Wenn der Fisch stinkt, sollte man ihn sich nicht ins Haus holen, erst recht nicht, wenn es ein besonders großer, fetter Fisch ist. Das mögen sich auch die Verantwortlichen am Bauhaus Dessau gedacht habe, als ihnen das ZDF einen Fisch ganz besonderer Art kredenzen wollte: "Feine Sahne Fischfilet" nämlich, eine Band aus dem linksextremen Spektrum, deren Texte vor Hass auf Deutschland und die Polizei nur so triefen. Kostprobe gefällig?

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„Deutschland verrecke, das wäre wunderbar … Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck! Gib mir ein ‚like’ gegen Deutschland" Oder aber: "Die Bullenhelme, die sollen fliegen / Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein!“ Oder: "Ich mach mich warm, weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert. Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt."

Und als besonderer Service für alle, die sagen, das ist doch alt, die Band hat sich doch läääängst von Gewalt distanziert, nur eine kleine Zeile aus der aktuellen Platte der Jungs, die doch in Chemnitz so entschieden gegen den Hass trällerten: "Wir haben Bock auf Stress und 'ne Menge Hass".

Diese Band sollte also im Rahmen der ZDF-Reihe ZDF@bauhaus im traditionsreichen Bauhaus in Dessau spielen, was den Verantwortlichen vor Ort - verständlicherweise - nicht genehm war. Und so machte das Bauhaus von seinem Hausrecht Gebrauch und erklärte gegenüber dem ZDF, dass man bitte Verständnis dafür haben solle, dass diese Band nicht im Bauhaus spielen könne. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden, schließlich werden Auftritte rechtsextremer Bands selbst an weniger prominenten Orten verboten. Ist es da nicht recht und billig, wenn man eine zu Hass und Gewalt aufrufende linksextreme Band sich nicht ins Haus holen möchte?

Weit gefehlt! Kaum war publik geworden, was das Bauhaus und dessen Stiftungsratsvorsitzender, der sachsen-anhaltische Kulturminister Rainer Robra, erbaten, brach ein Proteststurm los. Von einem "Eingriff in die Freiheit der Kunst" ist die Rede und die SPD verbat sich solche "Interventionen". Der Sänger von Feine Sahne Fischfilet sah gar CDU und AfD in Sachsen-Anhalt Hand in Hand mit Nazis marschieren.

Erbärmlich ist allerdings wirklich, was gegen das Konzert von CDU und Bauhaus hervorgebracht wird. Da wird nicht klipp und klar gesagt, dass man nicht nur Rechtsextremismus, sondern eben auch Linksextremismus keinen Raum geben möchte und erst recht, wenn es öffentlich-rechtlicher Raum ist. Statt dessen wird davon geschwurbselt, dass man angesichts angesagter rechter Proteste keine Eskalation wolle und das Gebäude für das Konzert einer Punkband zudem nicht geeignet sei usw. usf. Also, auch wenn es um Konzerte von Linksextremisten geht, die man in öffentlichen Gebäuden nicht möchte, muss ein angeblich ausufernder Rechtsextremismus als Grund herhalten. Schuld sind immer die Rechten, auch wenn Linke Gewalt predigen. Das sind Pirouetten, die keiner mehr nachvollziehen kann.

Da in der Bundespolitik eine linksextreme Band wie Feine Sahne Fischfilet, die Deutschland und die "Bullen" hasst, sich großer Beliebtheit erfreut, sie sozusagen fast den Status einer Hofkapelle Steinmeiers und Merkels genießt, sei nun ideologische Verblendung oder einfach Unwissen oder das Feine Sahne Fischfilet wie Regierung einende Gefühl von Selbsthass und Orientierungslosigkeit die Ursache, muss es nicht verwundern, dass sich auch die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, angesichts des Dessauer Geschehens zu Wort meldete. Sie sprach von einem "fatalen Zeichen" und davon, es sei "Aufgabe der Behörden in Sachsen–Anhalt gewesen, das Konzert zu ermöglichen und die Sicherheit zu gewährleisten – auch wenn die Band nicht jedem gefällt." Ob sie sich für eine rechte Band ebenso ins Zeug gelegt hätte, wegen künstlerischer Freiheit und so?

Was Grütters unterschlägt: Das Konzert ist nicht abgesagt, sondern findet eben nur nicht im Bauhaus statt. Da können sich die Herren von Feine Sahne dann doch noch von den so gehassten Bullen schützen lassen, falls es wirklich Proteste rechter Gruppen geben sollte, einen Service, den sie sicher ebenso gern nutzen, wie sie ihn für sich ganz selbstverständlich einfordern. Vielleicht trällern Sie dann extra für die Bullen noch einmal "Die Bullenhelme, die sollen fliegen / Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein!“

Und auch das ZDF kann sich freuen. Es hat - gebührenfinanziert - Werbung für eine Band gemacht, die Deutschland hasst und ein anderes Land will. Das stinkt wirklich zum Himmel und ist wohl einmalig in der Welt. Mir fällt jedenfalls kein anderes Land ein, in dem der Staatsfunk seine Aufgabe darin sieht, den Hass auf den eigenen Staat zu fördern.

Und wenn das Konzert dann am 6. November aufgezeichnet wird und wir es im ZDF bewundern können, wird es gewiss nicht an Selbstbeweihräucherung und an gemeinsamen Beschwörungen der Fische, der Medien und des ZDF fehlen, wie toll man doch sei, wie fortschrittlich und unnachgiebig im Kampf gegen Rechts, der nun leider auch gegen das Bauhaus und die CDU in Sachsen-Anhalt geführt werden muss. Nur Nazis in Deutschland! Man muss dieses Land einfach hassen. Darauf jetzt einen Rollmops à la Gorkow! (Bismarckhering ist mir zu rechts)

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OnkelOtto

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