute Nachrichten: Der Teil des Virus, den die T-Zellen erkennen, ist bei allen bisher bekannten Varianten unverändert."

Damit will ich die in Rekordtempo entwickelten Covid-19-Vakzine nicht als perfekt und völlig unbedenklich hinstellen!

Aber man sollte erkennen, daß Impf-Panikverbreiter nicht immer besser sind als die üblichen Aluhut-Träger: Textschnipsel aufgreifen, die das eigene Weltbild zu bestätigen scheinen, und diese dann oft und laut breittreten.

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