Als ich noch der Waldbauernbub war, war ich mit meinen Eltern an der Grenze zur Tschechoslowakei. Ich stand im Bayerischen Wald und blickte hinüber in den Böhmerwald, der sich vom Bayerischen Wald nicht sonderlich unterschied, eigentlich gar nicht. Er erschien mir als ein Gebirge, und so war's dann auch.

Zwischen mir und dem Böhmerwald sah ich einen ziemlich bedrohlichen Grenzzaun. Auf dem Gymnasium hörte ich dann später von Kriegen und wiederum Kriegen, die jeweils neue Grenzen nach sich zogen. Im Historischen Weltatlas (der im Grunde ein Atlas von Europa war) sah ich dann, wie diese Kriege innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte die Grenzen veränderten. Vor meinem geistigen Auge sah ich riesige Heerscharen von Bauarbeitern, die beständig unterwegs waren, die jeweils neuen Grenzen mit den entsprechenden Zäunen zu versehen.

Die Tatsache, daß es zwischen Deutschland und Österreich keinen Grenzzaun gab, hat mich übrigens in meiner Meinung nicht erschüttert. Die Grenze bildete hier (zumindest in dem Bereich, den ich aus eigener Anschauung kannte) der Inn. Als Nichtschwimmer (der ich bis heute bin) war mir klar, daß es in diesem Fall keinen Zaun brauchte, das Wasser (schudder, bibber) schien mir Grenzbefestigung genug.

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nzerr

nzerr bewertete diesen Eintrag 19.03.2019 21:35:02

Don Quijote

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