Erfreuliche Nachrichten sind immer ein Irrtum

Viele Dinge werden produziert, weil es immer schon so war. Dazu gehören die wöchentlichen Zeitungen der Wirtschaftskammer. Weil alle Bundesländer ihre Landesstellen haben, produzieren alle Bundesländer-Kammern ihre eigenen Zeitungen zur Zwangsbeglückung ihrer Mitglieder.

Screenshot WKO: Corona, what else? www.wko.at

Dazu gibt es natürlich auch noch elektronische Newsletter, in welchem ich heute aufgefordert wurde einen Fragebogen auszufüllen: "Die digitale Revolution ist im Wirtschaftsleben nicht mehr aufzuhalten. Viele Firmen stehen vor großen Herausforderungen und auch Entscheidungen inwieweit die Digitalisierung das eigene Unternehmen aber auch die Branche verändern (könnte) und welche Vor- bzw. auch Nachteile sich daraus ergeben werden. Dieser Fragebogen hat das Ziel, den Bedarf der Unternehmen abzufragen und aus den Ergebnissen zielgerichtete Angebote zu ausgewählten Digitalisierungsthemen für Firmen in der Hochsteiermark zu erarbeiten."

Meinen Bedarf habe ich folgendermaßen formuliert: "Ich würde gerne auf die wöchentliche Print-Ausgabe der WK-Zeitung verzichten, die absolut keinen Wert für meine unternehmerische Tätigkeit hat. Die Einstellung dieser Zeit-, Energie, Rohstoff- und Geldverschwendung wäre aus meiner Sicht der größte Beitrag zur Digitalisierung, den die WK leisten könnte. JETZT!"

Darauf erhielt ich unerwartet schnell die Antwort: "Wir haben die Einstellung der Print-Ausgabe der WK-Zeitung für Ihr Unternehmen in die Wege geleitet."

Mein Reply: "Erfreuliche Nachrichten! Ich hoffe, die anderen Bundesländer folgen dem Beispiel der WKST."

Die Klarstellung der WKST ließ nicht lange auf sich warten: "Sehr geehrter Herr Mag. Thurnhofer! Ich bitte um Entschuldigung für die missverständliche Formulierung unserer ersten Nachricht, die Print-Ausgabe der WK-Zeitung besteht weiter, wir konnten lediglich die Einstellung der Zusendung an Sie veranlassen."

Schön, dass ein Apparat wie die WK ihre Mitglieder befragt, uns belehrt, dass die "digitale Revolution im Wirtschaftsleben nicht mehr aufzuhalten" ist, aber selbst alles tut, um notwendige Veränderungen zu verhindern. Schön, dass die WK, der ich seit drei Jahren meine Pflichtgebühren nicht mehr bezahle, wieder einmal bewiesen hat, dass ihr die Interessen ihrer Mitglieder völlig egal sind. Ein weiterer Grund, dass ich meine Pflichtbeiträge auch künftig nicht mehr zahlen werde.

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pirandello

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Ttavoc

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