Irgendwie kam ich mir heute mit meinen Eltern in die Haare. Ja, gleich eine passende Redewendung zum Beginn des Beitrags... So wird das sicher "Thema des Tages". :)

Wie fing das Theater an? Wir waren beim Griechen. Am Tisch hinter uns (also von uns bis zu denen war ca. 20 m Abstand) saß eine Familie, wo der Sohn eine Arnautovic-Frisur hatte. Mutter meinte, dass das ja so furchtbar aussieht und wie man sich so etwas machen lassen kann usw. Ich drehte mich um und sah dann den "Marko". Im selben Moment erwiderte ich: "Wos is dron schlimm? A Marko hoid...". Sie wusste anfangs nicht, dass ich Marko Arnautovic meine. Scherzhalber ergänzte ich dann: "Do is jo mei 12 mm Schnitt dagegen hormlos". Weil sie den ja so gerne mag. ;)

Meine Matte erdrückt mich wieder einmal. Wäre höchste Zeit zum "Abnehmen". Bald werde ich das auch machen. Ich spüre außerdem, dass die Kopfhaut wieder etwas öfter juckt. Mutter meinte nur, dass mir das ja nicht passt, da ich ja größer gebaut bin. Der Arzt sei ja so klein, dem stehe diese Frisur. Doch wenn er mir sagt, dass das für meine Kopfhaut nur von Vorteil ist - warum soll ich das dann nicht machen? Wäre ja genauso, wie wenn er mir ein bestimmtes Granulat verschreibt und ich mich weigere, das Zeug zu schlucken. Also was ist das Problem, wenn ich diesen ärztlichen Haarschnitt-Rat annehme?

Jedenfalls kamen dann so Aussagen wie "losst da eh nix sogn". Und ich habe dann entgegnet, dass ich das sehr wohl machen darf, wenn ich mich damit wohl fühle. Bzw. es mich herzlich wenig juckt, was andere darüber denken. Immerhin ist das wegen meines chronischen Kopfhautekzems genau genommen sogar medizinisch notwendig. Aber diese Argumentation zählt ja nicht...

Ich sagte dann, dass ich diese Vorurteile satt habe. Wenn mich jemand wegen einer 12 mm langen Haarpracht schubladisiert, dann weiß ich es auch nicht mehr. Genauso ein Blödsinn ist die Tatsache, dass fast nur Proleten rauchen. Ich kenne z.B. ein paar Akademiker, die genauso zur Zigarette greifen. Somit kann man über den Nikotinkonsum noch lange nicht aussagen, wer primitiv ist und wer nicht.

Dann hieß es, dass ich mich ja auch gleich tätowieren lassen kann usw. Vater ergänzte dann, dass ich halt wissen muss, dass wir dann irgendwann mit so einem Mann nichts mehr zu tun haben wollen. Dann hätte ich schon fast "ok, tschüss" gesagt und wäre aufgestanden. Doch es kam von ihm noch eine Ergänzung zu den Vorurteilen.

Wenn ich mich wo bewerbe, werde ich womöglich nur wegen meiner Frisur nicht genommen. Erstens wachsen die Haare stets nach und zweitens bin ich mit 12 mm Haarpracht noch weit von einer Glatze entfernt. Was würde ich machen, wenn mir die Haare aus irgendeinem Grund ausfallen und ich stets glatzköpfig wäre? Müsste ich mir dann für jedes Bewerbungsgespräch eine neue künstliche Haarverlängerung anfertigen oder was?

Ich verstehe die Aufregung nicht. Da kann ich ja genau so darüber streiten, warum Buch X im Regal so und nicht anders steht. Oder warum neben ihm Buch Y und nicht Buch Z platziert wurde.

Wollte das nur einmal gesagt haben. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erlebnisse? Wenn @Silvia Jelincic beim nächsten FUF-Treffen mit Glatze erscheinen sollte, würde ich mich natürlich auch wundern. Wäre extrem ungewöhnlich - letztendlich aber ihre Sache und Entscheidung. Ich würde mich deshalb nicht von FUF löschen, nur weil die Chefin glatzköpfig ist.

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irmi

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