England will Tieren die Leidensfähigkeit aberkennen

England, 2017.

Die Abgeordneten des britischen Parlaments stimmten über einen Gesetzestext ab, der klarmacht, dass Tiere ein Empfinden haben, Schmerz und Emotionen fühlen können, genau wie wir Menschen.

Die Mehrheit der Abgeordneten lehnte diesen Text ab.

Dieser Gesetzesteil wird daher nicht Teil des neuen Tierschutzgesetzes und England begibt sich mit Riesenschritten retour Richtung Mittelalter. Tierversuche für Kosmetikprodukte wären dann ab 2019 in England wieder denkbar.

Nachdem Tierschützer daraufhin, völlig zu Recht, auf die Barrikaden stiegen, lenkte der britische Umweltminister Michael Gove ein- „Man würde über den richtigen Weg nachdenken, die Empfindungsfähigkeit der Tiere in einer neuen Regelung umzusetzen.“ (Guardian)

Ach England.

Du Land der Könige, der Land Rover und der wunderbaren Chesterfieldsofas.

Warum nur?

Die Queen liebt ihre Hunde. Charles setzt sich für die Umwelt ein. Und dann das?

Wann wird der Mensch endlich einsehen, dass ihn vom Affen nur ein Prozent der Gene trennen? „Manche Biologen argumentieren, man sollte ihn der Gattung Homo zuordnen.“

Und dass er alles andere als die Krone der Schöpfung darstellt, die er aber als einziges Geschöpf nachhaltig und zielstrebig zerstört?

Bestes Beispiel ist die Beziehung Mensch Hund. Der beste Freund des Menschen, der bekanntlich vom Wolf abstammt, wird dominiert und beherrscht. Vom Menschen. Der vom Affen abstammt. Der ihn kompromisslos ausnutzt, missversteht, ihn falsch ernährt und ihm keinerlei Verständnis für Worte und Gefühle zugesteht.

Sonst gäbe es nicht die diversen Hundetrainer und Coaches, die mit Steinzeitmethoden erfolgreich reicher als reich wurden und werden.

Es gäbe auch die Barf-Shops nicht, da endlich alle Zweibeiner verstehen könnten, dass der Hund sich, im Gegensatz zum Menschen, weiterentwickelt hat und längst kein Wolf mehr ist. Er hat ein Gen entwickelt, das es ihm erlaubt, Kohlenhydrate zu verstoffwechseln- simpel ausgedrückt, er kann Spaghetti futtern und verdaut sie auch gut. Das kann sein Ahne der Wolf nicht. Der frisst weiterhin Fleisch. Fleisch bitte, keine Weidenkräutlein, keinen Spargel, keine Melisse und Minze, auch keinen Koriander, und weder Kümmel noch Kerbel.

Die Abstammung vom Wolf hat dem Hund das eingebrockt; wenn er nicht lebenslänglich wertloses Trockenfutter aus der Futterfabrik serviert bekommt, muss er rohes Fleisch und Knochen mampfen und kann daran sterben. Stichwort: Darmverschluss. Wollen die wenigsten Affen glauben. Erst wenn es zu spät ist wird affenmäßig gejammert und gekreischt.

Was dann kommt, ist bekannt:„Aber der Wolf!“

Aber der Affe, geschätzte Leserinnen und werte Leser, ernährt sich von Bananen!

Und, essen Sie ausschließlich Bananen? Springen Sie munter von Baum zu Baum?

Die Krone der Schöpfung, die dem Tier Gefühle aberkennt, gleich wie der Heilige Stuhl, der immer noch von Teufelswerk spricht, wenn er an all die seelenlosen Tiere denkt, die dem Menschen Untertan sein sollen, wird nie klüger.

Schafe können Gesichter von Menschen erkennen.

Sogar Fische können menschliche Gesichter erkennen.

Was können Affen?

Affen erkennen einander am Hintern. Sie bleiben ewig, verzeihen Sie bitte die Wahrheit, etwas primitiv und beschränkt.

Q.e.d.

Herzlichst Bela Wolf,

Tierarzt, Autor und Tiergesundheitsjournalist

www.tierarzt-wien.com

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