Rechtspopulisten oder Rechte, die Populisten werden wollen, spielen, das ist bekannt, mit den Ängsten der Menschen und wollen diese kanalisieren. Ängste sind indes nicht rational begründet, sondern speisen sich oft aus mythologischen Quellen oder Märchen. So wundert es nicht, dass auch die wachsende Population der Wölfe in Deutschland dazu dienen soll, die Ängste vor diesem Tier erneut hervorzurufen. In einem Artikel auf einem populären rechten Blog ist die Rede von närrischen Beamten (...), die ihre schützende Hand über ihn halten. Per Gesetz (gemeint ist das Artenschutzgesetz) hätten sie die Jagd auf den Wolf verboten, weswegen der sich jetzt ungestraft an fetten Hammeln und zartem Lammfleisch vergehen dürfe. Und anstatt froh darüber zu sein, dass in einer Epoche des Artensterbens sich wieder eine Tierart in Deutschland ansiedelt, ist die Rede von einer infantilen Ökogesellschaft und von Narren, die sich in ihren klimatisierten Amtstuben zurück in die Welt von gestern träumen. In den Kommentaren wird der Wolf folgerichtig zu einem Raubtier (...), der (sic!) auch Menschenfleisch nicht verachtet. Dass das mit der Realität wenig zu tun hat, soll hier nicht das Thema sein, sondern die Verbindung von mythischen Ängsten mit dem Ressentiment gegen Tierschützer und Beamte. Aber weil das rechte Weltbild erst dann komplett ist, wenn auch noch auf die bösen Folgen der Migration eingegangen wird, finden sich auch Sätze wie Jeder Wolf, der es schafft, in Deutschland einzuwandern, darf sich glücklich schätzen oder der folgende Vergleich: Wie Christian Wulff einst erklärte, „der Islam gehört zu Deutschland“, so erklärte die Grüne Priska Hinz (..) im Landtag: „Der Wolf ist in Hessen keine Besonderheit mehr, er gehört dazu.“

Und damit wäre dann alles versammelt, was das rechte Ressentiment nicht ertragen kann.

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Persephone

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G. Szekatsch

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