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Ab und an wird mir vorgeworfen, unterstellt, auch hintergeworfen oder mal kurz attestiert, dass ich lieb bin und brav und bieder und gutbürgerlich. Nun ja, Ist eben so. Keiner kann aus seiner Haut. Es stimmt natürlich insofern, als dass ich bestrebt bin zu vermitteln und all diese schrecklich tugendhaften Dinge. Ein bisschen naiv vielleicht auch. Nicht, dass ich mich umkrempeln wollte, aber ein klein wenig verwegener, das wäre schon was. Da reicht eine neue Frisur alleine nicht aus. Was konnte ich also tun? Engagement – das war es, und so ging ich auf die Straße, nicht um zum nächsten Lebensmittelladen zu gelangen, sondern zum Demonstrieren. Seit 20 Jahren die erste Demo. Ich fühlte mich sowas von kontrovers, und nach einiger Zeit kam ich drauf, bei den Demos zumindest, wo ich war, das waren doch alles ganz normale, nette Leute, die ein gemeinsames Anliegen verband. Friedlich, zuvorkommend, auch bürgerlich. War wieder nichts mit dem Extremismus.

Aber jetzt, jetzt endlich habe ich es geschafft. Ich bin Extremistin. Dabei musste ich gar nicht viel dafür tun, sondern eine Meinung haben. Wenn ich das gewusst hätte, echt, ich hätte das schon viel früher gemacht. Und diese Ansicht habe ich einem sehr findigen, fähigen Mann, dem Nestle-Konzernchef, Peter Brabeck-Lethmathe, ZU VERDANKEN. In einem Interview stellte er fest, dass es zwei Sichtweisen über den Umgang mit Wasser gibt:

Die extreme Anschauung von einigen NGOs, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Als Mensch sollte man Recht haben Wasser zu haben.

Ja, und der Meinung bin ich auch. Da ist nichts mehr mit brav, lieb, bürgerlich – nein, ich bin eine Extremistin. Und jetzt schaut nicht so verstört. Ich nehme diesen Standpunkt nicht zurück. Auch wenn uns die Marktwirtschaft etwas anderes erklärt, und diesen gemäßigten Standpunkt vertritt obgenannter Herr:

Andere Seite, Wasser ist ein Lebensmittel, und sollte einen Marktwert haben.

Und so schöpft Nestle fleißig Wasser z.B. in Südafrika. Dann hat zwar die ansässige Bevölkerung kein Wasser mehr, aber das können sie sich ja kaufen. Oder 60 km von Mexiko City entfernt, in einem Gebiet, in dem seit 60 Jahren kein Brunnen mehr gegraben werden darf, weil das Wasser fehlt, doch Nestle entnimmt dort jährlich 1.000.000.000 Liter Trinkwasser. Schließlich dient der Mensch der Wirtschaft und nicht umgekehrt, und deshalb haben wir uns den Marktbedingungen zu unterwerfen. Wann werden wir das endlich kapieren?

Ich jedenfalls bin nicht mehr lieb und brav und bürgerlich, sondern extrem, so extrem, dass ich sage – Leute, kauft keine Nestle-Produkte mehr, helft mit Orang-Utans und Menschen zu schützen. Auch das, diese freie Entscheidung des Konsumenten, Herr Konzernchef, ist eine marktwirtschaftliche Entscheidung. Und ich kann euch sagen, man lebt sehr gut ohne Maggi, Wagner, Kitkat, Beneful, Nescafe uvm. (Eine Gesamtauflistung findet sich hier: http://www.nestle.de/marken/a-z) leben kann. Jeder soll sich seine Meinung selbst bilden. Aber um das zu können, schaut euch das mal an.

Und falls mir wer nicht glaubt, dass der Herr Konzernchef das sagte, hier der Beweis: https://youtu.be/wzlzV7VaqCs

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