Vorab: ich bin auch ohne Zweifel dafür, daß Mediziner um jedes kranke Menschenleben kämpfen. Aber nur solange es geht, und mit den indizierten Notfallmaßnahmen, Medikamenten und Therapien. Das gilt auch für die gesamte Gesellschaft, und daß die außerordentliche Lage außerordentliche Maßnahmen erfordert, ziehe ich nicht in Zweifel.

Paralyse, Vereinzelung zur Schonung des Gesundheitssystems und Geld verteilen sind die derzeitigen Medikamente gegen die Pandemie in Deutschland.

Ich bin kein Mediziner, war aber schon oft mal Patient, und ich weiß: Zu jedem anständigen Medikament gibt's einen Beipackzettel, da stehen Indikationen und Kontra-Indikationen drinne, z.B. Schwangerschaft, Diabetes, Nieren-Insuffizienz, was weiß ich. Nebenwirkungen, von leichten bis schweren, sind ausgewiesen. Steht da nix davon drin, dann ist das Medikament Schlangenöl, nix Seriöses. Dann nimmt man das Zeugs besser nicht.

Wenn es aber schlimmste Nebenwirkungen gibt - und die gibt es, siehe z.B. Ruhrbesetzung, Hyperinflation 1923 [1] - und man nicht sorgfältigst abwägt, ob das Medikament indiziert ist, überhaupt helfen kann und welche Alternativen in Frage kommen, ist man Verbrecher oder Quacksalber, je nach Kompetenz.[2]

Ich halte den Lockdown für ziemlich wirkungslos, kontraproduktiv und extrem gefährlich.

Es werden Billionen in "die Wirtschaft" gepumpt, um Löhne zahlen und Obligationen erfüllen zu können und so weiter, damit die Wirtschaft noch funktioniert. Die Wirtschaft findet aber großenteils gar nicht mehr statt, der Konsum muß aber weitergehen, man kann nix anderes als leben. Oder sterben. Gestorben wird immer, mal mehr, mal weniger.

Am Ende trifft eine große Nachfrage verbunden mit einem Haufen Geld auf ein sehr geringes Angebot (beim Öl mag es anders aussehen), beste Voraussetzungen für eine krasse Inflation.

Der Lockdown ist wie die Gabe eines hochpotenten Antibiotikums bei einer bakteriellen Infektion. Die Darmflora der Republik wird gekillt, die kleinen Unternehmen ohne Rücklagen, Freiberufler, Künstler, Bauernhöfe, usw usf. Abgestorbene Mikro-Organismen in großer Zahl sind für den Gesamt-Organismus toxisch und können einen Schock auslösen. Einige der Großen "Organe" werden zwar einen Knick verzeichnen, aber dann durch die Decke gehen, weil der größte Teil der großen Masse der Klein-Konkurrenz weg ist. Das wird sicher auch ohne Hyperinflation so sein. Diesmal betrifft es aber nicht nur das Ruhrgebiet in Deutschland, sondern die ganze Welt, überall wird so gehandelt und diesselbe Medizin verabreicht - außer in Schweden.

Denen, die immer noch fürchten, daß "die Linken" die Planwirschaft irgendwann wieder einführen, wenn die an die Macht kommen, denen sage ich: Wißt ihr, wer das machen wird? Amazon! die haben doch schon fast das komplette Instrumentarium für eine umfassende Planwirtschaft im Programm. Die Politik ist von den großen Konzernen steuerbar, wie wir seit Jahren sehen. Die Gates-Stiftung finanziert die WHO zu 10%. Gerade wird alles digital, der Lehrer heißt jetzt Google, die Betriebssysteme der praktischen Überwachungs-Geräte, die wir ständig bei uns tragen, sind von Google und Apple.

Wenn da mal nicht 1 bisserl Verschwörung bei ist... :)

Das Gesundheitssystem, das man gerade schonen will, wird nach der Krise noch maroder sein, dem werden noch weniger Mittel zur Verfügung stehen - das steht jedenfalls zu befürchten - und die nächste "Pandemie" könnte dann noch grausamer werden, egal wie gefährlich der nächste Erreger-Of-The-Day ist.

Das Argument "strecken der Krise" mittels Lockdown erscheint mir nun völlig unsinnig. Streckt man die Virulenz, dann sterben die Leute genauso, aber halt später. Es kommen aber ZUSÄTZLICH zig Selbstmorde, vernichtete Existenzen, Bankrotte, Mangel und Leid usw dazu. Zudem wird das Immunsystem der eingesperrten Bevölkerung durch Stress, Mangel an Bewegung an der frischen Luft und Sonnenlicht im Frühling usw. massiv geschädigt, die Gefahr, bedrohliche Symptome zu entwickeln steigt. Auch das Immunsystem der Gesellschaft wird in vielerlei Hinsicht massiv geschwächt durch den Lockdown.

Das Ganze ist völlige Kurpfuscherei.

Hey, laßt uns mal Schröpfen! Wir wissen zwar nicht, ob's hilft, aber es ist besser als nichts!

Klar gewinnt man durch Verzögerung Zeit. Aber wofür? warum gibt es eine Petition[3] für eine Baseline-Studie? Läuft die schon? Warum führt ein Dr. Streeck aus eigener Initiative eine Studie in Heinsberg durch? Was macht das RKI so den ganzen Tag? Weiß man wirklich so wenig um die Gruppen der wirklich Gefährdeten, daß man keine zielgerichteten Maßnahmen einleiten kann?

Der Diskurs um die Entwicklung dieser Infektionswelle ist dermaßen von Konjunktiven durchsetzt, daß man als Laie verwirrt zurückbleibt und der Fachmann sich hinterher rausreden kann. Wenn man die erforderliche Mathematik beherrscht, so kann man zumindest die Modellrechnungen auf formale Richtigkeit prüfen, aber sie basieren allesamt auf Annahmen, zu denen es keine harten Zahlen gibt. Der Verdacht kommt in mir auf, daß man die Ermittlung dieser belastbaren Zahlen unbedingt vermeiden will. [4]

Sollte die wirtschaftliche Katastrophe eintreten - während oder nach der Pandemie - dann wird es genau diejenigen am härtesten treffen, die man verschonen wollte mit den Maßnahmen: die Alten, Kranken und Schwachen. Der Effekt ist dann ähnlich dem Wiederbeleben eines Selbstmörders, um ihn anschließend wegen Mordes hinzurichten.

Anstatt sich hinzustellen und ehrlich zu sagen "tut uns leid, wir haben es verkackt" wird die Republik abgewürgt. Ich hoffe für die Protagonisten, daß ihnen das nicht bewußt ist, sondern einfach nur ihr modus operandi: große Töne über Verantwortung spucken, und wenn es um Rechenschaft der Verantwortung geht - vertuschen, ablenken, auf Andere zeigen.

Drei Fragen hab ich noch: ist der Patient in jedem Fall verpflichtet, das vom Arzt verschriebene Medikament auch einzunehmen? "Nehmen Sie diese Kügelchen D6, jene D12, das hilft".

Und: wann greift Artikel 20 GG Abs.4 ? Der Deutsche, soviel steht für mich fest, will das wohl vor dem Handeln erst von Gerichten geklärt haben wissen.

Wie und wo starben die rund 25.000 Opfer der Grippe-Saison 2017/2018? [5] Kann das jemand berichten?

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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrbesetzung und https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923#Die_Hyperinflation_des_Jahres_1923. Sicher ist die Situation von damals nur begrenzt mit der heutigen vergleichbar, der Lockdown beschleunigte die damals schon vorhandene Inflation. Genauso kann (und wird m.M.n.) aber der Diesjährige schon bestehende, dem Gemeinwohl abträgliche Tendenzen unkontrollierbar verstärken. Um beim Bild zu bleiben: das Immun-System der Gesellschaft wird massiv geschwächt, da haben etwelche (u.a. invasive) Erreger ein leichtes Spiel.

[2] der Verbrecher ist hier, wie so oft, der kompetentere.

[3] https://www.openpetition.de/petition/blog/fuehren-sie-die-baseline-studie-durch-wir-brauchen-endlich-saubere-corona-daten

[4] https://www.rationalgalerie.de/gelesen-gesehen-gehoert/loecher-in-der-logik und https://www.nachdenkseiten.de/?p=59903

[5] https://www.tagesschau.de/inland/grippe-129.html und https://influenza.rki.de/Saisonberichte/2018.pdf

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