Chico ist tot.

Dies ist die Erklärung: "Chico war nach neusten Schätzungen zehn Jahr alt. Er hatte zwei kaputte Fangzähne: Der eine war rausgebrochen, der andere fast herausgerissen. Zudem gab es eine offene Verbindungen zur Nasenhöhle. Das Tier hätte häufig operiert werden müssen, um das zu beheben..."

Oder anders gesagt, der Hund wurde schwer gefoltert.

Gönnt ihm seinen Frieden.

Mit diesen Verletzungen muss er unendlich gelitten haben.

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Fast 300 Tausend Menschen meinten, sie hätten dem gequälten Hund CHICO das Leben gerettet. Es ginge ihm nun gut.

Fast 300 Tausend Menschen wurden wie immer so richtig verar…

FinisNoXx

Und natürlich merken sie es nicht mal. Na, wollen es wohl eher nicht merken. Die Sache ist doch abgehakt. Wir haben gewonnen. Das stand doch sogar in der Zeitung! Da muss es ja wahr sein. Hat so schön geklungen. Von jetzt an kümmern sich ganz viele Menschen hingebungsvoll um Chico.

Aber sicher doch.

Warum wundert mich das eigentlich? Der Hund sitzt in einem kahlen Beton-Käfig, sein Kopf ist immer noch geschwollen, seine Augen verängstigt. Abtransportiert wurde er in einem winzigen Metall-Käfig. War DAS der Käfig, in dem er dahin vegetierte?

Und wurde er seitdem überhaupt von einem Tierarzt behandelt? Schließlich räumt ja selbst der Tier schützende Herr im Interview ein: „…da wäre was am Maul…

Nein. Sein ganzer Kopf ist angeschwollen. Vielleicht hat er einen gebrochenen Kiefer. Ausgeschlagene Zähne. Oder den – vom Tierschutz-Herren – schnell erfundenen Tumor.

Tumor! Klingt doch besser als gebrochener Kiefer. Ja. Ist bestimmt ein Tumor. Oder ein anderes kleines Aua.

Was er anscheinend NICHT hat – oder hatte? – ist/war ein bisschen Hilfe. Gegen seine Schmerzen. Seine Angst. Ein bisschen Mitleid.

Sieht nicht so aus. Hört sich nicht so an. Nicht von denen, denen er nun ausgeliefert ist.

Dafür melden sich immer mehr hasserfüllte Todes-Befürworter, schauerlicherweise nicht nur bei den sichtlich verärgerten Typen der Stadt Hannover.

Zitat: „Nun äußerte sich erstmals auch die Stadt Hannover zur Zukunft des (Kampf)-Hundes: Chico soll nach einer Prüfung durch Tierärzte möglicherweise in ein spezielles Heim gebracht werden, wenn die Entscheidung gegen das Weiterleben des Hundes ausfällt. Der Aufenthaltsort von Chico könnte aus Sicherheitsgründen für immer geheim bleiben, erklärt Ordnungsdezernent Axel von der Ohe.“

Na sicher doch. Schöner Satz.

Der Aufenthaltsort von Chico könnte aus Sicherheitsgründen für immer geheim bleiben! Zehn Klafter tief?

Wenn die Entscheidung gegen das Weiterleben des Hundes ausfällt. Hatten nicht alle ENTSCHEIDUNGS-TRÄGER lauthals verkündet, Chico dürfte leben?

Nein?

Na immerhin. Wenn die Entscheidung gegen das Weiterleben des Hundes ausfällt kümmern sich Tierärzte um den Hund. An einem geheimen Ort. Und was dann? Und warum wird Chico erst ‚irgendwann demnächst‘ von Tierärzten begutachtet? Einer würde jetzt schon reichen. Ein bisschen Hilfe? Mitleid? Das Tier hat ja sichtbar Schmerzen.

Auf mehrfache Anfragen erklärte ein auch nicht näher genannter Herr, der Hund werde medikamentös behandelt. Ein Aspirin?

Andererseits muss das doch jeder verstehen. Welcher Mensch will sich schon dieser Bestie nähern. Diesem Mörder-Killer-Kampf-Hund gar irgendwie helfen.

Dem geschieht nur Recht, wenn er leidet.

Ich zitiere noch mal aus der Mitteilung mehrerer involvierter Behörden-Menschen, obgleich ich das nicht so gern mache. Aber diese – wie erwartet krummen und schiefen Sätze – triefen nur so vor Bosheit und Selbstgerechtigkeit.

„Die Stadt prüft unterdessen weiter, ob "Chico" - wie nach tödlichen Attacken üblich - eingeschläfert wird oder ob er in eine Spezialeinrichtung kommt. Das hatte das Tierheim vorgeschlagen, wo der Hund vorübergehend untergebracht ist. Eine Viertelmillion Menschen hätten sich inzwischen einer Online-Petition angeschlossen, den Hund nicht zu töten, sagte der Dezernent. Ausschlaggebend sei, dass von dem Tier keine Gefahr mehr ausgehen könne. Wann über "Chicos" Schicksal entschieden wird, ist noch offen.“

OFFEN? OFFEN?!

Und was waren dann die vielen gönnerhaft-verständnisvollen Erklärungen, Chico dürfte weiter leben? Eine widerliche, ekelhafte - aber so voraussehbare Lüge. Aber nicht doch. Gemeint war: Der Hund wird nicht am MONTAG getötet. Wir müssen eben besser hinhören.

Und weiter im Märchen-Text:

„Der Deutsche Tierschutzbund lobte die Überlegung der Stadt, "Chico" in eine Spezialeinrichtung zu geben." Es ist eine kluge Entscheidung, den Hund nicht sofort einzuschläfern, sondern zuerst die Ursachen zu untersuchen, warum er zugebissen hat", sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, der Deutschen Presse-Agentur.“

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes! Freut sich! Will lieber erst an Chico in einer geheimen Einrichtung mal ausprobieren, wieso der Hund sich gewehrt hat?

Weil er gequält wurde, ein erbärmliches Grauen acht Jahre lang ertragen musste? Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Tierschutzbundes?

IGITT!

Ab mit dem Hund in die SPEZIALEINRICHTUNG. SPEZIALEINRICHTUNG klingt auch viel netter als Versuchs-Labor für Tiere. Was ist denn das für ein Ding? Wie haben wir uns das vorzustellen? Wird Chico da nach allen Regeln der offiziellen Tierschutz-Kunst geschunden? Aber sicher doch von ‚geschultem‘ Personal mit Spezial-Knüppeln? Damit sein ‚Killer-Reiz‘ zum Vorschein kommt.

In einem Stahlkäfig mit Betonboden steckt er ja schon wieder. Apathisch. Vermerkt das Tierheim.

Nett.

Der Dezernent der Stadt Hannover höhnt derweil – wie er wohl meint - so unterschwellig verschwiemelt, dass auch wirklich die dumme Masse ihm nicht etwa an den teuren Kragen will, vom gewiss baldigen Ende der Töle.

Am gruseligsten jedoch ist die selbsternannte Hundetrainerin Wiltrud Remstedt die – wie sie aufschneiderisch daher faselte – schon empfohlen hatte, den einjährigen Chico zu entsorgen.

Nach einem Tipp (den ich erst nicht glaubte) habe ich dann doch eine – hm – Sendung namens ‚Brisant‘ angeschaut.

Und da saß sie. Hundetrainerin Wiltrud Remstedt. Großspurig schmatzend, bei ihrem x-ten Interview - denn SIE ist DIE Expertin für Chico.

Und drum eine sehr gefragte Frau!

Mit verkniffener Miene tadelte sie die blöde Masse, die diesen Killer-Kampf-Hund unbedingt leben lassen will. Ach wo. Diese FURIE schnaubt Frau Remstedt angewidert. WIESO? Ruft sie schrill.

Wieso will irgendwer diese Furie leben lassen?

Ich schaue mir Frau Remstedt an. Ich höre Frau Remstedt zu.

Und frage mich das auch.

FinisNoXx

Ja. In meinem Text ist sicher einiges übersteigert dargestellt. Warum auch nicht. Ich konnte die Wahrheit über Chicos Schicksal nirgends finden. Nur Geschwätz. Lügen. Und Abwiegeleien.

Chico scheint schon jetzt an dem 'geheimen Ort' zu sein.

Sehen darf ihn jedenfalls niemand.

Aber nur nicht vergessen zu spenden!

Das ist doch das Wichtigste.

Wie furchtbar für alle, für die sehr, sehr vielen Menschen, die sich privat, ehrenamtlich und in Tierheimen und anderen Einrichtungen hingebungsvoll um ihre Schützlinge kümmern.

Wie müssen die sich jetzt fühlen.

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Wer die KILLER-BESTIE mal sehen möchte; nach abertausenden neuen Mails und der Ankunft Herrn Reichingers, hochgeachteter Leiter des Münchner Tierheims und Gnadenhofes, ist Chico offenbar aus dem 'geheimen Ort' aufgetaucht und durfte ZUM ERSTEN MAL spazieren gehen. In der Öffentlichkeit.

Sieht unheimlich gefährlich aus.

Nicht wahr.

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Trauriger Nachtrag: Ich habe schon einmal über die MACHT DER BEAMTEN geschrieben. Die weder vor Menschen noch vor Tieren haltmachen. Wenn es ihnen so in den Kram passt. Ob nun mit oder ohne Grund.

https://www.fischundfleisch.com/bianka-thon/nachgefragt-die-macht-der-beamten-22850

Schlecht geschlafen, Frau wollte nicht, Hund hat zugebissen, Frühstücksbrötchen war von gestern - wer weiß das schon.

Der Bauer von damals ist erledigt.

Alle seine wunderschönen Tiere wurden qualvoll ermordet.

Sogar die trächtigen.

Also. Was denkt ihr wohl, wird mit Chico.

Ich bin traurig.

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