Trump, Epstein und der Kinderhandel: Warum ein Spa Minderjährige in die Hölle schickte – und alle wegschauten

Zwei Wochen nach Ablauf der gesetzlichen Frist sind erst etwa 1% der Epstein-Akten veröffentlicht worden – obwohl nach dem neuen US-Gesetz bereits alle Dokumente zugänglich sein sollten. Bisher wurden rund 12.285 Dokumente mit über 125.000 Seiten freigegeben, doch mehr als zwei Millionen Seiten fehlen noch. Das US-Justizministerium begründet die Verzögerung mit dem notwendigen Schutz der Identität der über tausend Opfer, deren Namen in den Akten geschwärzt werden müssen. Kritiker werfen der Regierung vor, die gestückelte Veröffentlichung diene der Vertuschung und dem Selbstschutz, insbesondere von politischen Akteuren wie Donald Trump, der jahrelang zu Epsteins Umfeld zählte.

Aus den bereits veröffentlichten Unterlagen geht hervor, dass das Mar-a-Lago-Spa von Donald Trump über Jahre hinweg junge Mitarbeiterinnen – darunter auch Minderjährige – zu Epsteins Villa in Palm Beach schickte, um dort Massagen und "andere Dienstleistungen" zu erbringen.

Ehemalige Angestellte berichten, dass Epstein sich während dieser Termine sexuell anzüglich verhielt, sich auszog und die Frauen missbrauchte. Vorgesetzte im Spa wussten von diesen Vorfällen, da mehrere Mitarbeiterinnen sich gegenseitig warnten und einige sogar von direkten Übergriffen berichteten. Dennoch wurden die Frauen weiterhin unter Druck zu Epstein geschickt. Besonders bekannt wurde der Fall von Virginia Roberts Giuffre, die als 16-Jährige über das Mar-a-Lago-Spa in Epsteins Fänge geriet und jahrelang missbraucht wurde.

Der Bruch zwischen Donald Trump und Jeffrey Epstein ging jedoch nicht auf Epsteins pädophile Neigungen zurück, sondern darauf, dass Epstein Trump angeblich Masseusen aus seinem Spa abgeworben habe.

Ironischerweise soll also ein Pädophiler dem anderen „die Kinder gestohlen“ haben – nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen Sinne. Trotz dieses Konflikts trafen sich beide 2017 erneut, als Trump bereits US-Präsident war. Die Vorwürfe werfen ein bezeichnendes Licht auf die Moralvorstellungen und Prioritäten beider Männer, die trotz schwerer Vorwürfe weiterhin Kontakte pflegten.

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