Es war in den 1920er Jahren, eine Frau aus meiner Familie war Köchin bei verschiedenen Dienstgebern. Zuletzt war sie bei einem geizigen Bauern in Taufkirchen. Der Mann war ein alter Herr und Hagestolz, er lebte unverheiratet mit seiner ebenfalls unverheirateten Schwerster und einigen Dienstboten auf einem stolzen Bauernhof.

Seinen Knechten und Mägden gab er nur wenig Fleisch. Seine Köchin musste andauernd mit ihm streiten, damit er die Eier zum Kochen und den Speck herausrückt.

Im Herbst wurde eine Gans geschlachtet, er meinte, ob das Gansl wohl reicht. „Na ja – meinte die Köchin, wenn ich etwas mehr Semmel-Fülle hineinschiebe, wird sie schon für alle reichen.“ Nein-Nein“, sagte der Bauer, „das Gansl ist für mich und meine Schwester“. Die Dienstboten bekamen nichts davon.

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Nächsten Sommer war die Getreideernte. Der Weizen war geschnitten und auf Kornmandl zusammengestellt. Diese wurden umgelegt, um die Weizengarben in die Scheune einzubringen. Ein Kornmandl wurde übersehen und blieb stehen. Da bekam der Bauer einen Wutanfall.

Die Köchin sagte zu ihm: „Das Kornmandl ist ein Zeichen, so wie das Kornmandl alleine auf dem Acker steht, so wirst du auch bald alleine da_stehen!“ Sie kündigte bei dem Bauern, um zu heiraten.

Wieder ein Jahr später starb der Bauer. Möglicherweise hat er sich am geselchten Fleisch und an den Gansln überfressen.

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