Allein aus der häufigen Nutzung so vieler Dating-Plattformen wie Tinder etc. lässt sich schließen, dass die Menschen viel Interesse am Daten haben. Jemanden kennen zu lernen und eventuell daraufhin die Magie des ersten Kusses zu erleben, ist wohl der Grund dafür, warum sich so viele Singles dieses peinliche Hin und Her immer noch antun. Doch leider erblüht selten diese erhoffte Magie und man bleibt eher mit einem hoffnungsvollen, wenn auch ahnenden Gefühl zurück. Und dann wagt man sich doch noch einmal zu Date 3 und Date 4 und denkt sich „ach ja, war ja eigentlich ganz nett“. Irgendwann bei Date 5 oder 6 kommt dann vielleicht noch der Sex dazu und auch der ist dann „ach naja, eigentlich ganz OK“. In diesem Haufen von „eigentlich ganz gut“ kommt dann aber früher oder später der schleichende Abgang, in welchem einer der beiden Datenden merkt, dass „eigentlich“ nicht ausreicht und dieser entfernt sich dann auch „eigentlich ziemlich schnell“. Der Andere, der sich an das „eigentlich“ bereits geklammert hatte, versteht dann die Welt nicht mehr, weil doch „eigentlich alles tutti“ war. So werden diese schleichenden Abgänge für den Letzteren zu einem unangenehmen Szenario, welches denjenigen etwas brandmarkt und mit der Frage „was habe ich falsch gemacht?“, hinterlässt. Doch man hat in dem Moment nichts falsch gemacht. Es hat nun mal einfach nicht wirklich gepasst.

Dass nicht jeder zu einem Date geht, um dort die Beziehung für’s Leben zu finden, ist fast jedem klar. Dennoch lassen sich viele von ihrer Hoffnung und ihrem Wunsch täuschen und glauben an die tugendhaften Absichten des Gegenübers. Hinzuzufügen ist noch, dass man auch oft einfach nicht auf der selben Wellenlänge schwingt und das dann der Grund für das Distanzieren ist. Die Enttäuschung, wenn man diese Wendung zum Aus erlebt ist oft gar nicht so klein, wie man denken würde. Man sieht sie als etwas nicht Nachvollziehbares an und glaubt, dass irgendwo ein Fehler vorliegen muss, der diese erst hervorgerufen hat. Doch oft gibt es diesen einfach gar nicht. Es ist nun mal nicht so, dass man jeden, den man mal kennengelernt oder gedatet hat, auch lieben kann und das ist auch gut so. Man sollte auch nicht an einer eventuellen Romanze arbeiten müssen, bevor sie überhaupt angefangen hat. Vielmehr sollte man es im Zweifel auch mal mit einem schleichenden Abgang versuchen. Denn man ist dem Anderen eigentlich keine Erklärung schuldig, warum es denn nicht passt. In der kurzen Zeit des Datens ist es vielleicht sogar unangebracht groß Erklärungen anzustellen, was genau an dem Zwischenmenschlichen nicht wirklich klappt. Zudem muss man ja allein an den vielen „eigentlich“’s merken, dass es wohl eigentlich doch nicht so das Wahre sein kann.

Das soll jetzt kein Appell sein, jede Bekanntschaft sofort fallen zu lassen, allerdings sollte man weniger erzwingen oder versuchen und bei „eigentlich netten Bekanntschaften“ auch mal konsequent durchgreifen. Denn irgendwo rufen auch die verhältnismäßig unnötigen Begegnungen Selbstzweifel und Irritationen hervor, obwohl sie diesen Stellenwert eigentlich gar nicht verdient haben.

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sisterect

sisterect bewertete diesen Eintrag 30.11.2017 18:31:34

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