Pflege erleichtern, nicht Anträge vermehren

Pflegekosten sollen ab 2027 früher die monatliche Lohnsteuer senken können. Das erleichtert möglicherweise die Vorfinanzierung. Aber der Entwurf (https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/ME/148) schafft keine neue Pflegefinanzierung. Wer kaum oder keine Einkommensteuer zahlt, gewinnt durch einen Freibetrag wenig oder nichts.

Mir geht das zu wenig weit. Angehörigenpflege muss finanziell und organisatorisch attraktiver werden. Nicht durch den nächsten Fördertopf samt Antrag, sondern durch einfachere Regeln und mehr Freiheit.

Das CFU-Programm (https://christlich-freisinnige-union.at/anliegen/) enthält dafür konkrete Ansätze: eine erweiterte antragslose, monatlich automatisierte Arbeitnehmerveranlagung, mehr Wahlfreiheit zwischen Selbstständigkeit, freiem Dienstvertrag und Anstellung sowie einfachere Möglichkeiten für Ärzte, Pflegepersonal zu beschäftigen. Vorgeschlagen wird auch ein automatisches Pensionsbeitragssplitting zwischen Ehepartnern während Betreuungsjahren.

Daraus leite ich meine Forderung ab: Entlastungen für Angehörigenpflege sollen ohne zusätzlichen Förderantrag wirksam werden. Rechtmäßig vorhandene Angaben sollen genutzt werden, statt Familien dieselben Nachweise mehrfach abzuverlangen. Wo Grundlagen oder Zustimmungen fehlen, müssen sie möglichst einfach geregelt werden.

Familien sollen selbst entscheiden können, wie sie Betreuung und professionelle Hilfe verbinden. Der Staat soll das ermöglichen, nicht mit Formularen erschweren.

Weniger Bürokratie heißt nicht, denselben Antrag schneller zu bearbeiten. Es heißt, unnötige Anträge abzuschaffen.

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