Wie ich den Vortrag von Dr.SRADJ am 30.1.2019 im KUNSTRAUM, Wien auffassen konnte: (eine subjektive Mitschrift und Auffassung - zuM PARADIGMENWECHSEL BZGL.ZEIT UND RAUM.

1. Dr. SRADJ, Dr. med., auch Philosophie-affin (Studium, syrischer Herkunft, aber in Österreich und Deutschalnd ausgebildet - hielt am 30.Jänner 2019 im Kunstraum Thurnhofer, Ringstraßengalerie in Wien eine kurzen Vortrag zum Thema „Paradigmenwechsel für das 21. Jht.", der in 10 Thesen dargestellt wurde. Es wurde jede These im Vortrag eher nur kurz gestreift, und im Wortlaut per Beamer an die Wand geworfen, aber nur so kurz, dass eine volles Mitlesen kaum möglich war. Im Internet finden sich sehr hochlobende Sätze über seine Augenärtzliche Tätigkeit („der beste auf seinem Gebiet – gemeint ein eher von der schulorthodoxen Sicht-und Handlungsweise abweichende Auffassung zur Augenheilkunde…)

Gleich eingangs wird der sogenannte Wiener Kreis erwähnt, Ernst MACH; Treffen bei Schlick, u,ä.. - sind Ansatzpunkt für Dr. SRADJ als in Deutschland ausgebildeter Augenarzt, der die Auffassung des Auges als einer Art „Kamera“ eingebaut im menschlichen Körper und dem Menschen als die Außenwelt wahrnahmendes Organ. Wahr-nehmung wäre ein verräterisches Wortgebilder, da schon die Auffassung des Auges als Teiles des Organismus zu mechanistisch und in der Nach-Heisenbergschen Zeit (des zunehmenden Umganges mit Quantenphysik) unzutreffend sei, und eher zu einer „Falsch-nehmen“ (statt Wahr-nehmung) führe. Die Fehlleistungen und zunehmenden Schwächen des Auges werden gemäß mechanistischer Grundauffassung auch daher grundsätzlich von der orthodoxen noch allgemein-gängigen Augenheilkunde mit „Messung“ und „meschanischen Hilfsinstrumenten (Brillen etc.) zu „reparieren“ versucht. - Demgegenüber wäre eine Augenheilkunde ohne mechanistische Zwischeninstrumente,die sich in Sehmessung und Sehbehilfen, Augeninstrumenten realisieren, durch andere – einem neuen Welt- und Menschenbild mehr entsprechenden Ansatz – besser und körperfreundlicher zu nähern, - etwa durch die Berührung der vielen Muskel rund um das (in diesem neuen Ansatzes).

Jedenfalls soll im Zentrum dieses neuen Ansatzes das Leben, eine Lebensanalyse stehen, die damit den Stellenwert der sogenannten „NATURGESETZE“ (wer sind wir Menschen, die sich erkühnen, die Gesetze der Natur zu erkennen, und sodann diese (aus dieser schief-einseitigen Sicht) zu unserem (vermeintlichen) Nutzen einsetzen. … Hier läge bereits ein grundsätzlicher Fehler unserer Betrachtungsweise (ARISTOTELES- und KANT-gestützt), die ja auf eine grundlegend vom Innen abgetrenntes und entferntes Außen aufbaut. Aus diesem Ansatz kommend, wird auch in allen unserem Verhalten weltweit die NATURWISSENSCHAFT als sakrosankt und womöglich ewig-wegweisend gesehen, alles gemessen was zu messen geht, und alles versucht messbar zu machen, was noch nicht messbar ist. Damit – dies unhinterfragt seht auch in aller dzt. gültigen „Expertokratie“ - wird auch letztlich alles begutachtet und reguliert. Damit schließlich – und besonders in BRÜSSEL – die Welt „regiert“.

Wenn dieser Ansatz aber prinzipiell zu kurz gegriffen ist, muss alles Messen und deren riesige Expertokratie einseitig und ala longue schief werden… Und dies stecke hinter der Misere unserer Zeit, dass wir gleichsam immer mehr messen können, einschränken wollen im Verbrauch – und schließlich jedes Jahr weiter in das Dilemma eines immer höheren und allgemein-belastenden Schadstoffausstosses kommen. - SRADJ zieht den Schluss, dass wir mit dem dahinterliegenden Paradigma von Benjamin FRANKLIN (der MESS-WAHN: messen was geht und dann manipulieren zum vermeintlichen Nutzen des Menschen, der Menschheit) nun einsehen müßten, dass wir damit nur immer weiter in eine Misere hineingeraten und mit der Methode (Mess-Wahn-Naturwissenschaft) nicht aus der Misere herauskommen können: Wir uns also am selben Zopf der hineinführt nicht auch herausziehen könnten…..

Insofern ist das Augenbeispiel – das Dr. SRADJ auch an einer Versuchsperson demonstrierte (und man mit guten Willen bei dem Tempo der Demonstration nur mit Mühe folgen, die Conclusio dennoch verstehen konnte – es schreit eigentlich nach einem ausführlichen wissenschaftliche Artikel, evtl. philosophischen Artikel, der eben eine neue weitergreifende Methode nahelegt (im Quanten-Zeitalter des 21.Jhs.). - Ja, das Auge nimmt Umgebung wahr (evtl. aber falsch aufgefasst: als eben als falsch-nehmen nicht als wahr-nehmen). Aber das Auge sendet auch Signale an die „Außenwelt“ (man frage z.B. die „Profiler“…).

Paradigmen-mäßig also rüttelt er auch an dem Epistem (also der in unserer Zeit nicht mehr üblicherweise hinterfragbaren Selbstverständlichkeit: „Messen bringt Expertenwissen, und Wissen ist Macht….“) - Aber dies ist heute noch selbstverständlich, und – m.E.n. - zeigt Dr. SRADJ auf, dass mit diesem Wissen allein nichts zu lösen ist, was uns als die Kernprobleme unsere Zeit vor der Nase stehen, und unausweichlich – schon fast mit der Drohung die Qualität unserer Zivilisation zu verlieren, so kontext-unangepasst sind wir in dieser Einseitigkeit (=Messbares – und alle „logischen Induktion“ darauf aufbauend - führt zu immer besser Manipulierbaren, und dies zu immer besserem Wohlleben weltweit….).

Dr.SRADJ plädiert daher zunächst einmal für eine „Balance von Paradigma und Forschungszielen“ (also wofür Forschungsgelder ausgegeben werden). Das Paradigma der „Messbarkeit=Heilbringend“ wird von ihm also aufgegeben, und nach einem neuen Paradigma, das dann auch dementsprechende Forschungsziele, - aufträge, und -gelder nach sich zieht, sei angesagt: Welches Paradigma wäre das? Wie könnte man dies ausdrücken: Quanteln? - Noch können sich sehr wenige Menschen darunter etwas für ihr Leben handhabbares vorstellen (Augenmuskel-entspannung anstelle Augenmessungen werden gerne zur Kenntnis genommen, allein noch sind kaum greifbare Ergebnisse und Relevanzbeweise am Tisch….

Jedenfalls konnte Dr. SRADJ unschwer selbst – wer ihm gut folgen konnte sei dahingestellt – den Sprung vom Auge auf die Problemfelder „Ökologie-Ökonomie“ machen, die Genmanipulation als ein Hineinpfuschen in ein subtile Welt der über Jahrhunderttausende abgestimmten Welt von Organismus und Kontext erinnert. - Kurz, die Technologie allein kann die Probleme des 21. Jhs. Nicht lösen. … Und dagegen werden kaum viele Menschen aufstehen, aber Pfade der ökonomischen Geld- und Machtflüsse weisen noch immer – auch mangels anderer versteh- und machbarer Wege – in eine experokratischen Richtungen, die auch en masse begangen wird.

Die Auffassung von Raum und Zeit – offenbar eine besonders „Nicht-lineanre“ Auffassung von Raum und Zeit, wie es etwa aus den Werken von Salvador DALI (etwa eine Art „poly-axiale Zeit...“) herauszulesen, bzw. hineinzusehen ist, mag als Illustration dafür herhalten können. Und so kommt hier die Kunst – zumindest als Illustration, wenn auch noch kaum als Beweismittel und schwergewichtiges Argument – ins Spiel. Der Kunstraum hier in der Ringstraßengalerie scheint damit auch der gegebene Ort zu sein, die interessierten Beobachtern der historischen Zeit vor Augen (nomen est omen) zu führen (eben von einem Paradigmen-Ungläubigen Augenarzt...).

Dass schließlich abschließend – auch wenn man die vorangehenden Zweifel am Mess-Ansatz einerseits und am Zukunftsansatz (ja welchen eigentlich) andererseits noch gar nicht so ganz verdaut haben mag, die Conclusio lautet „der DIALOG MIT DER NATUR“ muss erneut und zwar nicht nur auf der „Messbarkeits-Schiene“ gesucht werden, - gut einleuchtet.

Der Wr. Kreis sprach schon in den 1920ern – so kryptisch dies wohl klingen mag – bereits von einer Ästhetik der Sinnesphysiologie … und das eben alles im „KONNEX SEINER UMWELT“ gesehen werden muss (dicitur – das Auge ist offenbar überall zentral). Das Paradigma dahinter könne also nicht mehr (nur oder überhaupt) die MESSBARKEIT sein, um WISSENSCHAFT auszuweisen, sondern vielmehr eine noch vage aber sich vortastende „Sicht“ (man entkommt dem nicht) des gesamten „Feldes“ (also gemeint etwa der „All-Umwelt“, dem All-Kontext und seinem „Mit-allem-verwoben-sein“, also dem „ALL-Konnex“ in dem man – auch wenn man sich als Einzelner auffassen mag – nicht entkommen kann.

Schon NIETZSCHE sagte ahnungsvoll die Wissenschaft (die Mess-Wissenschaft offenbar gemeint) ist amoralisch. - Die Lösung liegt also irgendwo im gesamten Feld, wo man sodann auch beim Manipulieren die MORAL nicht außer Acht lassen darf: Also ist der wesentliche fehlende bisher vom Zauberlehrling übersehene Baustein, die MORAL. Und so wird wohl oder übel ein weiterer Feldbauteil aufgemacht werden müssen, und schritt für Schritt einbezogen werden müssen, soll es „lebensfreundlich“ werden… Oder?

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thurnhoferCC

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