"SCHACH, DER SCHEICH - UND DANN DIE POLITIK"

Chrilly Donninger

„Herr Doktor Donninger, gehen wir`s gleich an?“

Ein fröhlicher, offener Mensch. So wirkt er auf mich. Wie er wohl reagieren wird – auf meine Gesellschaftsfrage?

„Was meinen Sie, Herr Doktor Donninger, ist es, dass Menschen zu Gewalttaten und Missbrauch gegenüber Schwächeren treibt? Und was würden Sie unternehmen, hörten sie, dass in ihrem Umfeld ein Kind missbraucht wird?“

„Es sind die eigenen Erfahrungen, die man weitergibt. Der Täter hat das gelernt. Wobei. Es gibt auch perverse und kranke Menschen. Ich bin selbst Sachwalter eines paranoiden Menschen. Einem Mensch, der sich verfolgt fühlt. Das ist eine Krankheit. Ich meine, wenn man von einem Missbrauch im Umfeld hört, sollte man sicher sein und nicht nur auf Grund von Gerede jemand verdächtigen. Wäre ich mir über die Täterschaft sicher, würde ich die Fürsorge einschalten.

Die Polizei hilft eigentlich nicht, denn man muss versuchen, die Kinder von der Familie wegzubekommen. Schauen Sie, heute besuche ich eine Frau, die eine Politikerin um Hilfe bat. Sie selbst ist besachwaltet und man nahm ihr die vier Kinder weg. Es ist schon ein Problem für mich. Ich kann mit ihr sprechen. Aber, selbst als Nationalrat könnte ich ihr wohl nicht helfen, da mein Einfluss zu gering wäre.

Ein Politiker kann Menschen in solchen Situationen auf direktem Weg eher nicht helfen.“

Herr Doktor Donninger erzählte mir von einer Frau, welche in der Nachkriegszeit in armseligsten Verhältnissen in einer Holzbaracke mit ihren Kindern lebte. Die weiblichen Kinder wurden der Frau entzogen. Die Söhne durften bei ihr bleiben.

„Wissen Sie, aus den Söhnen ist allesamt was geworden. Trotzdem diese in so ärmlichen Verhältnissen aufwuchsen. Die Mädchen schafften den Sprung in ein bürgerliches Leben nicht. Es gab Mord und Selbstmord. Jedenfalls. Ich werde heute zu dieser Frau fahren. Ob sie in ärmlichen Verhältnissen lebt, das stört mich nicht. Eher, dass ich glaube, keine große Hilfe leisten zu können.“

Glaube, das ist ein gutes Stichwort. Brauchen wir Menschen einen solchen? Brauchen wir einen Glauben an eine höhere Macht, eine Art Energiezentrale, welche über das Irdische hinausgeht?“ frage ich meinen Gesprächspartner.

„Glauben an sich braucht man nicht – in bin Atheist – aber, ich glaube, dass das Universum gerecht ist. Tut man Gutes so kommt Gutes zurück. Daran glaube ich schon! Neulich half ich einem Mädchen, welches einen Fahrradunfall hatte. Sie frug mich dann, was sie mir schuldig sei? Ich antwortete ihr, sie möge auch einem Anderen helfen. Asoziale sind oft unglückliche und verbitterte Menschen. Sozial sein hilft einem auch selbst. Aus asozialem Verhalten folgt wiederum Asozialität und desweiteren eine Art Vergiftung.“

Wieder höre ich die Aussage: „Jeder geht von sich selbst aus.“ Meint Herr Doktor Donninger, der ganz nebenbei erwähnt, dass er Chili im Garten züchte und so der Tratsch, er ziehe Marihuana im Garten, mittels Vorzeigen seiner „scharfen Früchtchen“ so dem Marihuana-Tratsch hoffentlich ein Ende setzte.

„Marihuana, was halten Sie denn davon, Herr Doktor Donninger?“

„Ich war eine Zeit lang in den Niederlanden. Ich meine, Marihuana frisst einem auf lange Sicht das Hirn weg. Ich meine das so. Man wird lasch und träge. Hanf und Alkohol würde ich in etwa auf die gleiche Stufe stellen. Wenngleich, Alkohol wohl schon schlimmer ist. Jede Sucht frisst den Menschen längerfristig auf.

Allerdings bin ich dafür, wenn man schwer krank ist, das Lebensende naht und man Schmerzen und sonstige Beschwerden hat, dass man all das konsumieren sollte, was einem die letzten Tage des Lebens noch gut tut oder den Schmerz mindert.

Meine Schwägerin hatte multiple Sklerose und da sind Marihuanapräparate oft sehr passend zur Linderung der Beschwerden“

„Zur Politik, Herr Doktor. Es heißt, dass Politiker Marionette der Wirtschaftsbosse und der Banken sind. Was meinen sie dazu?“

Antwort nach einer kurzen Denkpause: „Leo Wallner rühmte sich in seiner Biographie, dass er Gesetze in Sachen Glücksspielmonopol durchbrachte. Bei der Telekom Austria hatten wir diese Themen ebenfalls.

Ich war bei der Bank Austria tätig und weiß, dass es so ist, dass sich die Politiker und Banker zusammensetzen. Denken Sie an das bekannte Video von Claus Pandi, welches ein Sauschädelessen bei dem Exbanker Dr. Christian Konrad zeigte. Alle waren sie dort. Selbst die Frau des letzten Bundespräsidenten. Gut, sie ist Jüdin. Sauschädel wird sie wohl nicht gegessen haben. Niemand kann meinen, dass die RAIBA nicht in der Politik mitmischt.

Diese Verbindungen gibt es sicher. Ich würde sagen, es ist eine Art System, eine Clique, wo man sich kennt – gemeinsam jagen geht, bei einem Club ist usw. Ich würde dies nicht direkt Korruption nennen. Es ist eher „eine Hand wäscht die Andere“. Es gab dies in allen Gesellschaftsformen. Immer schon – wohl auch schon bei den Jägern und Sammlern….“

„Wer denken Sie, Herr Doktor wird in diesen Spielen der Sieger sein? Der Intelektuelle oder der Mächtige, oder der Weise?“

„Der Intelektuelle war und ist immer der Hofnarr. Ab und zu hat er doch Einfluss, zBsp bei der französischen Revolution schrieb ein Geistlicher: Alle sind gleich – nicht einer der damaligen drei Stände. Dies floss wie wir wissen sehr wohl ideologisch ein. Der Weise scheitert unmittelbar. Denken wir an Platon. Auf längere Sicht aber wirkt sein Wissen, seine Lehren oft nach.“

„Und, Sie Herr Doktor Donninger – ein kluger Mann, ein Mathematiker. Was sind sie?“

„Mein Traum als Bub war, dass ich mir eines Tages alle Bücher leisten kann, welche ich lesen möchte. Und jetzt im Alter? Jetzt möchte ich alle Bücher lesen, die in den Bücherregalen im Haus stehen. Es sind viele. Ich würde meinen, da steht ein Porsche in meinen Regalen….“ Was für ein Gedanke, denke ich und gehe zu den Fragen „aus dem Volk“ weiter.

Chrilly Donninger

„Sie sind ein sehr gebildeter Mensch, Herr Doktor Donninger“ sage ich, nachdem ich der Erzählung von einem Scheich aus königlichem Haus hörte. Diesem Scheich schrieb mein Gesprächspartner 2003 ein Schachprogramm. Längst geht es bei den Beiden nicht mehr um Schach.

Seit Jahren verwaltet dieser kluge Mann einen Hedgefond an der Börse von Chicago. Der Scheich spielt gern.

Für Herr Doktor Donninger stellt diese Tätigkeit das Anwenden von Mathematik dar. Hierfür schrieb er Programme. „Nun spielen wir in Chicago. Denn irgendwann war die Sache mit dem Schach langweilig für den armen, reichen Scheich. Was spielen wir jetzt? Als der Scheich bei diesem Telefonat alle anderen Telefone ausschaltete – da wusste ich, dass ich gewonnen habe.

Er schaltet sonst nur in der Moschee beim Beten die Telefone ab…“ So die Geschichte des Scheichs und des Waldviertlers.

Herr Doktor Donninger weiter: „Bildung ist ein Habitus. Es ist hauptsächlich ein Vortäuschen von Bildung. Man wirft ein kluges Zitat in den Raum, in der Hoffnung, dass die Anderen dieses nicht kennen… das wirkt gebildet. Wissen ist etwas anderes.“

Danke – darüber denke ich gerne nach. Ahne ich doch, da ich hier gerade etwas Kluges mitgeteilt bekam. Oder war dies gar weise?

Als ich, es geht wieder um den Scheich höre: „In Wirklichkeit ist Reich-Sein ein Alptraum! Ich möchte nicht mit dem Scheich tauschen. Er hat alles und ist total unglücklich. Weiß er doch, dass sich Ausnützer und Schmeichler um ihn gesellen. Naja, selbst bis Amerika sprach es sich durch. Die Geschichte von mir und dem Scheich. Eines Tages wollte der NewYorker ein Interview mit mir haben. Sogar ein Fotograf wurde ins Waldviertel eingeflogen. So musste ich mich auf einen Waldviertler Findling setze. In der Lederhose und ein Laptop wurde mir auf den Oberschenkeln positioniert. So war ich für die Amerikaner das Lederhosen-Genie. Was für eine Verkleidung…“

„Ich bin fleißig“ so höre ich weiter und: „Es gibt eine gute Meldung einer Bäuerin aus dem Ort, die meinte, dass das ja auch Arbeit ist, was ich tue. Des is jo so, wia Aundre zu de Kiah gegangen, hatte sie gemeint und sich danach gleich ein wenig geniert. Ich finde das aber zutreffend.“

Auf die Frage: „Was macht sie zu einem guten Politiker?“ höre ich:

„Ich bin eigentlich kein Politiker. Glaube, dass ich eher ein Berater von Frau Rosenkranz bin. Zum Politiker bin ich wohl nicht geeignet. Ich möchte aber schon politisch wirken. Indem ich berate! Politik ist kein leichtes Geschäft. Man braucht viel Sitzfleisch, muss viele Veranstaltungen besuchen und immer freundlich sein. Wenn man den Job ernst nimmt, investiert man 60 oder gar 70 Stunden pro Woche. Das ist ein brutales Geschäft. Zumal man immer Feinde hat. Diese sind ja auch in der eigenen Partei zu finden. Aber es ist schon so, wenn man im Zivilberuf nicht weiterkommt, und man war vorher Politiker, dann klappt das mit den Jobs am freien Markt.“

„Herr Doktor Donninger, jemand möchte wissen, warum Politiker Millionen für unnötige Werbung ausgeben und nicht für Arme spenden?“

„Weil sie sich Einfluss kaufen. Oder glauben, sich Einfluss kaufen zu können. Beispiel: Die Kronen-Zeitung wird massiv gefüttert. Ich sage ihnen: Zeitung ist das, was zwischen den Inseraten steht. Sie wissen, Inserate dienen primär der Finanzierung.“

Was tun sie für Menschen, deren Startchancen im Leben nicht so rosig sind? Also für Bildungschancen zum Beispiel.“

frage ich, stellvertretend für einen Schreiber.

„Ich habe ein Bildungsprogramm auf abstrakter Ebene erstellt. Auf meiner Homepage kann man dies einsehen. Meine Frau gibt Nachhilfe für mehrere Sprachen und ich bin sozusagen der Notfall-Mathematiknachhelfer.

Also, man kommt zu mir. Kurz vor der Prüfung. Soll ich Geld von einer Verkäuferin verlangen, deren Kind ich Nachhilfe gebe?

Die Frau tut sich ohnehin schwer. Natürlich gebe ich auch so Nachhilfe.

Meine Frau und ich spenden auch Geld nach Ruanda. Schulgeld für Mädchen, die dort leben. Und wir unterstützen eine Ärztin, welche medizinische Geräte nach Ruanda schickt.

Ach ja, ich sagte, dass ich Atheist bin. Meine Frau ist aber katholisch. Das funktioniert wunderbar. Am Sonntag marschiert sie in die Kirche und ich wasche in ihrer Abwesenheit die Küche oder das Haus auf. Das tue ich gerne – wenn sie nicht da ist und mir nicht durchläuft. Wirklich!“

Was ich mir denke hierzu? Nun. Ich denke an Tit Nhat Hanh, den vietnamesischen Mönch und Zenmeister. Er meint: „Was du auch tust, sei ganz bei dem, was du tust. Wäscht du ab – dann wasche ab. Gehst du, dann gehe. Schritt für Schritt. Bedächtig. Sei ganz bei dem, was du tust. Fast vermute ich, dass dieser humorvolle Mathematiker dem Zen-Buddhismus näher ist, als dem Atheismus.

Chrilly Donninger

Und so stelle ich die nächste Frage eines Fremden. Stellvertretend für diesen: „Glauben sie, dass die Menschheit es jemals schafft, aus der Liebe heraus zu leben? Zu teilen? Friedlich ihre Probleme austrägt?“

„Eigentlich ist die Menschheit relativ friedlich. Derzeit.“

Höre ich – und merke, wie ich mich darüber freue.

„Die Menschheit ist wesentlich friedlicher als es im Mittelalter war. Hier in Mitteleuropa, ist diese Epoche, wo ich geborgen wurde und lebe, die friedlichste Epoche! Die Menschheit ist gar nicht so böse! Wir, hier in Österreich haben seit 1945 eine „goldene Zeit“. Schauen wir das Mittelalter oder die Zeit der Völkerwanderungen an. Dschingis Khan und die Zerstörung Bagdads. Das war wohl die wildeste Geschichte. So eine Zeit, wie diese Epoche, war geschichtlich noch nie da!“

„In Italien kippt die Stimmung massiv weg von den linken Parteien. Das passiert wohl vor allem wegen der Migranten, die sich nicht immer friedlich und freundlich verhalten. Wie kann man Italien bei diesen Problemen unterstützen? Geht das durch Grenzöffnung, wodurch die nördlichen Nachbarn das Problem zugeschoben bekommen, oder durch Finanzierung von Fähren, die Migranten nach Afrika zurückbringen?“

so meine Frage, welche ich abermals stellvertretend stelle.

Herr Doktor Donninger lacht ein wenig und meint:

„Wenn man das wüsste! Ich glaube, die Probleme Afrikas werden schlimmer und sind durch Emigration wie auch durch Immigration nicht lösbar. In Nigeria kann man den Zuwachs der Bevölkerung leicht hochrechnen. Flucht aus wirtschaftlichen Gründen- was ich verstehe – ist nicht die Lösung. Besser ist es für die Betroffenen, das Geld nicht in Schlepper, Fluchtkosten udgl zu stecken, sondern daheim Vorort zu investieren.

Die Meisten verlassen ihr Land ja aus wirtschaftlichen Gründen. Sie haben eine falsche Vorstellung. Jene, dass jeder kommen darf – das geht einfach nicht. Es ist zBsp eine langfristig bessere Lösung ist in die Ausbildung dieser Menschen zu investieren. Wir müssen die Grenzen schließen. Es ist schwierig, Lösungen zu finden und umzusetzen. Zum Beispiel war es eine große Blödheit, Gaddafi zu stürzen. Immigration hat immer einen Multiplikationsfaktor. Weil es nun mal so ist, dass die Männer, welche die „Pfadfinder“ darstellen, immer ihre Frauen und Familien nachholen. Das ist ein uraltes Prinzip!“

„Und warum gehen diese nicht mit unseren Frauen eine Verbindung ein?“ möchte ich nun wissen.

Antwort: „Geh, selbst bei uns am Land ziehen die Frauen in die Stadt und die Männer von Land finden oft keine Frau mehr. Da wird also kaum eine Frau mit einem Immigranten eine Beziehung eingehen.“ -

„da könnte was dran sein“ denke ich und höre weiter von:

„Zwischenlagern im Norden Afrikas sind nicht zielführend und dass die Menschen ihre Heimat zurückgebracht werden sollten. Ich höre davon, dass ja eher die „Aktiveren“ – im Sinne von vitalen, jungen Männern, wo die Familien ausreichend Geld haben, um die „Flucht“ zu ermöglichen – sich doch besser daheim einbringen sollten. Ich höre von „Braintrain“ und dass es verständlich ist, dass Viele zu uns nach Europa kommen möchten. Ich höre rechnerische Beispiele ob der Bevölkerungsexplosion, zumal die Menschen in Afrika, gleich wie wir, steigende Lebenserwartungen haben.

Herr Doktor Donninger meinte allerdings, dass er sich mit dieser Thematik beschäftige und meine, dass die Immigration rückläufig sei und Afrika wirtschaftlich aufhole. Er sei dahingehend wohl nicht ganz so optimistisch, meinte er letztlich doch. Ein Offenhalten der Grenzen funktioniere keinesfalls. Allerdings sei es schon so, dass wir „Weißen“ Afrika viel nahmen und jeder für sich bzw. als Familie einen Ausgleich hierfür tätigen könne. So wie eben er und seine Frau das Ruanda-Projekt unterstützen.

„Fromm und heilig reden ist oft eine Maske. Nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten werdet ihr sie erkennen…“ höre ich. Von einem Atheist. Dem ist wohl nichts mehr hinzufügen.

Außer: ich würde mir wünschen, jeder Atheist, trüge so viel Christ-Sein in sich. Da würde wohl so mancher Katholik ein bisserl darüber nachdenken dürfen. Keine große Aufgabe. Wirklich nicht. Zumindest keine mathematische…..

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