„Lasst die Grünen leben“ - ein satirisches Manifest für die Menschlichkeit

Mit Entsetzen musste ich heute in einem ebenso intellektuellen wie informierten Medium lesen „100 Grüne beim AMS gemeldet“.

Kennt die Grausamkeit der Menschen denn gar keine Grenzen mehr. Jene seltene Spezies, die unter dem abrupten Platzen ihrer selbst-geschaffenen Blase bereits genug leidet, darf in ihrem geschwächten Zustand keinesfalls mit der Realität des Arbeitsmarktes und insbesondere des damit verbunden Service konfrontiert werden. Schock und Traumata wären die unumgänglichen Folgen. Um jene zarten Pflänzchen in die ungewohnte Umgebung des AMS zu integrieren wären immense kollektive Anstrengungen unsererseits vonnöten. Erschwerend kommt hinzu, dass die dafür nötigen Psychologen, Sozialarbeiter und Dolmetscher derzeit nur in begrenztem Ausmass zur zur Verfügung stehen. Wie also diese Art erhalten?

So brutal es klingen man, die Grün-Wähler müssen dabei auf der Strecke bleiben, aber wie sich gezeigt hat sind diese durchaus überlebensfähig, da sie lernfähig sind und im Krisenfall rechtzeitig aus Eigeninitiative andere Lebensräume und politische Heimaten aufsuchen. Unsere Hilfe hat ergo nur die bisher vom Staat alimentierte und im Mikrokosmos Parlament gedeihende Nomenklatura dieser Ideologie nötig – also sprich jene 100 die bis 15. Oktober die Ältesten und Ältestinnen des Stammes bildeten. In freier Wildbahn und dem offenen Arbeitsmarkt sind diese mit Sicherheit dem Untergang geweiht. Ich empfehle daher in gemeinsamer Anstrengung ein Habitat zu schaffen, in dem die fast schon verblühten Pflänzchen eine artgerechte Umgebung vorfinden. Das ist leichter als man denkt.

Widmen wir einen Teil des 7. Bezirks diesem edlen Zweck. Ideal wäre der Streifen zwischen Burg- und Neustiftgasse, da dieser zum einen kaum einem Wiener abgehen würde und er zum anderen bereits - dank der unermüdlichen Umgestaltung der Grünen selbst - jegliche Infrastruktur bietet, die zum Gedeihen der Art ideal ist. Vom veganen Restaurant über ein dichtes Radnetz bis hin zu einer ausreichenden Anzahl an sogenannten „Ups“. Bei diesen handelt es sich um Räumlichkeiten, die im Grün-Sprech unter „Store“ firmieren und meist in den Varianten „Pop-“ oder „Start-“ erscheinen. In diesen „Go in-Areas“ erwecken Grüne gerne den Eindruck echten Tätigkeiten nachzugehen, die oftmals „irgendetwas mit Medien“, „Fair Trade-Fetzen“ oder „Soja-Latte-Macchiato“ zu tun haben (Milch ist verpönt, da interessanterweise in der Stammes-Kultur der Grünen Lactose das Einzige ist bei dem Intoleranz toleriert wird.)

Nennen wir dieses Habitat der Einfachkeit halber „Bobonistan“ und hier können sich die grünen Männchen und Männchinnen frei entfalten und ihren natürlichen Neigungen frönen – ausreichend Lasten-Fahrräder vorausgesetzt. Ob schwule Ampelmännchen oder multi-colore Radwege – dem Spieltrieb der infantilen Gemeinschaft steht hier nichts entgegen. Damit das Areal aber nicht nur lebenswert (aus der Sicht der Bewohner) bleibt, sondern auch lebenssicher (aus der Sicht praktisch denkender Menschen) sollten von Zeit zu Zeit echte Fachkräfte den baulichen Zustand der Gebäude überwachen, bevor die Bewohner entdecken, dass ein selbst gebautes Luftschloss kein von Miethaien finanziertes und fachmännisch errichtetes Dach über dem Kopf ersetzen kann.

Eines darf man allerdings bei aller Euphorie nicht vergessen. So wichtig die Erhaltung dieser Art auch ist – wie wir aus leidvoller Erfahrung wissen ist es gefährlich, wenn einzelne Exemplare oder Exemplarinnen in die freie Wildbahn entkommen. Wie also dafür sorgen, dass sie auch in ihrem Habitat bleiben? Mauern und Zäune sind dabei nicht zweckdienlich, da schon allein die Erwähnung dieser Begriffe zu Schnappatmung führen kann und die Errichtung selbiger zu unerwarteten Ausbrüchen von Aggessivität führen wird. Hier ist angewandte Psychologie gefragt. Wie Feldstudien in den letzen Jahren gezeigt haben reicht es schon am Rande des Grün-Grundes – nennen wir diesen hier einfach mal „The Village“ - von Zeit zu Zeit in Tracht gekleidete Menschen auftauchen. Diese werden von Grünen erfahrungsgemäß als „Monster“ gesehen und freiwillig suchen sie deren Nähe nicht.

Bleibt nur noch dem drohenden Lager-Koller entgegenzuwirken, der zwangsweise entsteht, wenn äußere Einflüsse abgelehnt werden. Es hat sich per Zufall herausgestellt, dass es ausreichend ist von Zeit zu Zeit Menschen durch das Areal zu schleussen, die sich optisch deutlich von den indigenen Einwohnern unterscheiden. Diese werden in Folge mit Teddybären beworfen, was wirksam dem grünen Aggressionsabbau dient und bei diesen ein Gefühl von moralischer Überlegenheit und Glückseligkeit hervorruft. Es ist aber darauf zu achten, dass diese temporären Gäste nicht allzu lange im Habitat verweilen, da das bei manchen Exemplaren nach einiger Zeit zu Abschiebungsreaktionen führen kann.

Sobald also sichergestellt ist, dass der Lebensraum den ungewohnten Ansprüchen der dann völlig unicoloren Bevölkerung entspricht gilt es sich Gedanken um den Erhalt der Spezies zu machen. Der gemeine Grüne ist leider etwas zeugungsunwillig, wenn man von Kopfgeburten absieht. Das Konzept des klassischen Sex um Nachwuchs zu generieren wurde in vielen Fällen durch das Konzept des „Patchwork“ ersetzt – eine Theorie, die sich in der Praxis allerdings totläuft, wenn der Input von aussen nicht gewährleistet ist.

In der Vergangenheit hatten auch gutgemeinte Experimente wie „Jute statt Plastik“ keine nennenswerten Auswirkungen auf die Fertilitätsrate. Die Gründe dafür sind noch nicht ausreichend erforscht, allerdings gibt es einige sehr interessante Theorien:

In der stark matriarchalischen Stammeskultur der Grünen sind starke Männchen schwer unterrepresentiert nicht gerne gesehen... schon das Auftauchen eines einzigen Pilzes an einem potenten Exemplar kann zum Ausschluss desselben führen. Dazu kommt noch, dass die Unterscheidung zwischen weiblichen und männlichen Exemplaren bei dieser Gattung extrem schwierig ist. Sowohl für Aussenstehende, die optisch meist keinerlei Alleinstellungsmerkmal wahrnehmen können, wie auch für die Grünen selbst. Viele sind derart damit beschäftigt ihr eigenes Geschlecht zu finden und zu erfinden, dass sie übersehen, dass es zur weiteren Vermehrung auch ein biologisch dazu passendes geben sollte. Dieses Problem kann nur durch künstliche Bevölkerungs-Generierung auf freiwilliger Basis gelöst werden. Hier liegt die Zukunft in alternativen Schulformen. Absolventen, die ihren Namen nicht richtig tanzen können wären zum Beispiel ein Pool aus dem man schöpfen könnte. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu früh versucht wird jene in die grüne Gemeinschaft zu integrieren, da die älteren Exemplare jungen Grünen skeptisch bis aggressiv gegenüber stehen und sie gerne mal aus der Gemeinschaft ausstoßen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir vor einer schwierigen Aufgabe stehen, aber gemeinsam schaffen wir das. Wir als Menschen haben beim Tasmanischen Teufel, beim Dodo und dem Wollmammut versagt – bei den Grünen müssen wir das verhindern. Wir brauchen sie – und sei es auch nur dafür, dass wir nie vergessen, was mit einer guten Idee passieren kann, wenn man sie ideologisch verblendeten Menschen überlässt.

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