Die Superreichen scheinen zwei Gesichter zu haben: zum einen seien sie blutrünstige Monster die über Kinderleichenberge steigen um Geld, Macht und Einfluss zu erlangen und dabei weder Moral, gesellschaftliche Regeln oder das Wohl der Gesellschaft zu berücksichtigen. Sie würden Alles tun um ihre niederen, animalischen Ziele erfüllen. Mit einer einzigen Ausnahme.

Obwohl ihnen also kein schmutziger Trick zu schmutzig ist wird der Superreiche niemals versuchen den Staat vor seine Kutsche zu spannen.

Die Idee seinen Arbeitern das Geld mittels Steuern aus der Tasche zu ziehen um es dann über Förderungen und Staatsaufträgen in seine eigene Tasche zu befördern ist der eine Schritt den der Superreiche nicht geht. Alleine die Vorstellung zu einem Politiker zu gehen und zu sagen: „Mach was wir sagen und du bekommst nach deinem politischen Job einen lukrativen Job bei uns und wenn nicht haben deine Kinder einen tragischen Autounfall.“ ist etwas was Menschen die über Kinderleichenberge steigen nicht tun.

Außer in der Vergangenheit natürlich, wo sie es ständig getan haben, aber nicht in unserer Zeit. Das wäre eine Verschwörungstheorie, sowas passiert nicht. Kann nicht passieren. Darf nicht passieren. Ende der Debatte.

Der Grund dafür ist, dass der Staat das Bollwerk der 99% gegen die Superreichen sei und uns gegen die Superreichen verteidigen würde. Die bloße Vorstellung, dass jene die praktisch alles Geld, alle Macht und allen Einfluss haben, diesen nützen würden um das mächtigste Werkzeug der Moderne zu ihren eigenen Zwecken zu nutzen ist völlig unvorstellbar. Wäre es aber so, dann wäre die Situation in der die Hälfte aller Ausgaben der Staat trifft und die Hälfte des Vermögens besitzt geradezu unerträglich, denn all diese Werte, all diese Umsätze, all diese Entscheidungen würden ja dann wieder Jenen nützen die eh schon alles haben. Das wäre für den modernen sozial Engagierten fatal, weil es ihm seine einzige Waffe nehmen würde: wählen.

Der Schlüssel um dieser Illusion sein ganzes Leben lang zu folgen ist zu glauben, dass zumindest „die eigenen Politiker“ nicht durch Bestechung oder Nötigung manipuliert werden können. Gleichzeitig unterstellt man „den anderen Politikern“ aber genau das, diese wären ja im Dienst der Superreichen/Illuminaten/Echsenmenschen/Nationalisten/Globalisten/Sozialisten/Marsmenschen/etc und würden diese bereichern und ermächtigen.

Was also den „guten Politiker“ vom „schlechten Politiker“ unterscheidet, ist eben diese Resistenz gegen die Einflussnahme der Mächtigen.

Mehr oder weniger jeder im Staat wird einem das bestätigen.

Jeder denkt, dass „seine Partei“ für ihn eintritt und „die Andren“ ihn versuchen auszubeuten. Rechte, Linke, Zentristen, alle singen das gleiche Lied, nur eben in unterschiedlichen Tonlagen.

Aber was, wenn die Superreichen keine zwei Gesichter haben, sondern nur eines, das recht offensichtlich ist weil sie sich nicht verstellen müssen? Was wenn jemand dem kein Trick zu schäbig sei, wirklich keiner zu schäbig ist und was, wenn absolut jeder mit dem Satz: „Mach was wir sagen und du bekommst nach deinem politischen Job einen lukrativen Job bei uns und wenn nicht ein geliebter Mensch einen tragischen Autounfall.“ dazu gebracht werden kann alle seine Ideale zu verraten?

Was wenn genau das der Fall ist warum echte Idealisten in der Politik fehlen? Was wenn nur brave Sklaven so im System nach oben gewaschen werden und dann genau das tun was von ihnen verlangt wird? Könnte das erklären warum, egal wer gerade an der Macht ist, alles weitgehend so weiterläuft wie es läuft und jedes Jahr die Schere zwischen uns und den Superreichen weiter aufgeht?

Nein. Natürlich nicht, denn wenn es so wäre, dann müsste man sich eingestehen, dass die Politik nicht die Lösung ist, sondern ein Teil des Problems. Und das kann nicht sein, weil es nicht sein darf, denn wenn die Welt so wäre, müssten wir überdenken ob das was wir tun zu den Zielen führt die wir wollen, oder uns genau dort hin gebracht hat wo wir alle niemals sein wollten. Es würde bedeuten dass der Rechtswähler dem Linkswähler näher steht als beiden ihren Politikern, die sich ihrerseits näher stehen als ihren Wählern.

Und so eine Erkenntnis ist für die meisten Menschen eben unerträglich, also reden sie sich weiter ein dass die Mächtigen keine Macht über "ihre Leute" haben, egal wie laut der Zweifel nagt.

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