Die sog. halbherzige Strukturreform der ÖBB bedingt die Neubesetzung der Vorstandsmitglieder zahlreicher Konzerntöchter. Da bei den beiden Absatzgesellschaften die Reduktion um je einen Vorstandsposten schon eine beschlossene Sache ist, haben sogleich zwei betraute Vorstandsmitglieder das (vorzeitige) Ausscheiden schon bekannt gegeben.

Zwischenzeitlich neu besetzt wurden die beiden neuen Mandate bei der ÖBB Infrastruktur AG. Finanzminister Marterbauer der SPÖ hat hierbei zwei Spione aus seinem Umfeld damit betraut:

Georg Ortner übernimmt ab dem 1. Dezember 2026 die Ressorts Finanzen, Markt und Services und macht somit Silvia Angelo arbeitslos, sofern diese nicht zum früheren Dienstgeber, der Arbeiterkammer zurückkehrt.

Christina Rebernik übernimmt ab dem 1. Jänner 2027 den Bereich Infrastrukturbereitstellung und Netzausbau und folgt auf Judith Engel, die vermutlich einen Schritt zurück macht.

Am 11. September 2026 hat die Pressestelle der ÖBB die Ausschreibung der neuen Holding-Vorstände bekannt gegeben. Es geht um die Nachfolge von Andreas Matthä, der in Pension geht, und um die neu geschaffene Stelle eines COO. Das neue Vorstandsmitglied übernimmt die Aufgabe, den Prozess "Bahn-Produktion" vom Fahrplan bis zur Zugbereitungstellung neu aufzustellen und konzernal zu steuern.

Nachdem zwei langgediente Vorstände im Konzern vor der Arbeitslosigkeit stehen, soll dies mit dem Wechsel in die Holding umgegangen werden. Schon jetzt pfeifen es die Spatzen von den Dächern, daß Frau Silvia Angelo den Konzernchef beerben wird und Herr Johann Pluy als neuer COO betraut werden soll.

Als gelernter Österreicher weiß man, daß an den Gerüchten immer ein Wörtchen Wahrheit ist. Doch was hier erfolgen soll, entspricht dem klassischen Postenschacher in österreichischer Reinkultur. Man kann die Vorgangsweise nach der Verurteilung des ÖVP-Klubobmanns (Causa Finanzamt Braunau) und anderer bekannter Entwicklung im staatsnahen und staatlichen Bereich ohne weiteres als Österreichisches Kulturgut bezeichnen. Mir sind diesbezüglich viele Postenbesetzung bei meinem früheren Arbeitergeber bekannt, indem im Bewerbungsverfahren schon feststand, wer mit der vakanten Stelle betraut wird.

Daß damit nicht immer die besten Köpfe zum Zuge kommen, liegt auf der Hand. Bekanntermaßen haben die Könige stets schwache Kronprinzen für die Nachfolge propagiert. Sollte die Vorstandsbesetzung in der Form eintreten, wie vorhin beschrieben, dürften es allfällig unterlegene Kandidaten leicht haben, die Bestellung zu beeinspruchen.

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