Ist die Käferapokalypse ausgebrochen?

Ich habe eine schöne Phoenixpalme, die im Sommer draußen steht und im Winter geschützt im Wintergarten. Der Palme geht es seit Monaten nicht gut, ihre Blätter (Wedeln) werden gelb und vertrocknen.

Die Phoenix ist recht anspruchslos und wird auf den Kanarischen Inseln bis zu zwanzig Meter hoch, in unseren heimischen Zimmern höchstens einen Meter, sagt man. Meine ist etwas höher, ungefähr eineinhalb Meter - Palmen wachsen langsam.

Kürzlich habe ich mich endlich zur Wurzelkontrolle aufgerafft, habe die Palme aus ihrem Topf geholt, seitlich gelegt und sofort sah ich die Katastrophe: In ihrem Wurzelwerk befanden sich an die vierzig Engerlinge! Ich zählte sie flüchtig und mich traf fast der Schlag! Wie kamen so viele Engerlinge in einen einzigen Pflanzentopf, der die Hälfte des Jahres gar nicht draußen steht? Ein, zwei oder drei Engerlinge ist man eventuell gewohnt, aber derart viele! Die Käfer mussten von Sinnen sein! Das können alle möglichen Käfer sein: Maikäfer, Junikäfer, Rosenkäfer, Gartenlaubkäfer etc. Ein pflanzenkundiger Mensch kann die Käfer anhand der Larven, ihrer Größe und Fortbewegung unterscheiden. Die Rosenkäferlarve robbt auf dem Rücken dahin, die Füßchen in der Luft:

Die Palme bekam einen neuen Topf und nach einem handwarmen Wurzelbad auch neue Erde. Ich hoffe, sie erfängt sich wieder!

Was ich mit den Engerlingen machen werde, weiß ich noch nicht. Etliche Larven stehen unter gesetzlichem Schutz. Das muss ich mir noch ansehen. Ich könnte die Larven den Vögeln schenken, für die diese fleischigen Körper ein Luxusschmaus sind. Ich könnte auch warten, welche Käfer schlüpfen. Der schöne Rosenkäfer gilt nicht als Schädling, obwohl er die Rosen anknabbert.

Während die Larven von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer als Schädlinge gelten, sind die Larven der Rosen- und Nashornkäfer Nützlinge, die sehr wertvoll in Komposthaufen und darüber hinaus gemäß Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützte“ Arten sind.[1] Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es danach verboten, „sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören“. Außerdem dürfen ihre „Fortpflanzungs- oder Ruhestätten“ nicht beschädigt oder zerstört werden; es ist außerdem verboten, sie zu kaufen, zu verkaufen oder in Besitz zu nehmen. (Wiki)

https://de.wikipedia.org/wiki/Engerling

Normal ist eine solche Anhäufung von Engerlingen nicht. Die Natur schlägt Saltos, vielleicht um sich zu schützen?

Es gibt noch hundertfache, tausendfache Steigerungen, hier zum Beispiel:

Klimawandel hin oder her, das Wetter schlägt Kapriolen und das spürt nicht nur der Mensch. Der Mensch kann sich schützen, Flora und Fauna können das nicht. Sie müssen sich anpassen lernen. Dieser Lernprozess führt zu den kuriosesten Erscheinungen. Einer meiner Rittersterne (Amaryllis) blühte jetzt im Mai anstatt zu Weihnachten. Er hat die Zeit einfach vergessen. ;)

https://pixabay.com/de/photos/palmenfrucht-palmsamen-dattelpalme-73823/

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berridraun

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Persephone

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G. Szekatsch

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