hagerhard

Während einer „Black-Lives-Matters“-Demo in Bristol wurde eine Statue des Sklavenhändlers und Stadtvaters Edward Colston kurzerhand mit Seilen vom Sockel geholt und im Hafenbecken versenkt.

Weltweit werden nun Monumente gefällt, mit Farbe übergossen oder eben im Hafen versenkt.

Das erinnert ein wenig an den Sturz der Statue Saddam Husseins in Bagdad im Jahr 2003 oder an Kiew 2013, als Demonstranten eine Lenin-Statue gestürzt und ihr den Kopf abgeschlugen.

Der Sturz der Symbole als eine symbolische Geste.

Mit Farbe übergossen oder im Hafen versenkt - in Europa und den USA wird Sturm auf Denkmäler gemacht. Ein Zeichen gegen Sklaverei und Rassismus.

In Richmond, Virginia, wurde Präsident Jefferson Davies gestürzt. In Montgomery, Alabama, ein Denkmal des Südstaaten-Generals Robert Lee. Auch Denkmäler Christoph Kolumbus wurden beschädigt.

Eine Diskussion, die auch in unseren Breitegraden geführt wird.

Mit Lueger oder Radetzky finden sich auch in Wien Kandidaten für einen Denkmalsturz.

In Deutschland wird gar über den Philosophen Immanuel Kant diskutiert.

„Wenn man es aber ernst meine mit der Aufklärung von Rassismus und dem Stürzen von Denkmälern, müsse man auch solche Geistesgrößen wie den Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) in den Blick nehmen. Er habe in seinen anthropologischen Schriften den europäischen Rassismus mitbegründet. Insofern gebe es noch einiges zu tun.“

Sagt der Historiker Michael Zeuske.

Warum nicht auch gleich Karl Marx?

Hat er doch in einem Brief an Engels geschrieben:

Der jüdische Nigger Lassalle (Mitbegründer des Arbeitervereins, der späteren SPD), der …

oder

Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Grossmutter von vöterlicher Seite sich mit einem nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichket des Burschen ist auch niggerhaft.

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Was machen wir bloss mit den leeren Sockeln, auf denen diese Denkmäler standen?

Banksy hat die Lösung. Er schreibt auf Instagram

"Was sollen wir mit dem leeren Sockel mitten in Bristol machen? Hier ist eine Idee, die sowohl für diejenigen geeignet ist, die die Colston-Statue vermissen, als auch für diejenigen, die sie nicht vermissen. Wir ziehen sie aus dem Wasser, setzen sie wieder auf den Sockel, binden ihr ein Kabel um den Hals und lassen einige lebensgroße Bronzestatuen von Demonstranten in Auftrag geben, die sie herunterzuziehen. Alle glücklich. Ein berühmter Tag zum Gedenken."

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Don Quijote

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G. Szekatsch

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