Ist die Jugend faul, und sind die Lehrer unfähig.?

Was sagt Ihr, stimmt das, oder kann man sich es mit dieser Aussage doch nicht so einfach machen? Tatsache ist, dass die alten Geister des Wissens still geworden sind, man hat sie eingesperrt in Bits und Bytes in einem weltweiten Internetsystem, das der Kontrolle entglitten ist, und sich immer mehr verselbstständigt. Das Gehirn hat keinen USB Anschluss, so ist das. Unsere Jugend ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und die Gesellschaft, das sind wir alle.

Viele Erwachsene versuchen sich derzeit selbst zu verwirklichen. Wer selbst noch nicht weiß, wohin es geht, kann niemand anderen den richtigen Weg zeigen. Die Jugend versucht sich in diesem Mega-Netz zu finden, zwischen Realität und Fiktion hineingepresst in eine Leistungsgesellschaft, die keine Grenzen kennt. Und die Lehrer in den Schulen kämpfen oft wie Don Quijote de la Mancha sprichwörtlich gegen Windmühlen. Wir selbst haben diese Leistungsgesellschaft geschaffen, wo nur wenige ans Ziel kommen und viele auf der Strecke bleiben. Auch leben wir in einer Zeit, in der man viel essen kann und wenig dafür tun muss.

Die Werbung zaubert es uns vor, schnell reich und immer schön. Die Kindheit ist heute kurz geworden, gerade noch im Kindergarten, und schon ist es vorbei mit der Unbekümmertheit. Im letzten Kindergartenjahr,läuft schon alles auf Hochtouren. Vorbereitung auf die Schule. Man will schon perfekte Kinder in der ersten Volksschulklasse haben, Ab jetzt sind sie ausgeliefert, ausgeliefert einem System, das nur Erfolg kennt, das nur nach sehr gut rechnet.

So verlieren sich jetzt schon kleine Persönlichkeiten. Wie die Natur so zähmt man auch die Menschen, macht sie zu kleinen Rechenmaschinen, zu kleinen braven Bürgern. Und alle meinen es so gut, mit den kleinen Erwachsenen, die Eltern, die Lehrer die Nachbarn, der Staat. Materielle Werte, Wohlstand und tausend Spielsachen machen nicht unbedingt glücklicher. Zeit, Zeit ist und wäre wichtig. Zeit für Phantasie, Zeit um einfach in einer Wiese zu sitzen und die Wolken zu zählen, Zeit, um zu fragen, Zeit, um zu träumen, Zeit, um einfach Kind sein zu können. Was aber sehen und spüren sie?

Eine Welt der Erwachsenen, ohne Zeit, ohne Zärtlichkeit, ohne Träume. Die Traurigkeit verbirgt sich hinter dem Glitzern der Konsumwelt. Warum wollte Peter Pan in seinen Geschichten niemals erwachsen werden, vielleicht fragen sich das die Kinder. Warum flüchtet er sich ins Nimmerland, wo Träume Wirklichkeit werden, wo Kinder noch Kinder sein können, wo noch die Phantasie lebt? Solche Geschichten haben keinen Platz in einer Welt die jung, erfolgreich, dynamisch und nur materielle Träume kennt. Heute heißt das Nimmerland Internet. Man muss früh genug der Realität ins Auge schauen.

Eines dürfen wir niemals vergessen, in jedem Kind lebt ein Traum, ein Traum von einer besseren Welt. Wir alle stöhnen unter dem Leistungsdruck, den wir uns selbst auferlegt haben , aber niemand sucht einen Ausweg. Wir machen einfach weiter, und sehen nicht, wie sich die Spirale nach unten dreht. Statt einmal stehen zu bleiben, schrauben wir die Leistungskurve immer höher, und erreichen damit das Gegenteil.

So sind wir wieder bei der Frage angelangt, wer ist schuld, die Schüler oder die Lehrer, wenn das System krank ist. Schüler und Lehrer, das bezieht sich jetzt nicht nur mehr auf unser Schulsystem. Schüler und Lehrer, das sind auch wir alle, tagtäglich. Vielleicht sollten wir wieder anfangen, mehr auf die alten Geister des Wissens zu hören. Man findet sie einfach und leicht beim Lesen eines Buches. Lesen in der Stille, wie von selbst entfaltet sich die Fantasie.

Es gibt keine schlechten oder faulen Schüler, auch keine unfähigen Lehrer, es gibt immer nur uns Menschen, und wir können alles verändern .

Nur damit sollten wir endlich auch anfangen.

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Andrea Walter

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Bernhard Juranek

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Silvia Jelincic

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