(oder mein schwarzer Humor deluxe)

Hallo,

es ist schon ein wenig Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag.

Habe jetzt eine gute Woche hinter mir und es ist nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Es ist immer interessant zu sehen, wie die alltäglichsten Dinge auf der Psychotherapiestation eher funktionieren als daheim.

Das fängt schon beim Aufstehen an.

Ich habe es tatsächlich geschafft, eine Woche lang um 06.30 aufzustehen.

Unglaublich.

Und es wird noch unglaublicher.

Ich habe dafür sogar den Handy-Alarm eingestellt.

Was mir hier in Tulln gefällt, ist, dass wir maximal so an die 30 Leute auf der Station sind und alle Zweibettzimmer haben.

Demzufolge kommt man leichter ins Gespräch und man lernt sich auch schneller kennen.

In der ersten Woche ist noch nicht wirklich viel passiert. Aber ich hadere mit mir noch immer, ob ich das wirklich durchziehen soll.

Auf der einen Seite geht mir etwas meine gewohnte Umgebung ab, auf der anderen wiederum: wenn ich abbrechen würde, bringt es mir eben nichts für die Zukunft.

Obwohl mein Hirn sagt, "schnell raus hier", fühle ich mich dort dennoch gut aufgehoben, die Bezugpfleger sind immer für einen da und sind meine kleinen Engel, wenn es mir schlecht geht.

Das einzige, was ich bisschen arg finde, ist, dass auf der anderen Seite im selben Stock gleich die Psychatrie ist. Wir bekommen da nicht viel mit, aber ganz ehrlich, es stört mich auch nicht sonderlich.

Das Essen schmeckt sehr gut und ich versuche so oft es geht ne Stadtrunde in Tulln zu machen, um es zu erkunden. Die Leute sind dort echt freundlich und hilfsbereit.

Sonst gibts aktuell eigentlich nichts wirklich Neues. Warte noch immer aufs Ergebnis des Rehageld-Antrags.

Zur Klarstellung, wir sind dort weder eingesperrt noch werden wir niedergebombt mit Beruhigungsspritzen. Das wollte ich nur mal gesagt haben :) Ich bin gespannt, wie es weiterläuft und ganz ehrlich: obwohl ich bis morgen Abend daheim bin, bin ich auch schon wieder froh, bald in Tulln zu sein. Nicht, weil es schlimm ist, sondern, weil ich nicht weiss, was ich hier daheim machen soll, klingt komisch, ist aber so.

So, aber jetzt hör ich auf mit dieser Wall of Text. Ich wünsche euch einen guten Abend und ein schönes Wochenende.

Bis zum Nächsten Blog.

Eines ist Verlassenheit, ein anderes Einsamkeit.

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

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G. Szekatsch

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Charlotte

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