Offener Brief an die taz über Tommy Robinson Artikel

Sehr geehrtes taz-Team

Ich respektiere Ihre Meinung und bin ein absoluter Befürworter der Rede- und Pressefreiheit. Was aber nicht akzeptabel ist, sind Verleumdungen und Rufmord gegen Personen, die von Ihrer Meinung abweichen. Die Überschrift, die Sie in einem Artikel verwendeten, war genau diese Art von Verleumdung. Sie schrieben über Tommy Robinson „Verfahren gegen britischen Neonazi: Hooligan auf freiem Fuß“. Sehen wir davon ab, dass Tommy Robinson NIE ein Neonazi war, kann man Hooligan in die Umgangssprache mit Schläger übersetzen, was dann in dieser Überschrift implizit bedeuten soll, dass er aufgrund von schwerer Körperverletzung im Knast saß, die darüber hinaus auch noch nationalistisch chauvinistisch motiviert war. Dieses ist nicht der Fall, wird aber im weiteren Artikel nicht entkräftet. Der Eindruck der Überschrift soll bleiben. Um es für ein niedrigeres Niveau, dass ich nicht unbedingt bei der taz erwarte, zu erklären: Wenn ich schreibe, „der Steuerhinterzieher“ oder der „G7 Demonstrant auf freiem Fuß“, wird doch jeder die Inhaftierung mit dem von mir vergebenen Titel in Verbindung bringen. Die Gegenargumentation, die ich mir jetzt für Ihr Team ausgedacht habe, bevor es ein sich-nicht-selbst-prüfender taz Aktivist tut: Nein! „Tennisspieler auf freiem Fuß“, oder „Schlagersänger auf freiem Fuß“ ist nicht das Gleiche, da keiner ernsthaft den ersten Gedanken hat, dass jemand wegen Tennis oder Schlager inhaftiert wird. Man wird den Artikel lesen oder nicht und das Gesagte müsste dann auch nicht entkräftet werden, da es nie diese Annahme gab.

Sie können von jedem halten was Sie wollen. Was Sie jedoch machen, ist solche eindeutig verleumderischen „Halbwahrheiten“ in die Welt setzten, in der Hoffnung, dass man die gewollte Lüge als journalistischen Fakt unterbringen kann, aber sich zugleich haarscharf an der juristischen Definition der Lüge vorbei mogelt.

Sie schreiben „Weltweit klatschen Nazis Beifall

Jedoch sind seine Anhänger weltweit, wie in England, Menschen aller Schichten und Ethnien, so wie, Juden, Ex- Muslime und Menschen aus der Arbeiterklasse, die keine Lobby hatten als das mit Rotherham passierte. Menschen, die es schätzen, dass er Dinge ans Licht bringt, über die sich andere wegen Rassismus-Vorwürfen nicht trauen zu reden. Zu den Leuten an seiner Seite gehören Gad Saad (Libanon/Kanada),Ayaan Hirsi Ali aus (Somalia/Niederlande) Imad Karim (Libanon/Deutschland) und viele mehr, die so was von gar nichts mit Nazi zu tun haben. Wie wollen Sie ihr Bild des ausschließlichen Nazis beibehalten.

Tommy Robinson hat den Nationalismus immer abgelehnt(10:15) und sich für eine multikulturelle Gesellschaft ausgesprochen, jedoch in der Ideologie des Islams das Problem gesehen. Ja, er hat die EDL gegründet und gesagt, wenn in Städten wie seiner Heimatstadt Luton nichts gegen den radikalen Islam getan wird, dann solche Monster wie Breivik entstehen. Diese zwei Punkte sind die, die man dann aus dem Kontext reißt, weil man sonst nichts hat.

Und nun das, was der Artikel ausklammert

Tommy Robinson berichtete über die „Grooming Gang Skandale“(so nennt man verniedlicht in der britischen Presse die Massen an Vergewaltigungen, die von Pakistanis verübt werden), bevor es die Presse tat und wurde deswegen als Rassist beschimpft. In Rotherham waren es 1400, Rochdale, Oxford, Telford jeweils 1000, Newcastle 700 Opfer von „Grooming“. Das war möglich, weil die Polizei Angst vor Rassismusvorwürfen hatte, da es ja bestimmte Medien gibt, die das Ansprechen dieser Themen unmöglich machen und Menschen, die was dagegen tun wollen, gesellschaftlich dem Erdboden gleichmachen. So überließ die Polizei die Opfer sich selbst. Tommy Robinsons Cousine wurde von pakistanischen Gangs vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. (Alles mit Quellen in meinem Blog hier nachzulesen.)

Er erhielt am 22.05.17 eine Haftstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Er hatte über einen neuen Grooming-Gang Skandal berichtet und die Gang-Mitglieder als Vergewaltiger betitelt, was sie im Nachhinein laut Gericht auch waren. Am 25.05.18 filmte er vor dem Gericht in Leeds und wurde wegen Störung des öffentlichen Friedens festgenommen.

Seine Bewährung wurde ausgesetzt und er wurde ohne Verhandlung am gleichen Tag festgenommen.

Um das, worum es geht zu schreiben, müssen Sie es so verschachteln: „Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley Lennon heißt, war im Mai diesen Jahres von einem Gericht im nordenglischen Leeds zu 13 Monaten Haft verurteilt worden, weil er während eines Verfahrens gegen muslimische Einwanderer wegen Kindesmissbrauchs die Angeklagten gefilmt und das Video ins Internet gestellt hatte.“

Ich bin mir durchaus bewusst, dass diese Methode nicht nur von der taz angewendet wird. Es passiert jedem ungewollt, dass man sich der falschen Methoden seiner Opposition bedient und sich auch noch im Recht fühlt, dann vielleicht noch eins drauf setzt und wenn niemand da ist, der einen zurück pfeift, komplett das Unrechtsbewusstsein verliert „If you live with apes man, it's hard to be clean“( Marilyn Manson- Beautiful People). Es ist Beispielsweise wie bei einem Fußballspieler, der sein Foul- und Schwalben-Spiel perfektioniert hat, weil er weiß, dass es keinen Spieler weltweit gibt, der nicht am Trikot gezogen hat. Dieser fiktive Spieler heult jetzt, weil es auf Grund neuer Technik möglich ist, in Zeitlupe aus 12 Perspektiven festzustellen, dass er scheiße und unfair spielt. Diesem Spieler ist es auf Grund seines Charakters oder seiner geistigen Fähigkeit nicht möglich, sich selbst zu hinterfragen und zu merken, dass die alte Methode nicht mehr funktioniert und er beginnt die Welt verantwortlich zu machen und er kämpft dafür, dass Technik, die der Wahrheitsfindung dienen soll, nicht eingesetzt wird, da es den Fußball(Das Spiel, nicht den Ball) zerstört. Worauf ich hinaus will? Die Welt hat sich verändert. Wir sind immer nur einen Mausklick von der Gegendarstellung entfernt.

Ich kann dieses Vorpreschen und den Aktivismus ein Stück weit verstehen, das Problem ist nur, Sie schreiben nicht nur für Klicks und Auflage, sondern über Menschen, die Sie mit Ihrer Verleumdung bewusst in Gefahr bringen. Ayaan Hirsi Ali, Gad Saad, Avi Yemini und ich sind keine Nazis. Wir sind nur einer anderen Meinung, als die taz, was die Bedrohung des Islams angeht. Zumal einige der genannten auch kompetenter als die taz in diesem Thema sind

Der Grund für Tommy Robinsons Verleumdung

Sie plädieren darauf, dass Ihre Leser sich nie ein Tommy Robinson Interview angucken und Ihr Artikel der Erste und Letzte ist, den sie über Tommy lesen. Hätte ich Ihren Artikel gelesen, ohne die „Grooming Gang“ Skandale und Tommy Robinsons Geschichte zu kennen, würde ich ihn für einen Nazi halten, der einen weißen Ethno-Staat erschaffen will und sich mit Migranten prügelt. Seine Anhänger wären für mich ausschließlich Nazis und vielleicht würde mein Leben dann so funktionieren und ich wäre auf Ihrer Seite für das „Gute“ und würde vielleicht zum Schutz vor Nazis, Gewalt und harte Maßnahmen in Betracht ziehen, wie es die Antifa tut. Ich würde auch mit Ihnen gegen das, was sie mir als böse präsentieren, kämpfen und es gäbe kaum eine Möglichkeit, mich von etwas anderem zu überzeugen. Aber so weit kommt es nicht, denn ich bin nur einen Mausklick von der Gegendarstellung entfernt! Und die Dinge zeichnen sich ganz anders ab.

Tommy Robinson hat sich einige Feinde bei pakistanischen Clans gemacht, die ihn am liebsten tot sehen würden. Die Medien fühlen sich mit Recht, von ihm vorgeführt und die Politik weiß, dass sie immer mehr an Macht verliert, wenn ihre Unfähigkeit, mit pakistanischen Clans umzugehen, ans Licht kommt. Sie haben regelrecht Angst vor der Bevölkerung, die ihren Unmut mit Brexit und UKIP Ausdruck verleiht und die politische Elite langsam entmachtet. Die taz und andere eher links-politische Blätter, springen unreflektiert auf den Zug auf, weil ihnen schon die Anschuldigung als Schuldspruch reicht und es ihre Daseinsberechtigung als Linke sichert. Das einzige, was da noch strategisch hilft, ist immer und immer wieder zu erwähnen, dass es sich bei Tommy Robinson um einen „Far-Right“ „Right-extremist“ „Nazi“(so weit ist nur die taz gegangen) handelt um über Schlagworte allmählich eine objektive Betrachtung für jeden unmöglich zu machen.

Ich habe hier ein Zitat eines verachtenswerten Mannes, dass perfekt zu den Praktiken dieser Journalisten passt:

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag“

Also Ihr müsst es nur oft wiederholen und die Claim wird nicht mehr hinterfragt. Na, eine Idee von wem es ist?

Eine grundsätzliche Sache, die mir bei einer Unterhaltungen mit einer linken Journalistin einer anderen Zeitung aufgefallen ist, ist, dass sich kaum jemand aus diesem politischen Spektrum mit den Ex-Muslimen und Kritikern des Islams, wie Hamed Abdel Samad, Ayaan Hirsi Ali, Sabatina James, Imad Karim, Imam Tawhidi, Shazia Hobbs, Laleh beschäftigt hat. Weder die Namen kennt, noch Interviews über deren Leben unter dem Islam, geschweige denn mal Bücher von ihnen gelesen hat. Auch mit den Befürwortern des radikalen Islams, wie Abu Nagie, Anjem Choudary (auch aus Luton wie Tommy), Abu Hamza, setzen sich viele nicht ausseinander. Worauf beruht dann diese feste Meinung, die kein Fundament hat, aber für die man Leute denunziert, verleumdet und gegen die man protestiert. Es ist in Ordnung, wenn einen das nicht interessiert, aber dann muss man nicht mitdiskutieren.

Mein Appell

Es ist eher eine Bitte und ein Appell auf die Vernunft und gegen die Spaltung, die ich in solchen Artikeln wie Ihrem sehe. Streicht alles mit „Neonazi“, „Hooligan“ und „Rechtsextrem“. Macht eine vernünftige Überschrift und schreibt kritisch über Tommy Robinson ohne diese Schwachsinns-Kampfbegriffe. Ladet es dann neu hoch. Entschuldigt euch bei allen Leuten, die Ihr fälschlicherweise als „Neonazis“ beschimpft habt und vor allem beim Islamkritiker Tommy Robinson (Steven Yaxley Lennon). Natürlich kommt euch meine Bitte lächerlich vor, aber ihr wisst gar nicht, wie viel Respekt ihr dadurch kriegen würdet und wie viel näher Ihr dann wieder am seriösen Journalismus wäret. Und den Respekt braucht ihr vielleicht. Ihre Leser werden älter, klüger und sind auch nur einen Mausklick von der Gegendarstellung entfernt.

Ich werde diesen Brief veröffentlichen und würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Hochachtungsvoll

Sophie Troll

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