Einer der schönsten und aussagekräftigsten Songs der 80iger war für mich "Smalltown Boy" von "Bronski Beat". Es ging um einen Kleinstadtjungen, ach ja, bin ich auch. Ein Kleinstadtjunge, der seine Homosexualität entdeckt und sich mit ihr auseinandersetzt. Dabei aber schlimme Erfahrungen macht, er wurde zusammengeschlagen und von einem Polizisten bei den Eltern angezinkt, die ihn hinterher verstießen, der Vater will ihm beim Abschied nicht einmal mehr die Hand geben.

Es ist ein Song für die Freiheit, man kann es in jeder Silbe hören. Im Vordergrund sexuelle Freiheit, aber für mich steht der Song für Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Demokratie. Jeder kann sagen, tun und denken was er will – solange er sich an die Gesetze hält. Der Staat, Parteien, Andersdenkende oder der Glauben, die Religion, haben da nichts verloren oder gar vorzuschreiben. Ein Song darüber, einander zu achten, egal, wie der andere denkt und "tickt".

Der Traum schien wahrzuwerden, die Mauer fiel. Ich lebe nun in einer Großstadt, aber wo ist hier dieser Drang nach Freiheit geblieben? Freiheit will gelebt werden, sie muss verteidigt werden. Stattdessen erfahre ich hier stetes Übergehen der Wähler, keinen Protest, nur Worthülsen, verlogene Versprechen und Beschimpfungen Andersdenkender, erst gestern las ich auf Facebook bei einem Duisburger Bekannten: "Ich persönlich halte es ja für noch wichtiger, dass AfD-Wähler namentlich registriert werden." Was käme dann also nach der Wahlkontrolle und der Registrierung? Die Haft? Gefangene Großstadt. Gefangenes Land. Why?

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Sorry4u

Sorry4u bewertete diesen Eintrag 20.03.2017 11:44:49

Matt Elger

Matt Elger bewertete diesen Eintrag 19.03.2017 07:51:13

entwirren

entwirren bewertete diesen Eintrag 19.03.2017 07:14:40

Die Tempeltänzerin

Die Tempeltänzerin bewertete diesen Eintrag 18.03.2017 21:19:51

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