Der Blog Kreuz des Südens ist gespickt mit Fehlschlüssen & Manipulation
Obwohl der Autor einleitend das korrekte Führen von Argumenten (Behauptung, Begründung, Beispiel) anmahnt, bricht sein eigener Text (wie nicht anders zu erwarten) an mehreren Stellen mit den Regeln der formalen Logik:
A. Die falsche Dichotomie (Schwarz-Weiß-Denken)
Der Autor suggeriert, es gäbe nur zwei Optionen: Entweder man folgt blind dem westlichen „Mainstream“ (den er als korrupt, dumm und woke definiert) oder man akzeptiert seine radikale Gegenposition (die die Handlungen Russlands und Chinas glorifiziert). Dass man beispielsweise sowohl den Islamismus und linken Antisemitismus kritisieren als auch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als völkerrechtswidrig verurteilen kann, wird logisch ausgeschlossen.
B. Das "Ad Hominem" und die Brunnenvergiftung
Die politischen Entscheidungsträger in Europa werden pauschal als „die dümmsten und verkommensten Politiker an den Machtzentralen seit 1945“ abgewertet. Indem er westliche Berichterstattung vorab kollektiv als „Ukrainepropaganda“ oder „Warenform der Kulturindustrie“ deklariert, immunisiert er seinen Text gegen jede rationale Gegenkritik (Brunnenvergiftung). Nichts anderes kennen wir von diesem dummen Autor.
C. Der Strohpuppen-Fehlschluß
Der Autor verzerrt die Positionen seiner politischen Gegner, um sie leichter angreifen zu können. So behauptet er pauschal, die deutsche Politik befinde sich im „erneuten Bündnis mit den Bandera-Nazis“ und führe einen Krieg gegen „russische Untermenschen“. Damit setzt er die heutige demokratische Bundesregierung rhetorisch mit dem NS-Regime gleich, was historisch und sachlich haltlos ist. Zum anderen muss gesagt werden, dass Nazideutschland einen Krieg gegen die UDSSR führte, der zum grössten Teil auf ukrainischem Boden stattgefunden hat. Doch aufgrund dieses Krieges verbietet es sich die Ukraine zu unterstützen...
D. Selektive Faktenauswahl
Beispiel China: Er lobt die enormen Fortschritte Chinas bei der Armutsbekämpfung und Infrastruktur. Die totalitäre Überwachung, die Unterdrückung von Minderheiten (Uiguren) oder das Fehlen von Gewerkschaften in einer angeblich „sozialistischen Marktwirtschaft“ lässt er komplett unerwähnt.
Beispiel Ukraine/Russland: Er listet detailliert das unbestreitbare historische Problem des Bandera-Kults in Teilen der Ukraine auf. Dass rechtsextreme Parteien im ukrainischen Parlament real keine Rolle spielen (unter 1 % der Sitze) und Russland selbst massive Probleme mit staatlich instrumentalisiertem Ultranationalismus hat, wird verschwiegen. Nicht umsonst begründet Putin den Krieg mit der Zusammengehörigkeit der slavischen Völker...
Fazit
Der Essay ist intellektuell anspruchsvoll formuliert und geschickt mit Zitaten großer Denker (Sartre, Adorno, Brecht) unterfüttert, um dem Text eine philosophische Tiefe und wissenschaftliche Autorität zu verleihen.
Inhaltlich handelt es sich jedoch um eine klassische Querfront-Argumentation: Es werden legitime linke Theorieelemente (Kapitalismuskritik, Antiamerikanismus, materialistische Geschichtsauffassung) mit neurechten, kulturpessimistischen Narrativen (Anti-Wokeness, radikale Islamkritik, Glorifizierung autokratischer Systeme) verschmolzen, um ein zutiefst antiliberales Weltbild zu transportieren.
Nichts anderes erwarten wir von diesem Autor, der hier öfter schon seine antidemokratischen Haltungen tief aus dem Darm des russischen Präsidenten vorgetragen hat.