Um zu verstehen, warum Staaten immer ein Korruptionsproblem haben, muss man verstehen, wo das Problem herkommt.

Sowohl geregelte als auch freie Wirtschaftssysteme unterliegen dem gleichen grundlegenden wirtschaftlichen Problem: es ist nie genügend für alle da, irgendwas ist immer knapp. Die Dinge, die nicht knapp sind, wie etwa Atemluft, sind nicht Gegenstand der Wirtschaft. Die Wirtschaft kümmert sich nur um die Dinge, die knapp sind, daher ist alles in der Wirtschaft zwangsläufig knapp.

Wenn nun zu wenig da ist, muss entschieden werden, wer ein Ding bekommt und wer es nicht bekommt. Der Kapitalismus beantwortet dieses Problem mit Preis: wer am meisten bezahlt, der bekommt ein Ding. Das führt dazu, dass derjenige der am meisten aus dem Ding machen kann den höchsten Preis zahlt und so den größten Nutzen schafft. Als Beispiel: wenn drei Hersteller von Hämmern den gleichen Stahl kaufen wollen, dann wird derjenige, der denkt, dass er aus dem Stahl 100 Hämmer herausbekommt, mehr zahlen als jemand, der denkt, dass er nur 50 Hämmer gleicher Bauart produzieren kann. Damit erhält der Effizienteste das Material und das führt zu mehr Effizienz und Wohlstand.

Die Kehrseite ist aber, dass eben nur die Kaufkraft zählt, was bedeutet, dass Leute Dinge haben die sie nicht brauchen und andere Leute die diese Dinge bräuchten haben sie nicht.

Der Sozialismus sieht das als das zentrale Problem und gibt die knappen Dinge nicht jenen die viel dafür zahlen, sondern an jene die es „brauchen“. Er verteilt die Güter der Wirtschaft, zumindest am Papier, „gerecht“.

Das Problem hierbei ist, dass irgendjemand entscheiden muss, wer ein Ding braucht und dieser jemand hat damit plötzlich Macht. Die Bürokraten die entscheiden ob Fabrik A, B oder C den Stahl werden daher Anrufe von den Fabriken bekommen die ihren Bedarf darlegen werden und jeder wird versuchen zu vermitteln warum er es am dringendsten braucht. Eventuell werden sie sogar mit Effizienz argumentieren aber am Ende des Tages obliegt es eben dem bürokratischen System die Entscheidung zu treffen.

Auch wenn sich das System an Regeln hält hat derjenige der die Regeln definiert eben Macht.

Es steht außer Frage, dass manche der Bürokraten versuchen, die beste Entscheidung zu treffen, das Problem ist aber, dass selbst diese sich irren können. Häufiger ist aber zu beobachten, dass Macht korrumpiert. Korrupte Bürokraten entscheiden wer die Ressourcen bekommen auf der Basis der Frage was für sie dabei herausschaut. Das ist aber selten die ideale Lösung für die breite Masse.

Vor allem Bürokraten die Gefallen eintauschen arbeiten sich besonders rasch nach oben, erhalten noch mehr Macht und pflegen die Kultur des gegenseitigen Gefallens. Das führt zu noch mehr Korruption.

Am Ende erhalten die Ressourcen dann wieder nicht diejenigen die sie brauchen, sondern die Freunde der Entscheidungsträger. Was man tut wird egal, es zählt wie gut man vernetzt ist. Entsprechend wird immer mehr vernetzt und immer weniger produziert. Das führt zu Armut.

Korruption und Sozialismus sind untrennbar miteinander verbunden, solange Menschen entscheiden wer etwas bekommen soll und wer nicht.

Nur wenn Menschen frei miteinander um Ressourcen konkurrieren können verkleinert sich das Problem der Korruption, die all unsere Staaten so plagen.

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Sepp Adam

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