Susanne Strobach

Als große Fans der Niederlande beschlossen wir das erste Adventwochenende in Amsterdam zu verbringen. Das Jahr hatte viel Arbeit gebracht und im Dezember sollte heuer zur Abwechslung einmal das Jahr gemütlich ausklingen. Amsterdam sollte der Auftakt für einen ruhigen Advent werden…und natürlich sollte noch die eine oder andere Flasche meines Lieblings-GINs als Weihnachtsgeschenk mitkommen.

Die Reiseführer schwärmten vom 20 Meter hohen Christbaum vor dem Königspalast auf dem Dam-Platz, der Eisbahn auf dem Museumplein vor dem Rijksmuseum oder auf der Leidseplein und natürlich den Adventmärkten, die auch im Winter Touristen nach Amsterdam locken.

So machten wir uns nach dem Frühstück quietschvergnügt und dankbar wieder in dieser großartigen Stadt sein zu können, auf den Weg vom Hotel ins Zentrum. Wir freuten uns an den weihnachtlich beleuchteten Grachten und Gassen, stöberten durch Geschäfte und Supermärkte und englische Buchhandlungen…das einzige was wir nicht fanden, waren Weihnachtsmärkte und der viel gepriesene Christbaum….

Also zogen wir am nächsten Tag ganz gezielt los, ein 20 Meter hoher beleuchteter Christbaum würde ja nicht so leicht zu übersehen sein und der Damplatz mit dem Königspalast hat ja doch einen gewissen Bekanntheitsgrad. Doch so sehr wir auch suchten, es gab keinen Christbaum. Mittlerweile war uns auch aufgefallen, dass sich auch die Schaufenster mit Weihnachtsdekorationen zurückhielten, nirgends gab es Christbaumkugeln, Sterne oder andere Christbaumdeko zu kaufen. Einzig Schoko-Nikoläuse, Wichtel und Buchstaben aus Schokolade gab es überall vom Supermarkt bis zu den Bäckereien.

Abends fragten wir im Hotel nach. Unser Gastgeber, er hatte selbst einige Jahre in Deutschland gelebt und sprach fließend Deutsch, klärte uns auf: bei uns in den Niederlanden gilt „eins nach dem anderen“. Jetzt kommt zuerst einmal der Nikolaus. Erst danach gibt es Weihnachtsdekorationen in den Schaufenstern und erst danach wird der Christbaum aufgestellt!

Wow! Wir waren tief beeindruckt. Für uns ist es fast schon normal, dass sich schon im August die ersten Lebkuchen in den Supermärkten finden und bereits jetzt die ersten Frühjahrsmodenkataloge in die Briefkästen flattern. Und in Holland hält eine ganze Stadt daran fest, dass „eins nach dem anderen“ kommt.

Susanne Strobach

Am nächsten Morgen frühstückten wir wieder herrlich flaumige Croissants mit Capuccino am großen Holztisch bei „Bakker Betram“, schrieben Weihnachtskarten und beschlossen diese gelebte Weihnachsbotschaft der Achtsamkeit mitzunehmen: Eins nach dem anderen!

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