Einfach in die Wüste schicken?

Letzlich ist wären die SteuerzahlerInnen schuld am Debakel der Hypo Alpe Adria - oder?

Nun ist es öffentlich, den Gläubigern der Pleitebank Hypo Alpe Adria stehen nicht mehr als 46 Prozent ihres ehemaligen Investments in das Kärntner Geldbedienungsunternehmen zu. Wäre da nicht die Länderhaftung, die für die restlichen 54 Prozent geradestehen soll. Besonders jene Gläubiger, die trotz besserem Wissen in marode Banken investiern, blicken jetzt ziemlich angespannt auf weitere Verhandlungsrunden. Lässt das (noch) reiche Alpenland sein Bundesland Kärnten, dass sich rund um den von Promis und Superreichen besiedelten Wörthersee schmiegt, pleite gehen? Nein natürlich nicht. Die SteuerzahlerInnen werden es schon richten. Denn egal welches Arrangement zwischen den Gläubigern und den zuständigen Politikern (wer ist eigentlich wirklich zuständig?) ausverhandelt wird, das Ergebnis bezahlt die Familie Österreicher - Oma und Opa, Papa und Mama, Sohn und Tochter und irgendwann auch deren Töchter und Söhne. Fraktion vor Blut! Der Frage warum man die Gläubiger, die auf eigenes Risoko Geld in die, damals auch schon dahinkriechende, Hypo Alpe Adria gepfercht hatten, nicht in die Wüste schickt, weicht man immer wieder geschickt aus. So wird behauptet, dass ein langwieriges Gerichtsverfahren den Steuerzahler noch mehr kosten kann weil ja, wie interessanter Weise jeder annimmt, dass die Österreicher keine Chance auf hätten bei Gericht zu gewinnen. Außer,und davor müsste sich Österreich hüten (meint man), der Bund läßt Känten Pleite gehen. Womit die Investoren zwar überhaupt nichts mehr zu erwarten hätten aber gleichzeitig wäre auch der Finanzplatz auf Dauer ramponiert. Welcher Finanzplatz? Die Wiener Börse grundelt seit Jahren dahin, die österreichischen Banken mussten Milliardenbeträge aus den Ostgeschäften abschreiben und die Verschuldung des Staates erreicht griechische Ausmaße.

Hinter den Kulissen der Öffentlichkeit fürchten sich übereifrige Landespolitiker, deren Landesbanken sich ebenfalls im Hypodebakel wiederfinden, vor "schrecklichen" Konsequenzen. Sie würden, wenn alles ans Tageslicht kommt, womöglich in Rente geschickt werden. Kann man sich das vorstellen!? Aber auch den anderen armen Gläubigern droht Ungemach. Die reich dotierten Bosse von Pensionskassen, die seinerzeit sehr wohl für ein Investment in das Käntner Finanzdienstleistungshaus* votierten, könnten bei hohen Verlusten auch ihren, verantwortungsvollen und harten Job verlieren. Auch sie müssten dann das Los mit den verantwortlichen Politikern teilen und mit einer leider sehr hoch bezahlten Pension Reputation einbüssen. Und, die Steuerzahler, die ja jene Politiker gewählt haben die das ganze Dilemma verursachten, würden dabei leer ausgehen? Nein, meinen da die "verantwortungsvollen" Politiker, hinter vorgehaltener Hand. Mit der Begründung, dass sich die Politik letztlich nur nach den Willen der BürgerInnen richten, wie in einer Demokratie üblich, tragen auch die Wähler Verantwortung. Deshalb und eigentlich nur deshalb werden die österreichischen Steuerzahler in die Pflicht genommen und kein Gläubiger in die Wüste geschickt. Gute Nacht Österreich.

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