Dieser Kommentar basiert ausschließlich auf Informationen von news.at. Demnach hat sich der Autor Peter Turrini zum Obermoralisten des Landes erhoben – mit einer Moral, die zum Himmel stinkt. Nicht nur wegen seiner Fäkalsprache. Wir können davon ausgehen, dass News das ganze Referat verkürzt wiedergegeben hat. Ich muss jedoch davon ausgehen, dass die News-Zitate die Gedanken von Peter Turrini authentisch wiedergeben:

"Diese Regierung ist politisch fantasielos und frei von Moral. Diese Regierung nimmt den Schwächeren und gibt den Reicheren", sagte Turrini Dienstagabend bei einer Festveranstaltung des SPÖ-Parlamentsklubs im Palais Epstein. Turrini ortete in seiner Rede unter dem Titel "Nachrichten aus Österreich oder Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher, sondern die Arschlöcher" einen "moralischen Umsturz vom Anstand zur Unanständigkeit". (Quelle: news.at)

Das politische Kabarett gehört der Vergangenheit an. Mit dem Kalauer „Ozonloch Arschloch“ wird Herr Peter diese Kultur nicht wiederbeleben. Die moralische Relevanz dieses Vergleiches ist bestenfalls ein Fliegenschiss auf der Fensterscheibe, kaum zu bemerken aber schwer weg zu kriegen. Ungeachtet seiner Inhalte diskreditiert sich Turrini schon mit einem formalen Widerspruch: zunächst postuliert er die Regierung sei „frei von Moral“ und unterstellt im gleichen Atemzug einen „moralischen Umsturz vom Anstand zur Unanständigkeit".

Inhaltlich hat Turrini den „Anstand“ implizit bei der langjährigen Regierungspartei SPÖ verortet und ist damit in die eigene Kacke getreten. Nach MORAL 4.0 könnte heute jeder wissen, dass Anstand ein Synonym für Moral ist. „Anstand“ konnotiert, dass Moral in vielen Fällen nichts anders als Standesdenken ist. Dem Linksintellektuellen ist wohl die Eindeutigkeit seiner Argumentation entgangen: die „anständige“ SPÖ hat mit ihrer Pfründepolitik in den vergangenen dreißig Jahren – seit Vranitzky I - das ehemalige Klassenbewusstsein durch Standesdünkel ersetzt. Um nochmals MORAL 4.0 zu zitieren: es gibt viele Moralen aber keine „Unmoral“. Das gleiche gilt für den Anstand, was nichts anderes bedeutet als „standesgemäßes Verhalten“.

Dass Turrini bei seinem Soloauftritt auch einzelnen Lehensherren seines Standes ans Bein pinkelt, bleibt das Privileg des Hofnarren, der Teil des Systems ist. “Auch die SPÖ, die zur Veranstaltung lud, wurde vom Schriftsteller nicht verschont. "Warum so viele, vor allem höhere Repräsentanten der Sozialdemokratie, geradezu rudelartig bei Festspielen auftauchen, aber noch kaum bei ausgebeuteten Erntehelfern zu sehen waren, können sie besser beantworten als ich", warf Turrini in die Runde. An die SPÖ-Funktionäre richtete er zudem die Frage: "Ist das Innenleben Ihrer Partei so desaströs, dass Ihre Vorsitzenden nichts wie weg wollen? Als Autoverkäufer nach Argentinien, als Handlanger zu kasachischen Potentaten oder wohin auch immer. Oder ist das Innenleben der Parteivorsitzenden so desaströs, dass der Wink mit mehr Geld zur Jobhopperei und zum Verlassen aller Prinzipien führt?" (Quelle: news.at)

Peter Turrini © Manfred Werner - Preis oder Prügel? https://de.wikipedia.org

Bei welcher Ernte war Turrini zuletzt zu sehen? Beispiele gefällig? Nestroy-Theaterpreis 2011, Vinzenz-Rizzi-Preis 2014, Kulturpreis des Landes Kärnten 2017. Ich bin der Meinung, als Moralist hat Turrini keine Zukunft, doch ich nominiere ihn für die Verleihung der Goldenen Kuhflade h.c.

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