Ich wollte mich auf Fisch+Fleisch erst einmal umsehen, bevor ich mich in die Nesseln setze und meinen ersten Beitrag verfasse. Ach, wozu warten? Sich in die Nesseln setzen bzw. sich auf Kosten anderer profilieren, können andere viel besser als ich. Das hat der dusslige Diekmann heute eindrucksvoll bewiesen, indem er mit einem erfundenen Böhmermann-Interview Öl in die überkochende Schmähsuppe goss und sich ob seiner geglückten Wahnsinnsidee genüßlich die Hände rieb. Denn einige Leute, unter ihnen diverse Mediengrößen, nahmen das Fake-Gespräch für bare Münze. Der kotzige Kai klärte kulanterweise Stunden später seine perfide Täuschung via Facebook auf. Mit Satire kann sich der Bild-Herausgeber in diesem Fall nicht rausreden, wie Friedemann Karig in seinem erbosten Kommentar erklärt. Ich stimme ihm voll und ganz zu. Zahlreiche mir bekannte Autoren, Texter, Journalisten, also die gesammelte Mischpoke der multimedialen Infobranche ebenfalls. Bild geht gar nicht! Der Karig-Artikel ist hier im SZ-Ableger jetzt.de nachzulesen:

Kai Diekmann erfindet Böhmermann-Interview

Weder Fisch noch Fleisch?

Zurück zu dieser Plattform und meinem Einstand. Ich habe am Rande mitbekommen, dass man persönlich eingeladen wird, wenn man hier Mitglied werden soll. Echt jetzt, muss ich beleidigt sein? Denn ich wurde weder eingeladen noch aufmerksam gemacht. Nein, viel besser: Ein Text hat mich gefunden. Das hat guter Content so an sich - er wird bemerkt. Ich bin quasi zufällig über ein (nicht gefaktes) Interview der F+F-Autorin @Susannah Winter gestolpert, das ich trotz enormer Länge von Anfang bis Ende gelesen habe. Sie befragte @Claudia Braunstein zu ihren Erfahrungen mit einer besonders hinterhältigen Karzinomvariante: Zungenkrebs. Der Text hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht, denn ich rauche ziemlich viel und einem Glas Wein bin ich auch nicht abgeneigt (Schwarzer Johannisbeerwein - die Anthocyane sollen immerhin gesund sein). Aber wie Claudia B. den Krebs besiegt hat und wie sie jetzt mit den daraus folgenden Beeinträchtigungen umgeht, macht Mut und liest sich trotz des schwierigen Themas sanft und hoffnungsvoll. Hut ab und danke für diesen Beitrag, ohne den ich nicht auf dieser Seite gelandet wäre.

Anschließend habe ich mich eine Nacht lang durch diverse Beiträge geschmökert und bin länger hängengeblieben als beabsichtigt. Leider merkt man erst nach dem Anklicken, ob sich das Lesen lohnt oder nicht. Bei einigen Artikeln hat es sich gelohnt. Trotzdem ist mir noch nicht ganz klar wo ich hier "reingeraten" bin: In einen Haufen selbstverliebter Selbstdarsteller oder in eine Gruppe ernsthafter Autoren mit echter eigener Meinung. Mit beiden Spezies könnte ich umgehen. Zum Bloggen gehört ein gesundes Quentchen Profilierungssucht, wozu macht man es denn sonst - etwa um die Welt zu verändern? Meinungen, die nicht der meinen entsprechen, kann ich akzeptieren. Wobei ich allerdings rechte Meinungsmacher bewusst links liegen lasse - dann passt das schon. Oder dient der Hashtag #Meinungsfreiheit nur als Deckmantel? Um wirklich alles auf Fisch+Fleisch nachzulesen, bräuchte man Zeit, die ich nicht habe, deshalb müssen Stichproben reichen. Einige Texte sind banal und überflüssig, einige unterhaltsam oder informativ und ganz bestimmt sind auch einige geniale Beiträge dabei. Ich muss sie nur noch finden. Entsprechende Hinweise nehme ich dankbar entgegen. ;)

Auf meinem nächtlichen Exkurs habe ich ein paar Autoren und Kommentatoren "kennengelernt". Viele sind sachlich und nett, manche witzig bis bissig und einige wenige arg dünnhäutig. Letzteren möchte ich am liebsten mal zeigen, wie ein tatsächlicher Shitstorm oder eine echte Mobbingattacke aussieht, von mir als Betroffene liebevoll Zickenkrieg genannt. Mit Hatern, Bashern und Neidhammeln kenne ich mich bestens aus, denn ich bin erprobte Facebook-Nutzerin und führe seit etwa einem Jahr einen Blog, der Träume, Traumdeutung und den alltäglichen Wahnsinn eines Texters zum Thema hat und sich ganz nebenbei noch ein wenig mit meiner ehrenamtlichen Arbeit als Klinikclown befasst. Als verträumter, textender Clown wird man gedisst?! Aber sicher doch - unter dem Schutz von Fake-Accounts (FB) oder mithilfe anonymer Kommentare (Blog) macht sich das besonders gut. Gelegentlich surfe ich auf einer solchen Sturmwelle - nicht unbedingt gern, aber mehr oder weniger geschickt. Ich weiß sogar wer dahinter steckt. Doch wenn ich die sprichwörtliche Sau beim Namen nenne, würde ich Persönlichkeitsrechte verletzen und das muss nicht sein.

Danke für die Aufmerksamkeit

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Es hat tatsächlich jemand bis hierhin gelesen? Wow! Ohne dass ich lauter F+F-Leute markieren musste? Super. Ich markiere trotzdem ein paar, die mir noch in Erinnerung sind: @Michlmayr @fischundfleisch @Spinnchen @kerosina apfelkern @Gabriele von Szada-Borriszkowski @bianka.thon @zeit im blick usw. oder geht das nur mit vernetzten Usern? Wurschtegal, Versuch macht kluch. Also, um das Eingangsthema wieder aufzugreifen: Kann man nun mit Provokation Geld verdienen oder nicht?! Natürlich. Zumindest kann man mit provokativen Texten und Meinungen auf sich und seine Arbeit/Dienstleistung/Wasauchimmer aufmerksam machen, ohne jemandem ernsthaft auf den Schlips zu treten. Letzteres klappt nicht immer. Wie man mit ehrlichen Texten seinen Lebensunterhalt verdient, erfahrt ihr in diversen Artikeln auf meinem Traumzauberblog in der Kategorie Textereien oder auf meinem dort verlinkten Autorenprofil. Geld verdienen im Schlaf? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. :)

Liebe Grüße, Claudia

#Panorama #Kultur #Satire #Vorstellung #Texte

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