Petition gegen den DPolG-Vorsitzenden Rainer Wendt gestartet

Einer Notiz von Vera Lengsfeld entnehme ich, dass von einem Herrn Oliver von Dobrowolski eine Petition gegen Rainer Wendt, den Vorsitzenden der deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG, http://www.dpolg.de) gestartet worden ist, mit dem Ziel, diesen an Medienauftritten zu hindern.

Herr von Dobrowolski ist zweiter Vorsitzender eines Vereins PolizeiGrün e.V. (http://polizei-grün.de/). Laut Impressum ist er im Lobbyverzeichnis des Deutschen Bundestags erfasst. Der Präambel der Satzung entnehmen wir folgenden bemerkenswerten Satz: "Als grüne und grünnahe Polizeiangehörige ist es uns ebenfalls ein Anliegen insbesondere zwischen der Partei Bündnis90/Die Grünen und den Polizeibediensteten eine Verständigungsbasis zu bilden und den gegenseitigen Respekt und das gegenseitige Verständnis zu fördern."

Das ist das gute Recht dieses Vereins.

In der Petition finden wir:

"Diese Petition richtet sich an die Medienschaffenden in Deutschland, insbesondere an die Rundfunkanstalten und Zeitungsredaktionen. Das Ziel ist, dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Herrn Rainer Wendt, für seine Positionen zu Polizeithemen und zur Innen- und Sicherheitspolitik nicht mehr die Plattform zu bieten, die er in den letzten Jahren in vielfacher Weise für seine Zwecke und zum Nachteil des Ansehens der Polizei gebrauchte."

Die Suada geht so weiter. Herrn Wendt wird so alles mögliche vorgeworfen, auch mit den falschen Leuten zu sprechen.

Zwar wird nicht explizit aufgerufen, Herrn Wendt nicht mehr einzuladen, aber o.g. Ziel führt implizit genau dazu.

Nun ist Herr Wendt aber Vorsitzender der zweitgrößten im Deutschen Beamtenbund (DBB) organisierten Vertretung von Polizeibeamten und als solcher einerseits gewählt und andererseits befugt, die Interessen der Mitglieder wahrzunehmen und auch kontroverse Ansichten in der Öffentlichkeit zu vertreten.

Anmerkung: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist mitgliederstärker und im DGB organisiert.

Hier sollte ich übrigens noch einflechten, dass in der deutschen Medienlandschaft die beiden Gewerkschaften leider häufig durcheinandergeworfen werden. Recherche scheint da nicht so wichtig zu sein - egal. Man muss Herrn Wendts Ansichten nicht teilen, aber man muss ihn zu Wort kommen lassen.

Mir ist es unerklärlich, wie ein Herr v. Dobrowolski sich erfrechen kann, einem demokratisch gewählten Gewerkschafter seine grundgesetzlich garantierten Rechte absprechen zu wollen. Der Herr sollte mal darüber nachdenken, wie schnell nach der Machtübernahme 1933 die Gewerkschaften aufgelöst, Gewerkschafter inhaftiert und die Deutsche Arbeitsfront gebildet worden war. Das war eine Sache von Wochen.

© Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2017-01-09-Rainer_Wendt-hart_aber_fair-9613_cropped.jpg.jpg

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