gestern „musste“ unter meinem aktuellen blog „HEISS“ die kommentarfunktion gesperrt werden.

von 87 kommentaren wurden 28 gemeldet – also fast jeder dritte kommentar wurde von irgendeiner/m leser*in als unangemessen empfunden und der redaktion gemeldet.

wegen angeblicher persönlicher beleidigungen.

jetzt frag ich mich schon, wer da so leicht angrührt is, wenn einmal in einem „linken“ blog ein ton herrscht, wie er bei den „rechten“ gang und gäbe ist.

mir geht das ganze mimimi der „rechten“ ordentlich auf die socken.

was wurde mir nicht schon alles mitgeteilt und unterstellt. schwul bin ich sowieso, weil meine hose im avatar gelb leuchtet. und massenmörder bin ich auch. weil sympathie für che und so. und so weiter und so weiter.

wenn ich mir da gleich wegen allem ins hoserl machen tät, wär die in wirklichkeit beige hose dann wirklich urinfarben.

andersrum schauts ein bissl anders aus.

da werden schon einmal meine blogs gemeldet, die einen anderen blog zitieren und darauf bezug nehmen. weil zb tatsachen nicht richtig dargestellt wurden. da sind ein paar (angeblich auch ganz harte männer) plötzlich ziemliche mimoserln.

wie überhaupt die so ganz manierlichen rechten überhaupt kein problem damit haben, anderen menschen von haus aus und grundsätzlich mörderische absichten zu unterstellen. es is ihnen auch wuaschd, wenn ein paar menschen irgendwo weit weg ersaufen. das wird maximal positiv aufgenommen, weil die dann „uns“ nimmer zur last fallen. die kämen sowieso nur, weils bei uns von der sozialhilfe leben wollen.

diese „unmenschen“ betrachten „gutmenschen“ ohnehin als völlige trotteln, die man am besten irgendwohin entsorgen könnte.

aber wenn dann ein herzhaftes und umgangssprachliches „ganslficker“ als bezeichnung für einen im bezirk gänserndorf lebenden daher kommt, ist die aufregung gross. wie kann man nur?!

ein geht’s scheissen ist offensichtlich gleichbedeutend mit dem ende der welt.

weil unhöflich darf man keinesfalls sein.

menschenverachtend schon – das is wuaschd – solang man dabei die etikette nicht verletzt.

ganz ehrlich – da bin ich lieber ein unhöfliches deftiges arschloch, als mich als teil des „volks“ zu fühlen, dass sich aufführt wie die ewiggestrigen.

für interessierte leser hab ich hier einen interessanten beitrag, der da grad gut passt, über die bedeutung von worten.

ich fang an mit deutschland. aber das gilt natürlich auch für österreich und ist ein ganz besonders beliebtes spielchen. das beste land der welt und gleichzeitig die grösste kloake.

Deutschland

In rechten Köpfen existiert Schrödingers Deutschland: Es ist gleichzeitig das allerbeste Land des Universums - aber auch eine unwürdige, schlimme Linkskloake und GmbH. Für Rechte kann "Hört endlich auf, dieses drecksversiffte Land schlechtzureden!" ein sinnvoller Satz sein.

das ist auch ziemlich gut und treffend – viele hier sind plötzlich ziemlich beleidigt, wenn man sie als rechte bezeichnet. das sind sie doch nie und nimmer!

Rechte Ecke

Sogar selbsterklärte Rechte wehren sich dagegen, "in die rechte Ecke" gestellt zu werden. Denn Rechte und Rechtsextreme haben den Trick entwickelt, sich selbst für die "politische Mitte" zu halten. Deshalb empfinden sie nicht "rechts" als beleidigend, sondern "Ecke". Eigentlich fehlt nur noch die Beschwerde, dass man Nazis nicht immer gleich in die rechte Ecke stellen solle.

und weiter im text

Rassismus

Gibt es nicht, sagen Rechte, jedenfalls nicht hier. Außer vielleicht gegen weiße Männer, wenn man sie "weiße Männer" nennt. Wenn Nichtweiße widersprechen, müssen sie zum Beweis des vollständig fehlenden Rassismus rassistisch beschimpft werden.

Linksfaschisten

Rechte vollbringen die gedankliche Akrobatik, zur gleichen Zeit am Dritten Reich "nicht alles schlecht" zu finden - und den Begriff Nazis als ultimative Politabwertung zu verwenden. In dieser Tradition steht das Wort "Linksfaschisten", das von Rechtsextremen für alle Menschen verwendet wird, die sich gegen sie, ihr Weltbild und ihren Hass wehren.

Gutmenschen

Auch in intellektueller Darreichungsform als "Hypermoralisten" verfügbar, handelt es sich im rechten Sprachgebrauch um Leute, die einen gewissen Mindestanstand im Alltag und Grundrechte für alle Menschen für politische Werte halten. Die Bezeichnung Gutmensch ist eine Schuldabwehr, weil sich Rechte und Rechtsextreme schlecht fühlen, wenn ihr fehlender Anstand im Kontrast zu Nichtrechten so deutlich wird.

und zum schluss – WIR sind das VOLK

Volk

Volk sind für Rechte nur sie selbst. Plus diejenigen, die so denken wie sie, sich aber trotz ihrer grandiosen Deutschheit nicht trauen, das offen zu sagen (zum Beispiel wegen "Political Correctness";). Volk wird bei Rechten passenderweise völkisch-rassistisch definiert - schwarze, jüdische oder muslimische Menschen gehören natürlich nicht dazu, völlig unabhängig vom Pass. Sich selbst mit dem Volk gleichzusetzen, ist Anzeichen eines kollektiven Narzissmus. All das ist der Grund dafür, dass sie mehr Volksentscheide fordern - denn nur sie wollen entscheiden, und zwar über alles, über alles in der Welt.

NEIN – IHR seids NICHT das VOLK. ihr seid ein teil einer gemeinschaft.

einer gemeinschaft, die nicht nach eurer pfeife tanzt. einer gemeinschaft, die sich an verfassung und regeln hält.

und wenn euch das nicht passt – geht’s scheissen!

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