Eine vom Werteverfall zunehmend bedrohte konsumistische Wohlstandsgesellschaft hat keine Zukunft. Auch die Bürger machen es sich oft zu einfach, Verantwortung nur Politikern, Lehrern, etc... zuzuschieben.

Der Neoliberalismus und Kapitalismus in seiner Oberflächlichkeit und Entartung führt zu einer Verarmung der menschlichen Werte: „Jeder gegen Jeden“. Wir sind eine kalte Gesellschaft geworden. Mein Vorbild Gräfin Marion Dönhoff (verstorbene ZEIT-Herausgeberin) fordert uns in ihrem Buch ”Zivilisiert den Kapitalismus” dazu auf, den ungehemmten Kapitalismus zu zähmen und auch an das Gemeinwohl zu denken.

Die Überbetonung des Materialismus und des Wirtschaftlichen, das Primat des Ökonomismus und Finanzkapitalismus führe dazu, dass die immaterielle Welt, alles Geistige, Humane, Künstlerische an den Rand gedrängt werde. Beklemmende Leere und Ratlosigkeit herrsche im geistigen Leben. Statt einer ”Civil Society” sind wir eine ”Konsum- und Raffgesellschaft” geworden. Erziehung vor allem im Elternhaus, aber auch in Schule und Gesellschaft findet immer weniger statt. Mit Schuld trägt auch die zunehmende eigene Erschöpfung vieler Menschen gefangen im Hamsterrad des Turbokapitalismus.

Auch wer Ausländern gegenüber keine Toleranz aufbringt, in Hass verfällt gegenüber allem Andersartigen, Fremdartigen, die Meinung des anderen nicht respektiert, trägt bei zur Zerstörung unserer Gesellschaft. Eine Freiheit ohne Solidaridät, ohne auch Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen lässt eine Gesellschaft zerbrechen. Freiheit ohne Solidarität zerstört jede Gemeinschaft.

Nicht Geld und materieller Reichtum sind das Wichtigste, sondern an dem Freude zu haben, was man im Leben tut. Leben als Kunst der Begegnung mit Menschen und der Natur. Das Leben hat nur genau soviel Sinn, als wir imstande sind, es mit Sinn zu füllen und den Strom des Lebens weiterzutragen. Versuchen wir, dem Schicksal gelassen, achtsam und mit Humor zu begegnen. Wir sollten uns weder zum Herrn noch Sklaven eines anderen Menschen machen, unsere Worte abwägen und eine großzügige Denkweise an den Tag legen. Vor anderen Menschen zu kriechen ist Ausdruck mangelnder eigener Fähigkeiten. (Mark Aurel).

Die tiefste Bedeutung allen existenziellen und kulturellen Seins liegt darin, dass wir uns von unserer Selbstbezogenheit lösen lernen. Unser ICH braucht die anderen, um uns selbst zu verstehen. Es braucht auch ihre Freiheit und ihr Glück, damit wir auch unser eigenes Leben bewältigen können.

Der Mensch wird zur Maschine mit immer größerer Tourenzahl denaturiert. Die gesundheitlichen und ökologischen Folgen dieser Maßlosigkeit des Wachstums werden nicht mitkalkuliert, auch nicht die Kosten der Enkelgenerationen, unsere künftige “Reparaturgesellschaft".

Lernen wir mit “leichtem Gepäck” zu leben auch unserer Umwelt zuliebe. Freunden wir uns langsam mit Ideen der “Shared Economy” an, zentrales Thema des „Postkapitalismus“ unserer Umwelt zuliebe. Rückbesinnen wir uns wieder auf humanistische Werte, lesen wir Bücher, diskutieren wir nicht nur über iPhone, Twitter und Facebook mit Freunden und nutzen wir durch Reisen jede Gelegenheit, auch andere Kulturen kennen zu lernen, denn "Reisen ist leben, so wie das Leben eine Reise ist" (Jean Paul).

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Grubo84

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Antonik Seidler

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G. Szekatsch

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