Weihnachten, Fest der Liebe, des Friedens und der Freude - aber nicht für ALLE

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Gott ist die Liebe, Weihnachten das Fest der Liebe und der Mensch ist edel und gut und die "Krone der Schöpfung" - so singen es die himmelischen Heerscharen und so klingt es von den schwarz- oder faschingsbunt gekleideten "Kronjuwelen der Schöpfung" von der Kanzel herab.

Und das Volk stimmt ergriffen Lobgesänge an, über das eigene wichtige Dasein und gottesfürchtiges Gutsein zu den Weihnachtsfeiertagen und läßt auch mildtätig einige Cent oder Eurostücke, gedacht für "arme Menschen", in den Klingelbeutel fallen.

Zu Hause dann wird kulinarisch dankbar für all das Wohlergehen tüchtig aufgetischt, man labt sich an fettigem Gänsebraten oder anderen fleischlichen Genüssen.

Denn Tiere (immerhin auch Gottesgeschöpfe!) sind ausgeschlossen von weihnachtlichem Empathieempfinden. Ochs und Esel sind als Dekorationsfiguren beim Jesulein an der Krippe zwar wohlgelitten - ansonsten sieht man sie lieber als Braten oder Salamischeiben auf dem Teller.-

So sei hier auch der Tiere gedacht, die gerade zur "friedlichen Weihnachtszeit" zu Milliarden, zu menschlichem "Gaumenschmaus" degradiert - ekelerregend pharisäerhaft - brutalst zu Tode gefoltert werden:

Brüllen dröhnt in den Schlachthöfen,

Wer hört es?

Wohin tönt es ?

Zu Gott.

.

Blut dampft in den Schlachthöfen.

Wer sieht es?

Wohin fliesst es?

Zu Gott.

.

Angst bebt in den Schlachthöfen.

Wer fühlt sie?

Wohin führt sie?

Zu Gott.

.

Wo ist der Gott der Tiere?

Er wohnt auf Erden.

Wer ist der Gott der Tiere?

Es ist der Mensch.

.

Wer hört das Brüllen der Schlachthöfe?

Wer sieht das Blut der Schlachthöfe?

Wer fühlt die Qual der Schlachthöfe?

Kein Mensch.

.

Das Brüllen der Angst,

die Bäche des Blutes,

die Schreie des Todes flehen zum Gotte:

«Öffne dein Herz.»

.

Doch des Erdengottes Ohren sind verschlossen.

Nicht will er hören den Schrei,

Nicht will er sehen das Blut.

.

Unbewegt, erhaben über fremden Schmerz,

lächelt der Gott der Tiere -

kein Erbarmen kennt der Mensch.

Abseits stehen die Gütigen und weinen.

.

(Edgar Kupfer-Koberwitz, * 24. April 1906 in Breslau, † 07.Juli 1991 bei Stuttgart)

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