In jeder Gesellschaft gibt es Menschen (die über ihr ganzes Leben betrachtet) die mehr geben als nehmen. Es gibt aber auch Menschen die mehr nehmen als geben.

Die einen sind gut für die Gesellschaft, die Andren nicht. Hierbei gilt es zu beachten dass es zeitliche Entkopplungen gibt. Ein Student mag der Gesellschaft nichts bringen aber seine Fähigkeiten können diesen Verlust mehr als ausgleichen. Gleichzeitig kann jemand seinen Ruhestand genießen weil er davor genügend getan hat.

Wenn es einen weltanschaulichen Konsens gibt, dann ist es diese Sichtweise. Linke, Rechte und Zentristen stimmen dieser Analyse zumeist zu.

Sie stimmen aber nicht darin überein wo die Leistungsträger und die Parasiten zu finden sind.

Gesellschaften jenseits der Dunbargrenze (also größer als 150 Personen) tendieren, überlässt man sie sich selber, dazu Pyramidenstrukturen auszubilden: wenige mit viel Macht, einige mit mäßiger Macht und viele ohne Macht. Dies spiegelt sich oft, wenn auch nicht immer, in der Wohlstandsverteilung dar: wenige haben viel, viele haben wenig.

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Der linke Flügel argumentiert dass ab einem gewissen Wohlstand eben besagter Wohlstand nicht mehr durch Arbeit akkumuliert werden kann, ergo ist alles was über dieser Grenze liegt gestohlen und damit unrechtmäßig. Um die "soziale Gerechtigkeit" wieder herzustellen muss dieses „zu Viel“ den „Dieben“ weggenommen werden und jenen zurückgegeben werden denen es geklaut wurde und das müssen die Ärmsten sein die arbeiten aber nicht bekommen was ihre Arbeit wert wäre.

Der harte Linke zieht also eine horizontale Linie in der Pyramide ein und postuliert dass alle unter der Grenze weniger haben als ihnen zusteht und alle darüber mehr haben als ihnen zusteht, je weiter man von der Linie ist, desto größer die Ungerechtigkeit.

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Wo genau diese Linie liegt ist Gegenstand von Debatten.

Die harte Rechte hält dem entgegen dass es nun mal Menschen gibt die erstaunliche Leistungsdichten erzeugen können und tatsächlich Millionenwerte aus dem Boden stampfen können. Neben diesen gibt es aber auch Menschen die den ganzen Tag, trotz harter Arbeit, nichts Nützliches erzeugt haben. Der Böse ist also derjenige der sein Potential nicht ausnutzt und der bekommt dann eben was er verdient und das ist eben Nichts.

Der Zentrist hingegen sieht in jeder Stufe der Pyramide nützliche Personen und Schmarotzer.

Sehr sehr nützliche Menschen, die viele Werte schaffen, können bitter arm sein, etwa weil sie gänzlich unfähig sind ein Gehalt zu verhandeln. Gleichzeitig gibt es Arme die, ohne jede Reue, dazu stehen nicht arbeiten zu wollen und „von den andren“ leben. Arno Dübel ist ein prominentes Beispiel.

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Gleichzeitig stehen an der Spitze unserer Gesellschaft Menschen die unser Leben besser gemacht haben. Man kann über Jeff Bezos sagen was man will aber seinen Einkauf am Klo zu erledigen ist komfortabel und macht das Leben von Millionen Menschen besser, effizienter und bequemer. Auf der anderen Seite ist es nicht so einfach herauszufinden ob Saad Hariri irgendwann irgendwas Nützliches getan hat und es kann mit großer Sicherheit gesagt werden dass Miguel Caro Quintero sein Geld nicht mit Dingen verdient hat die die Welt besser gemacht haben. Aber ich mag mich irren.

Der Linke sieht also eine horizontale Linie die die Guten von den schlechten trennen, der Rechte argumentiert dass jeder hat was er verdient und der Zentrist sieht eine vertikale Trennung zwischen den Nützlichen und den nicht Nützlichen.

Es gilt hierbei auch zwischen jenen zu unterscheiden die sich dazu entschieden haben vom Blut der Gesellschaft zu leben und jenen die völlig unverschuldet in so eine Situation gekommen sind. Einen Arno Dübel sollte man nicht stützen aber einen Arbeiter der sich beim Job die Wirbelsäule gebrochen hat und seinen Teil geleistet hätte, wenn er kein Pech gehabt hätte, sollte die Gesellschaft stützen. Diese beiden können und dürfen nicht in einen Topf geworfen werden und auch hier findet sich üblicherweise ein Konsens in der Bevölkerung und der Streit dreht sich eher um das „wie“ nicht um das "ob".

Die Linke sieht die Lösung in der etatistischen Bürokratie, der Rechte in privaten Wohltätigkeitsorganisationen.

Zu guter letzte Plädiere ich dazu auf das Verbindende zu bauen. Wir alle akzeptieren dass es Menschen gibt die viel leisten und es auch Menschen gibt die sich lieber durchs Leben ziehen lassen. Es sollte in unser aller Interesse liegen die Menschen die ihren Teil tun dazu zu motivieren weiterhin hart zu arbeiten und jene die noch Potential übrig haben, es nützlich einzusetzen.

Wenn alle ihr Potential auschöpfen würden, wären utopische Zustände zum Greifen nahe.

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MartinUSH

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