Sommer, Sonne, leere Fußballstadien: So kommen mehr Fans zu den Bundesligaspielen

Der Bundesliga laufen die Zuschauer davon. Waren es 2008 noch über 9.000 Fans im Schnitt, so sind es derzeit deutlich unter 7.000. Neben den wenig komfortablen Stadien soll der Spielplan ein Schuldiger sein. Verständlich, ist das Wetter ab Juni bis in den Juli hinein doch sehr schön, die erste Runde startet aber am 25. Juli.

Zwei Mal im Jahr wird die Diskussion um den Spielplan der Bundesliga ausgepackt: Einmal, wenn im Winter Spiele abgesagt werden. Das andere mal, wenn es im Juni und Juli schön ist und keine WM oder EM stattfindet.

Vom Wetter her ist Österreich quasi ein Extremfall. Im Winter ist es monatelang kalt wie in Skandinavien, im Sommer heiß wie in Spanien. Gar nicht extrem hingegen ist der Zuschauerschnitt. Der geht seit Jahren deutlich zurück. Was gibt es für Möglichkeiten, um in der warmen Zeit mehr Spiele auszutragen? Eine Variante wäre, weniger Runden im Winter zu spielen, dafür früher anzufangen. Das hätte schon auch Vorteile. Denn wenn die Mannschaften im Sommer international spielen, kann man kaum genug Bewerbsspiele in den Beinen haben. Zudem gebe es nicht so viele Runden im kalten Dezember und Februar.

Allerdings muss bedacht werden, dass es auch um die Sportler geht. Bei Temperaturen um die 30 Grad und mehr ist es einfach sehr schwierig, 90 Minuten lang auf höchstem Niveau zu kicken. Ganz abgesehen davon, dass auch Profis Urlaub brauchen. Derzeit sind das zumeist zwei Wochen Anfang Juni, dann vier Wochen Vorbereitung. Außer es ist EM/WM und Österreich ist dabei. Das schaut jetzt gut aus für die nächsten Jahre. Dann ist natürlich bei allem Respekt auch die Frage, ob man nach einem EM-Finale als Fußballfan gleich Admira gegen Grödig verträgt...

Aber eine Sache kann man tun: später anfangen. Also nicht um 19 Uhr, sondern wie in der Champions League um 20:45 oder wie in der Europa League gar 21:05. In den Ballungszentren ist das kein Problem, in Wien fahren die U-Bahnen am Wochenende durch, am Land müssen sich eben die Vereine und Gemeinden um Verkehrsverbindungen kümmern. Bei einer so späten Konferenz, das Livespiel wäre wohl früher anzusetzen, kann man am Samstag als Fan den ganzen Tag im Freien verbringen und dann sieht man Juli und August am lauen Sommerabend einen guten Kick.Dass die Vereine zudem noch mehr Stadionkomfort brauchen, liegt auf der Hand. Nicht nur in den zwei Wiener Stadien, die gerade gebaut bzw. bald renoviert werden oder in Salzburg, sondern auch bei den kleineren Klubs. Da tut sich was. Mit Rasenheizung und netten Stadien ist der Kick auch im Winter verträglich. Ein Schlüssel zu mehr Fans sind aber sicher die Ankickzeiten. Im Sommer sehr spät, im Winter dafür deutlich früher.

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Silvia Jelincic

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fischundfleisch

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