Das Klima... seit Jahren in aller Munde.

Und jeder, der Mainstream-Zeitungen liest und Mainstream-Nachrichten sieht/hört, weiß, dass es immer schlimmer wird mit dem Klima. Da sind sich die Wissenschaftler einig und wenn die sich einig sind, dann muss es ja stimmen.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist dabei die globale Durchschnittstemperatur. Diese hat sich seit etwa 1860 bis heute um ca. 0,5 bis 1 Grad erhöht.

Dieses theoretische, statistische Konstrukt ist das Urmeter aller klimabesorgten Bildungsbürger.

Auf dieses theoretische, statistische Konstrukt starren sie wie das Kaninchen auf die Schlange und bewerten jede Änderung mit einem bedenklichen Kopfwiegen und mit wichtig klingenden Urteilen. Sie haben keine Ahnung davon, wie Wolken entstehen und kennen auch nicht den 2. Hauptsatz der Wärmelehre und wissen sicher auch nicht, wie ein tatsächliches Treibhaus eines Gärtners funktioniert und was jenes von der Erdatmosphäre unterscheidet, aber sie reden mit. Weil die Medien es vorkauen. Und weil es schick ist, den Menschen die Schuld daran zu geben, dass das Klima verrückt spielt.

Natürlich sind dabei nur die anonymen anderen Schuld. Denn man selbst kauft ja Äpfel aus der Region und bezieht Ökostrom.

Ich will jetzt nicht auf all die Fehler in der Logik und die Wissenslücken eingehen, die diesen guten Klimaschützern zu eigen sind, sondern nur auf das theoretische, statistische Konstrukt der Durchschnittstemperatur.

Ich habe mir mal ein wenig Mühe gemacht und mit der Durchschnittstemperatur Deutschlands ein paar statistische Auswertungen gemacht. Mit einem schönen Whisky und etwas Zeit am Abend ist das keine gar so große Mühe.

Es gibt da eine schöne Website.

https://www.wetterdienst.de/Klima/Klimatabellen/Welt/Europa/200001/

Auf dieser Seite kann man sich verschiedene Temperaturen verschiedener Wetterstationen in verschiedenen Regionen der Welt ansehen. Ich hab mir aus der Liste für Europa mal die deutschen Wetterstationen raus gesucht. Leider gibt es die Daten nur von 2000 bis 2014, aber immerhin: das ist fast ein halber Zeitraum, innerhalb dessen die Welt-Meteorologie-Organisation das Klima bestimmt. Danach ist nämlich Klima der Durchschnitt des Wetters an einem Ort über 30 Jahre. Ein wesentlicher Bestandteil des Klimas ist die Temperatur. So können wir uns also die Temperaturentwicklung in Deutschland von 2000 bis 2014 betrachten.

Anlass für meine Recherche waren die derzeit angenehmen Temperaturen in Berlin im Jahre 2018 und die natürlich unausweichliche Bemerkung von oben bereits erwähnten Mainstream-Bildungsbürgern, dass 10 Grad und mehr im Januar in Deutschland ja wohl viel zu warm wären.

Um das zu überprüfen, habe ich ein wenig im Internet gesucht und bin dann auf oben genannte Website gestoßen.

Wie gesagt, man kann sich dort verschiedene Temperaturangaben aus verschiedenen Regionen der Welt ansehen. Durchschnittstemperatur, Minimaltemperatur, Maximaltemperatur, mittleres Maximum, mittleres Minimum... eine wahre Fundgrube!

Da, wie ebenfalls schon gesagt, die globale Durchschnittstemperatur das Maß aller Dinge ist, an dem sich die Laune von sog. Klimawissenschaftlern und die Sorgenfalten auf der Stirn von Mainstream-Bildungsbürgern orientieren, habe ich mir mal die Temperaturangaben für die deutschen Wetterstationen in der Liste angesehen.

Die Liste besteht aus Helgoland, Hamburg-Fuhlsbüttel, Greifswald, Berlin-Tegel, Essen, Dresden, Frankfurt/Main, Stuttgart, München und der Zugspitze. Also ein guter Querschnitt durch Deutschland von Nord nach Süd.

Die Daten liegen von 2000 bis 2014 vor, wobei Berlin und München erst ab 2002 hinzugefügt wurden.

Die Daten an sich, übertragen in eine Excel-Tabelle, sehen so aus:

Dies sind die Durchschnittstemperaturen an den jeweiligen Stationen im Januar im Zeitraum 2000 bis 2014. Unten rechts, gelb markiert, sieht man den Durchschnitt aller Temperaturwerte. Er beträgt 0,3 Grad.

Findet irgendjemand in der Tabelle diesen Wert wieder?

In der Tabelle stehen 146 Werte. Ein einziger (!!!) Wert zeigt den Durchschnittswert an. Es ist der Wert aus Berlin-Tegel im Januar 2013. Alle anderen Werte (!!!) weichen davon ab. Der Höchstwert beträgt 7,3 Grad, gemessen in Helgoland im Jahr 2007, der Tiefstwert beträgt -13,4 Grad, gemessen im Jahr 2010 auf der Zugspitze.

Wobei "gemessen" ja schon hier der falsche Ausdruck ist, denn wir sind ja beim Durchschnittswert der tatsächlich gemessenen täglichen Werte. Die tatsächlich gemessenen Werte liegen höher bzw. niedriger. Das ist die Logik der Statistik.

Wir sehen also, dass der Durchschnittswert der Durchschnittstemperaturen bestimmter deutscher Wetterstationen aus den Jahren 2000 bis 2014, nämlich 0,3 Grad, genau 1 Mal (!!!) auftaucht.

Welchen Sinn, welche Aussagekraft hat nun also ein solcher Durchschnittswert? Eine einzige Wetterstation gibt diesen Wert wider. In einem einzigen Jahr zwischen 2000 und 2014. Und dann auch nur als Durchschnittswert aller tatsächlich gemessenen Werte.

Wenn in jedem Januar (oder in jedem anderen Monat) eines jeden Jahres nur ein oder zwei Tage wärmer waren und die anderen 29 oder 30 Tage gleich "kalt", so ändert sich natürlich die Durchschnittstemperatur. Sie steigt. Obwohl niemand in dem betreffenden Gebiet irgend etwas davon merken würde, wenn es ein oder zwei wärmere Tage gibt.

Und das ist ja gerade das Problem mit dieser "Durchschnittstemperatur". Sie suggeriert, dass es nach und nach gleichmäßig wärmer wird. Überall auf der Welt, wenn man die globale Durchschnittstemperatur nimmt.

So ist es aber nicht. Es gibt Regionen, die kühler geworden sind, es gibt solche, die wärmer geworden sind und es gibt jene, die überhaupt keine Änderung zeigen.

Und nun hat es sich eben so ergeben, dass es an manchen Orten mehr auf der Welt leicht wärmer wurde. An einzelnen Tagen! Da reichen schon Zehntelgrade mehr, denn noch immer dreht sich der gesamte Klimawandel-Hype um 0,5 bis 1 Grad Erwärmung seit 1860. Und es reichen ein paar Tage mit weniger oder mehr Wolkenbedeckung oder mit Änderung der Luftdruck- und damit der Windverhältnisse, um Änderungen der Durchschnittstemperatur zu bewirken.

Dieser Durchschnitt von 0,3 Grad (in diesem Fall für Deutschland) ist so hilfreich und aussagekräftig wie die Durchschnittstelefonnummer von Deutschland! Im besten Fall hebt genau eine Person den Hörer ab, wenn man diese Nummer wählen würde.

Und was machen jetzt sogenannte "Klimaforscher"? Sie ermitteln eine solche Durchschnittstemperatur und ziehen daraus irgendwelche Schlüsse.

Anhand der obigen Tabelle könnten sie z.B. feststellen, dass die Durchschnittstemperatur des Jahres 2014 mit 1,6 Grad weit über dem Durchschnitt von 0,3 Grad lag. Schaut man allerdings auf das Jahr 2013, dann lag die Durchschnittstemperatur bei - 0,1 Grad, also unterhalb des Durchschnitts. In 2010 waren es sogar - 3,8 Grad! Drohte etwa eine neue Eiszeit?

Allein dieses kleine Beispiel anhand der Temperaturen verschiedener Wetterstationen in Deutschland zeigt, wie wenig sinnvoll und aussagekräftig eine Durchschnittstemperatur ist. Selbst wenn man sich einzelne Wetterstationen ansieht, ist die Aussagekraft nicht besser.

Schauen wir z.B. auf den Durchschnitt Helgolands, dann sehen wir ein fröhliches Auf und Ab.

Das geht im Minimum von -0,7 Grad bis zum Maximum von 7,3 Grad. Wohl gemerkt im DURCHSCHNITT!!! Die tatsächlich gemessenen Höchst- und Tiefsttemperaturen im Januar eines jeden Jahres sehen völlig anders aus.

Schaut man sich die Entwicklung von 2000 bis 2014 an, ergibt sich ein Rückgang von 4,8 Grad auf 3,6 Grad. Der Durchschnitt über alle Jahre liegt aber bei 3,6 Grad. Haben wir nun eine Abkühlung oder eine Erwärmung? Oder eine Stagnation?

Nichts von dem. Jedenfalls gebe ich keine Aussage ab, ob es nun wärmer oder kälter geworden ist. Das wäre absurd. Aber genau solche Aussagen treffen sogenannte "Klimaforscher"!

Werfen wir einen Blick nach München, im Süden Deutschlands.

Diese Station kam erst im Jahr 2002 dazu. Dennoch ist die Auswertung klar. Bzw. sie ist völlig unklar, denn das Bild ergibt ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen mit einer Schwankungsbreite von 8,3 Grad!

Der Höchstwert lag nämlich im Jahr 2007 mit 5,1 Grad, Tiefstwert war ein Jahr zuvor, 2006 mit -3,2 Grad.

Und bitte nicht vergessen: wir sind noch immer bei den Durchschnittswerten. Also der Wert von 5,1 Grad aus dem Januar 2007 ist der Durchschnitt aller gemessenen Tagestemperaturen vom 1. Januar bis 31. Januar 2007.

Und zieht man nun eine Linie zwischen dem Startpunkt und dem Endpunkt, dann erhält man den "Trend". Und wow! In München ist es an dieser Station zwischen 2002 und 2014 im Durchschnitt 0,1 Grad wärmer geworden. Hätte man in 2013 geschaut, wäre das erschreckende Ergebnis gewesen, dass es eine "Erwärmung" von 2,7 Grad gegeben hätte! Hätte man aber 2011 geschaut, hätte es eine "Abkühlung" von 1,8 Grad gegeben. Natürlich immer nur im Durchschnitt.

Für alle Wetterstationen in der Liste sieht das Bild übrigens so aus:

Schaut man sich den Zeitraum 2000 - 2014 an, ergibt sich eine "Erwärmung" von 0,8 auf 1,6 Grad. Nur ein Jahr vorher hätte sich eine Abkühlung von 0,8 auf -0,1 ergeben. Also neben dem Unsinn der Ermittlung der Durchschnittstemperatur hängt eine solche Aussage auch immer vom betrachteten Zeitraum ab.

Bei der Globaltemperatur ist aktuell die willkürlich gewählte Vergleichsperiode 1961-1990 üblich. Darin enthalten sind allerdings die kühlen 70er, als manche Klimaforscher und sogar Geheimdienste Angst vor einer neuen Eiszeit hatten.

Wie verwunderlich ist es da, dass wir jetzt höhere Temperaturen haben als in der Vergleichsperiode? Es ist gar nicht verwunderlich!

Sich darüber zu wundern würde bedeuten, dass man davon ausgeht, dass die Temperatur an sich immer gleich und stabil ist. Aber nichts ist falscher als diese Vorstellung. Aber auf genau dieser Vorstellung beruht der Klimawandel-Hype. "Oooooh! Es ist wärmer als früher! Das kann nicht sein! Das ist eine Katastrophe!".

Dass sich der CO2-Gehalt der Atmosphäre in diesem Zeitraum stetig langsam erhöht hat und überhaupt keine Korrelation mit den Temperaturen zeigt, ist noch eine ganz andere Sache.

Es gibt eine grafische Darstellung der Atmosphärentemperaturen der letzten 8.000 Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums gab es 6 Warmperioden, inklusive unserer heutigen. Diese sind in der Klimawissenschaft seit langem bekannt und werden nicht bestritten.

Sämtliche früheren Warmperioden werden in der Klimawissenschaft mit dem Zusatz "Optimum" versehen. Es gibt das "Optimum des Holozän" oder das "Optimum der Römerzeit". Alle Warmperioden sahen höhere Temperaturen als heute. Aber nur unsere heutige "Warmzeit", der kleine Buckel ganz rechts, wird als "Klimakatastrophe" bezeichnet. Seltsam, oder?

Aber zurück zu unseren Januar-Daten aus Deutschland.

Werfen wir mal einen Blick auf die gemessenen Höchsttemperaturen. Also die höchsten Temperaturen, die an irgendeinem Tag im Januar zwischen 2000 und 2014 an den Wetterstationen tatsächlich gemessen wurden. Denn schließlich war der Ausgangspunkt meiner Recherche ja, dass es angesichts des milden Januars 2018 schon wieder Bemerkungen zum Klimawandel gab.

Also, gab es früher auch schon so warme Januar-Tage wie heuer in 2018?

Die Grafik mit dem Durchschnitt aller an den genannten Wetterstationen gemessenen Höchsttemperaturen sieht so aus:

Auch hier sehen wir wieder: es gibt ein lustiges Auf und Ab. Das ist aber wie gesagt nur der Durchschnitt. Die tatsächlich gemessenen Höchsttemperaturen sehen völlig anders aus. Hier die zugehörige Excel-Tabelle:

Die höchste Temperatur, die in einem Jahr in den Jahren 2000 bis 2014 gemessen wurde, war 18,3 Grad. In München im Jahr 2002. Und auch in allen anderen Jahren gibt es immer mal wieder Messungen, die mit unseren heutigen in 2018 mithalten können.

Wenn ich mir jetzt mal willkürlich das Jahr in der Mitte raussuche, also 2007, dann sehe ich, dass der Durchschnitt aller Höchsttemperaturen aller Wetterstationen 12,6 Grad beträgt. Schaue ich mir aber die einzelnen Wetterstationen an, so ergibt sich eine Bandbreite 0,8 Grad bis 15,5 Grad. Okay, da ist die Zugspitze mit bei, die immer kälter ist als alle anderen Wetterstationen, aber auch sie fließt ja in die offizielle Berechnung der Durchschnittstemperatur ein.

Was nützt jetzt einem Bewohner von München, der im Jahr 2007 eine Januar-Höchsttemperatur von 15,5 Grad erlebt hat, die Information, dass die durchschnittliche Höchsttemperatur in Deutschland 12,6 Grad beträgt und die durchschnittliche Gesamttemperatur im Januar 2007 aber nur 4,3 Grad war (siehe oben)?

Interessant auch wieder die jährlichen Schwankungen!

Dresden z.B. erlebte 2007 an einem Januartag 14,7 Grad. Noch ein Jahr zuvor lag die gemessene Höchsttemperatur bei 4,9 Grad. Und 2009 lag sie wieder nur bei 6,2 Grad.

Anhand dieser Daten von einer stetigen Erhöhung der Temperaturen der Atmosphäre auszugehen, ist völliger Unsinn. Und das dann noch mit den stetig und gleichmäßig steigenden CO2-Gehalten der Atmosphäre in Verbindung zu bringen, ist völlig absurd. Entweder hat CO2 diese "wärmende" Wirkung, und zwar zu jeder Zeit an jedem Ort und zu allen Bedingungen oder es hat sie nicht.

Aber das ist ein anderes Thema.

Hier wollte ich nur zeigen, dass die gegenwärtigen milden Januartemperaturen in Deutschland nichts Außergewöhnliches sind und dass das theoretische, statistische Konstrukt einer "Durchschnittstemperatur" überhaupt keinen Aussagewert hat.

Eine Durchschnittsberechnung macht nur Sinn in homogenen Grundgesamtheiten.

Hier würde das bedeuten: alle Wetterstationen nutzen immer dieselbe Technik, werden immer zur selben Zeit abgelesen, befinden sich immer am selben Ort, unterliegen keiner nachträglichen Adjustierung, haben alle die gleiche Fehlertoleranz, die Fehlertoleranz ist über alle Jahre gleich usw...

Da keine dieser Voraussetzungen vorliegt, ist die Berechnung einer Durchschnittstemperatur, erst recht einer "globalen Durchschnittstemperatur" nicht mehr als eine mathematische Fingerübung und ein Mittel der politischen Desinformation von Menschen, die keine Ahnung von der Materie haben und auch zu faul sind, sich diese Ahnung zu verschaffen.

To be continued...

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