Diesen Aufruf habe ich in meinem Postfach gefunden, und ich kann nur sagen: „Herzlichen Dank für den Hinweis, aber das wird nicht passieren!“ Never ever!

Kurzer Hinweis am Rande: Community bedeutet Gemeinschaft, und als Volksdeutscher werde ich künftig das deutsche Wort verwenden.

Wir hatten, liebe FuF-Redaktion, einmal eine Diskussion darüber, ob man jemanden als Hetzer bezeichnen darf oder ob das bereits eine Beleidigung darstellt. Mir wurde damals sogar eine Sperre angedroht, falls ich damit weitermachen würde. Tatsächlich darf man Menschen Hetzer nennen, wenn man dies begründet und in einen nachvollziehbaren Kontext stellt.

Was man hingegen nicht darf, ist jemanden ohne jeden Kontext als „Naziratte“ zu bezeichnen. Passiert ist nach der Meldung jedoch nichts. Trotz Hinweis rennt der betreffende Nutzer weiterhin fröhlich durchs Forum und lässt seiner Wut auf die bösen Linken freien Lauf.

Jemanden als „hässliche Gesichtsbaracke“ zu bezeichnen und zu behaupten, die Person schreibe hier nur Unsinn, weil sie keinen Sexualpartner mehr finde (unterfickt), ist nicht einmal mehr strafrechtlich grenzwertig, sondern bewegt sich weit außerhalb jeder vernünftigen Debatte. Trotz Meldung rennt derselbe Nutzer weiterhin durchs Forum und haut weitere Beleidigungen raus. Der betreffende Kommentar steht noch immer irgendwo hier.

Was man ebenfalls nicht darf, ist öffentlich darüber zu fantasieren, ob man Linke nicht am besten mit Unkrautvernichter beseitigen sollte. Trotz Meldung ist nichts passiert. Auch der zugehörige Blog hat nichts bewirkt. Warum auch? Ist ja alles Teil der Gemeinschaft. Alles ganz normal. Alles Meinungsfreiheit. Alles interessante Themen, über die man diskutieren kann. Das ist dann ein Ritterschlag für den User, er sieht, sein Verhalten hat keine Konsequenzen.

Das ist keine Meinungsfreiheit. Wer zu Gewalt gegen politische Gegner aufruft oder diese verherrlicht, überschreitet eine Grenze.

Dazu kommen Fantasien einer neuen Rechten, die in Europa wieder Todesstreifen einführt und „diese Polit-Kriegstreiber“ wegräumt. Und im Kern steht dabei immer dieselbe Aussage: Menschen sollen wegen ihrer Meinung verschwinden.

Das sind Vorstellungen, die in Eurer Gemeinschaft offenbar Platz finden, während man gleichzeitig ständig von Meinungsfreiheit spricht.

ChatGPT

Im gleichen Blog liest man weiter:

„... wünscht man sich nur noch, dass all diese manipulativen Monster für immer aus der Welt verschwinden.“

Wow. Da weiß also jemand ganz genau, wer die Guten und wer die Bösen sind. Alles Manipulation, alles Monster. Man selbst besitzt die Wahrheit. Und die angeblichen Monster sollen verschwinden. Das in einem Forum das sich der Meinungsfreiheit verpflichtet fühlt.

Andere Meinungen existieren in diesem Weltbild nicht mehr. Statt Auseinandersetzung bleibt nur noch die Vorstellung, politische Gegner aus der Welt schaffen zu müssen. Und DAS ist Eure Gemeinschaft die ich nicht beleidigen soll.

Hier vergeht kein Tag ohne solche Fantasien. Kein Tag ohne Beleidigungen. Kein einziger Tag. Ein Teil der Nutzer, die anscheinend nicht Teil dieser Gemeinschaft sind, erlebt das täglich.

Hinzu kommen die ständigen Nazizuschreibungen gegenüber Linken. Da wird der Christopher Street Day, auf dem Menschen unter anderem gegen Diskriminierung demonstrieren, zu einem Naziaufmarsch umgedeutet. Nein, das ist kein besonders intelligenter Debattenbeitrag.

Natürlich kann man über Probleme rund um den CSD diskutieren. Aber wer ihn pauschal mit Naziaufmärschen gleichsetzt, grenzt Menschen aus und signalisiert ihnen, dass sie hier eigentlich nicht erwünscht sind.

Diesen Unsinn dann jedes mal zum Tagesthema zu machen, ist keine Förderung von Meinungsfreiheit, sondern eine Aussage darüber, welche Stimmen man hier offenbar gerne hört und welche eher nicht. Teilnehmer des CSD gehören eher nicht dazu.

Hinzu kommen die Beleidigungen gegen Politiker. Dazu zähle ich auch Begriffe wie „SSiegmund“, aber auch das permanente Herabwürdigen von Biden, Selenskyj und vielen anderen. Politiker werden nicht mehr als Menschen mit Positionen wahrgenommen. Sie werden zu Verbrechern, Lumpen, Nazis, Linksextremen oder sonstigen Feindbildern erklärt.

Es gibt keine erkennbare Moderation. Es gibt nichts, das diese zunehmend von Wut, Feindbildern und Gewaltfantasien geprägte "Gemeinschaft" in vernünftige Bahnen lenkt.

In seinem Buch „Erziehung zur Grausamkeit“ beschreibt Robert Misik, wie die Gefühlspolitik der extremen Rechten auf Anhänger wirken kann, wie sie Menschen emotionalisiert, radikalisiert und Hemmschwellen abbaut.

Wenn Ttovic schreibt:

„Was die Leute hier auf FuF vom Stapel lassen, ist absolut geisteskrank, und es lässt mich mal wieder hinterfragen: Was zum Teufel mache ich hier eigentlich? Ich will eigentlich nicht in einem Topf mit diesen Menschen sitzen. Weil es keine Frage ist, ob irgendwann einer dieser Wonneproppen durchdreht, sondern wann. Irgendwann wird einer der SuperFuFies etwas machen, das es in die Nachrichten schafft. Das ist doch jedem klar, oder?“

dann geht seine Wahrnehmung in dieselbe Richtung.

Jeder, der nicht zu Eurer Gemeinschaft gehört, merkt, was hier passiert. Er merkt, wie hemmungslos Gewaltfantasien formuliert werden. Er merkt, wie aggressiv und feindselig der Ton geworden ist.

Artikel 21 des Grundgesetzes sagt:

„Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.“

Da stellt sich durchaus die Frage, was es über ein Forum aussagt, wenn dort solche Töne zum Alltag werden. Steht FuF noch auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung?

Der AfD-Politiker Matthias Helferich bezeichnete die AfD einmal als „das freundliche Gesicht des Nationalsozialismus“. Ob man dieser Aussage zustimmt oder nicht, eines steht fest, so freundlich wirkt das Gesicht Eurer Gemeinschaft jedenfalls nicht.

Deshalb lasse ich es mir auch nicht nehmen, diese Gemeinschaft zu kritisieren.

Zur Erinnerung: Einer der Autoren fantasierte von Todesstreifen und schrieb davon, dass „all diese manipulativen Monster für immer aus der Welt verschwinden“ sollten.

Wenn sich dieselben Leute anschließend in Kommentaren über mich als "jene Idioten, die du gesperrt hast" lustig machen, und sich dann darüber beschweren "soforgt einen Gegenblog [zu] fabrizieren", erlaube ich mir das zu kommentieren.

Wenn diese sich über Meinungsfreiheit unterhalten und darüber klagen, dass Sperren angeblich gegen die Meinungsfreiheit verstoßen würden, dann erlaube ich mir, diese Widersprüche zu benennen. Denn offenbar wird nicht verstanden, dass Meinungsfreiheit etwas anderes ist als ein Anspruch darauf, überall und jederzeit unwidersprochen auftreten zu können. Während man das gleiche Recht den anderen verbietet.

Diese Diskussion zeigt aber vor allem eines:

Menschen, die andere Meinungen haben sind kaum noch zu ertragen.

Gegenargumente sind persönliche Angriffe.

Dass Andersdenkende lieber ausgrenzt werden als sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Und auch hier im Forum sollte man lieber mit der Beseitigung unliebsamer Meinungen anfangen.

Und ich werde solche Vorgänge auch weiterhin thematisieren. Vor allem weil es keine Beleidigungen sind! Denn bemerkenswerterweise reagiert Ihr auf Gegenblogs, aber oftmals nicht auf die ursprünglichen Entgleisungen.

Das sendet ein fragwürdiges Signal: Macht nur weiter, Konsequenzen sind ohnehin nicht zu erwarten. Und NEIN, liebes FuF-Team, ich beleidige niemanden, wenn ich aufzeige, welche Kultur hier entstanden ist. Ich beschreibe lediglich, dass es Menschen gibt, die hier täglich beleidigt, verhöhnt und ausgegrenzt werden. Ich zeige die Diskussionskultur auf, wie in diesem Blog ja auch, wo schon in der Überschrift für den ukrainischen Präsidenten das Wort Arschloch erscheint (auch eine Beleidigung).

Und ich halte es für einen Teil meiner Meinungsfreiheit, auf diese Zustände öffentlich hinzuweisen. Ihr wollt keinen Bloggerkrieg? Verstehe ich, nur existiert der Konflikt doch längst. Jeden Tag. In fast jedem Blog!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Problem zu lösen:

1. Das Forum schließen.

2. Endlich konsequent moderieren und Dauerbeleidiger sowie Trolle sanktionieren.

3. Alle Sperren und Moderationsmöglichkeiten abschaffen und das Forum vollständig im Chaos versinken lassen. Survival of the fittest. Ich bin mit bei den fittest.

4. Mich hinauswerfen. Das wäre vermutlich die Lösung, die Eurer Gemeinschaft am lautesten beklatschen würden.

Aber denkt daran: Neben Eurer Gemeinschaft gibt es auch andere Nutzer. Nutzer wie @berridraun, @Ttavoc, @stefan251, @tantejo, @Carrhae und viele weitere. Diese gehören halt eher nicht zu Eurer Gemeinschaft.

Und was mit Jugendlichen passiert, die hier hineinrutschen, möchte ich mir ehrlich gesagt gar nicht ausmalen. Vielleicht solltet Ihr auch über eine Altersbeschränkung nachdenken.

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