1. Die Kernfamilie war eine Notwendigkeit in der vorindustriellen Zeit. Die Menschen lebten auch viel weniger lang als im 21. Jh..

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2. Im 21. Jh. leben die Menschen – zumindest derzeit in den OECD-Ländern – wesentlich länger; das Durchschnittsalter liegt um die 80 Jahre…

3. In einem langen Leben – das in der Beziehungssphäre etwa mit 15, 16, 17, 18 Jahren beginnt – werden immer mehr „Vielbeziehungen“ gegeben sein, hintereinander oder eventuell auch parallel. (Wohl gibt es überall auch einige Menschen, die diesem Trend bewusst zuwider laufen, – und eine strenge „Vorehezeit“ und „Ehezeit“ leben und führen. Sie sind aber defacto eine verschwindende Minderheit.)

4. Zudem, die meisten Beziehungen, die man „von außen“ sehen kann, also die Beziehungen bei den eigenen Verwandten, und auch bei etlichen Bekannten – sind bisher meist „nicht so toll anzusehen, anzuhören, …“ - direkt oder indirekt. Und vieles gilt zurecht als mehr oder weniger tabuisiert, wird daher nur angedeutet bzw. versteckt (was kaum gut gelingt). Vieles also „darf“ man sich vorstellen, wenn man es nicht kunstgerecht verdrängen kann; und viel ist dabei, das man sich gar nicht gern vorstellen will, vorstellen wollte. (Außer eventuell um den eigenen Schaden mit Schadenfreude über andere zu kompensieren, zu kaschieren…)

5. Wie sollen also die nächsten Generationen sich die Zukunft dieser Beziehungs-Seite des Lebens vorstellen, anpeilen, zum Ziel setzen? Sollten sie überhaupt die „ewige Zweierbeziehung“ als Ideal voranstellen? Oder eher einen beziehungsmäßigen Freiraum als Zukunftsraum vorstellungs-mäßig schaffen, in dem viel Verschiedenes und alles Mögliche vorstellbar ist…

6. Bei all der eröffneten Vielfalt, würde ich dennoch für die Großfamilie – also den lockeren Zusammenhalt über die Generationen hinweg – „irgendwie“ und „trotz vieler oft wechselnder Beziehungen (inklusive auch diverser Intimbeziehungen“) das Wort reden. Und auch die Vielfalt nicht zwänglerisch, - es kann sich ja dennoch auch alles anders ergeben…

7. Wenn wir uns die „Freiheit“ der Vielfalt nehmen, was ja heute möglich ist, - so wird wohl auch die Notwendigkeit dringlicher werden, jeweils

* einen ordentlichen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten, - für die Gesellschaft einerseits z.B.doch mal ein paar Jahre in einem Katastrophendienst ableisten, – danach in einer jederzeit einberufbaren Miliz der Katastrophenhilfe „verortet sein“, und

* auch in einer Art Großfamilie, die man auch in einer phantasievollen Vielfalt ausleben kann, verfügbar zu sein. (Nirgends einen Beitrag zu leisten, wird vielen bald selbst schal aufstoßen. - Dann werden hoffentlich die – m.E.n. zwänglerisch Kooperation vortäuschenden – sogenannten Genossenschaften, überflüssig werden... Ich persönlich will nie in Gemeinschaften sein, wo irgendwann oder gar öfter „gemeinsame Entscheidungen (Sargfabrik) getroffen werden müssen, und also die Schwätzer ein breites Feld der Entfaltung finden…, und schließlich meist das Mittelmaß – Jonathan MEESE (Tokio) formuliert dies für die Kunst sehr deutlich – sich durchsetzt. Nein, danke. Das Leben in Siedlungen meiner Erfahrung nach - mit weniger als 350.000 Einwohner bedeutet die Aufgabe seiner Anonymität; - das mache wer wolle; es ist jedoch m.E.n. alles andere als ein Ideal. Es ist die stille Diktatur des „Dorfes“ - eben kleiner oder größer formatiert...)

8. Und dann – all das angebahnt – ist also auch die einzelne Beziehung nicht so „tierisch erst zu nehmen wie bisher oft“; – dennoch, wo man „zuhause ist“, wird wohl immer eine der größten aller Fragen sein.

9. Aber was gut ist, darf auch gut-genannt werden, darf begeistern, darf „in“ sein. Und irgendwo sollte auch jeder wieder was abladen können…, solche „Freundschaften“ sollten immer dazu gehören, und dürfen auch geschätzt werden. - Vielleicht ist es auch sinnvoll diese Erde hier – als das naheliegendste eventuelle „Paradies“ zu sehen, – was immer man auch von dem Jenseits dann noch „über-drüber erwarten will, so man das unbedingt will“…

10. Kurz: Lieber „Freie Vielfalt“ als „quasi-sozialistische Genossenschaften und deren Abarten“...#

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Spinnchen

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