Schweiz: Bei Hirntod soll man automatisch Organspender werden. In Österreich ist man es schon!

In der Schweiz fordert eine Volksinitiative, dass man im Falle des festgestellten Hirntodes automatisch zum Organspender wird, wenn man nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Eine Regelung, die in Österreich bereits umgesetzt ist! Jeder Mensch und somit auch DU, könnte damit zum Ersatzteillager werden. Wie gefällt euch dieser Gedanke? Könnt ihr euch damit anfreunden? Ich finde das schlicht eine Frechheit, man müsste die Bürger ausdrücklich fragen, ob sie das wollen – oder nicht.

Die Pflege von Komapatienten unterscheidet sich kaum von der Pflege jener Menschen, die einen Hirntod erlitten haben und deren Organe für eine Transplantation frei gegeben worden sind. Sprich, bei beiden Gruppen schlägt das Herz, beide sind warm, beide werden gewaschen, hygenisch betreut und bekommen Infusionen, mit beiden spricht man, indem man ihnen erklärt, dass man sie jetzt umlegt und beide Gruppen können Schmerzreaktionen wie Schwitzen, Zucken, Blutdruckanstieg und die Rötung des Gesichts zeigen. Der einzige Unterschied zwischen Komapatienten und für eine Transplantation frei gegebene Hirntote ist, dass man die zweite Gruppe nicht mehr um ihrer selbst willen behandelt, sondern im Interesse DRITTER, nämlich der ORGANEMPFÄNGER. In manchen Spitälern werden Hirntote vor der Organentnahme Schmerz-, und Beruhigungsmittel gegeben, um zu verhindern, dass das Personal verunsichert wird, weil auch Hirntote zu reflexartigen Bewegungen fähig sind.

Kaum jemand bedenkt, dass sich eine Patientenverfügung und ein Organspendeausweis vielfach ausschließen. Wer verfügt, dass er nicht mehr intensivmedizinisch betreut, intubiert, also beatmet werden soll, scheidet als Organspender aus, weil man nur auf der Intensivstation den Hirntod erleiden kann. Kaum ein Organspender denkt daran, dass er als Organspender seinen eigenen Tod verlängert. Es wird Zeit, dass man diesen Themenkreis endlich einer sachlichen öffentlichen Diskussion unterzieht. Und es ist nicht in Ordnung, dass wir nicht gefragt werden, ob wir unsere Organe für Spenden freigeben würden. Aber das ist nichts Neues in unserem Überwachungsstaat.

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lie.bell

lie.bell bewertete diesen Eintrag 18.10.2017 20:34:44

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