Der grüne Missgriff der EU

David Wojick

Falls man beim Skat ein Blatt hat, in welchem eine Karte fehlt, ist das ein Missgriff [misdeal], und der Kartengeber muss noch einmal mischen und austeilen. Der so genannte Green Deal* (GD) der EU ist genau das – ein Missgriff, weil eine Karte fehlt.

Es fehlt jeder Hinweis auf eine Art Plan. Die Befürworter dieses planlosen Unsinns räumen freimütig ein, dass sie keine Ahnung haben, wie man ihn umsetzen kann. Tatsache ist: er kann nicht funktionieren.

Der GD ist nichts weiter als als eine Ansammlung zukünftiger Ziele bzgl. Emissions-Reduktionen. Das Zieldatum variiert zwischen 2030 und 2050, was durchweg politisch sehr komfortabel ist. Im Moment muss jedenfalls nichts Ernsthaftes getan werden, und so haben wir mit dem Segen Aller einen Deal.

Die Unschärfe dieses Nicht-Planes wird im Haushaltsentwurf glasklar, welcher sich auf die runde Summe von 100 Milliarden Euro beläuft. Das klingt nach viel Geld, aber verteilt über 30 Jahre sind es lediglich 3,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Das ist Kleingeld, wenn es um die Umstrukturierung des gesamten Energiesystems der EU geht, was wiederum genau den Vorgaben des GD entspricht. Ein 1000-MW-Windpark kostet etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr. Fügt man drei solcher Parks in jedem Jahr hinzu, würde dies nicht einmal als Ersatz der heute bestehenden und abzuwickelnden Windparks ausreichen, welche die EU-Landschaft verschandeln.

Tatsächlich dürfte der Rückbau von Myriaden bestehender Windparks vermutlich erheblich mehr kosten. Meines Wissens hat die EU derzeit kein Budget für diese unangenehme Aufgabe.

Kurz gesagt leisten diese 100 Milliarden Euro keinerlei Beitrag zur Dekarbonisierung des EU-Energiesystems. Einige Billionen Euro könnten der Anfang sein, ein solches Ziel zu erreichen. Ich sage könnte, weil es einfach nicht machbar ist. Es gibt keine Technologie, um die moderne Zivilisation zu dekarbonisieren. Sie kann auch nicht rechtzeitig erfunden, entwickelt und umgesetzt werden, um diesen absurden Zielen zu genügen.

Man sollte nicht vergessen, dass dies einfach nur der normale Klimanotstands-Unsinn ist, welcher von wertlosen Computermodellen am Leben gehalten wird. Die extremen Ziele wurden dem Drehbuch des IPCC entnommen, die künftige Erwärmung unter unbedeutenden 0,5°C zu halten.

Die Kontrollfreak-Alarmisten haben diese geringfügige Erwärmung zu einer Schwelle einer Klima-Katastrophe aufgebauscht. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Grundlage dafür, nicht einmal in den aufgeblasenen IPCC-Berichten. Ein halbes Grad Erwärmung, so es wirklich dazu kommt, würde man gar nicht bemerken.

Was den Haushalt betrifft, so sind die Ziele wunderbar simpel, die Realität wird nicht bemüht. Das nächste angepeilte Ziel ist wirklich bizarr. Das Emissionsziel bis 2030 ist gegenwärtig eine Reduktion um 40% im Vergleich zum Niveau im Jahre 1990. Das Ziel des GD hebt diese Reduktion auf atemberaubende 55%.

Was wirklich seltsam dabei ist, die Umweltagentur der EU veröffentlichte soeben einen Report, in welchem zu lesen ist, dass das 40%-Ziel verfehlt werden wird. Nur mit viel Glück werden beim derzeitigen Stand der Dinge 30% erreicht.

Dies unterstreicht ziemlich nachdrücklich, wie unmöglich es ist, diese 55%-Reduktion zu erreichen, vor allem angesichts der schwerfälligen Langsamkeit, mit welcher Energie-Technologien entwickelt werden müssen. Man müsste Extrem-Maßnahmen fordern, was politisch sehr unwahrscheinlich ist angesichts der weit verbreiteten Demonstrationen gegen derartige Maßnahmen, die bereits im Gange sind.

Kein Wunder, dass die GD-Befürworter sagen, sie wissen nicht, wie man ihn umsetzen kann – weil es unmöglich ist, ihn umzusetzen. Aber sie wollen ein Gesetz erlassen, den GD auf jeden Fall vorzuschreiben. Wie dämlich ist das denn? Nun, wir stecken mitten in Dämlichkeit um uns herum, wenn es um die Klimanotstands-Hysterie geht.

Hysteriker sind nicht bekannt für ordentliche Beurteilungen, und die Führung der EU ist da keine Ausnahme. Glücklicherweise liegt das Jahr 2030 in nicht allzu ferner Zukunft, so dass sich die Unsinns-Natur des Planes schon bald zeigen wird. Ich denke mal, dass es höchstes noch fünf Jahre dauert.

Dem Green Deal fehlt eine Karte, und diese Karte ist Realität. Es wird Spaß machen, dieses Spiel zu verfolgen.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html. For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/. Available for confidential research and consulting.

Link: https://www.cfact.org/2019/12/15/the-eus-green-misdeal/

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