Die Polizei - dein Freund und Helfer

Ein Satz, an den sich viele schon gar nicht mehr erinnern können. Es gab einmal eine Zeit, in der zur Jahreswende den Verkehrspolizisten an Kreuzungen ohne Ampel Geschenke, meist in flüssiger Form, in Dankbarkeit für den nicht ganz ungefährlichen Dienst überreicht wurden. Da wurde der Wachtmeister auf seinem Kontrollgang sogar noch gegrüßt.

Soweit die Historie. Wie aber sieht heute unser Umgang mit der Polizei aus? In einer Zeit, in der das Recht auf Demonstrationen unter den verrücktesten (verrückt im wahrsten Sinne des Wortes) Begründungen missbraucht wird, in der Polizisten bespuckt und angegriffen werden, in der sich unbegrenztes Aggressionspotenzial ungestört ausbreiten kann. Radikale Gruppen verabreden sich via Internet-Chats zu spontanen Protestaktionen, die selten gewaltfrei verlaufen. Es ist eine Zeit, in der in manchen Stadtteilen eigene Gesetze herrschen.

Genau in dieser Zeit erscheint ein Buch, dass die Situation treffend beschreibt und analysiert, das Buch von Norbert Zerr „Polizei im Fadenkreuz - Innere Sicherheit auf Untergangskurs“ – hier der Link für alle Interessierten:

https://www.amazon.de/Polizei-Fadenkreuz-Innere-Sicherheit-Untergangskurs/dp/3873366886

Der Autor, ehemaliger Polizist, anschließend Bürgermeister einer Gemeinde in Baden-Württemberg, betrachtet die aktuelle Situation aus seiner Erfahrung als Polizist und Kommunalpolitiker.

So gibt es mittlerweile Gebiete, die von der Polizei nicht mehr überwacht, geschweige denn kontrolliert werden können. Zerr berichtet über Gettos in einigen Städten, in denen die Polizei nur noch als hilflose, sprachlose und wehrlose Gruppe hoffen kann, unbeschädigt das Gebiet verlassen zu können. Kriminelle Enklaven. Tatsachen, über die von den Politikern „migrantenfreundlich“ hinweggesehen wird.

Dass über Diebstähle, körperliche Gewalt, Prostitution, Kindesmissbrauch in Asylantenheimen geschwiegen wird gehört zum Alltag der „freien“ Presse.

Im Buch wird die Entwicklung der Polizei, die eigene Erfahrung und die Erfahrungen vieler Kollegen in Krisensituationen analysiert. Im Blickpunkt sind auch die Führungskräfte der Polizei, bei denen es genau wie in der Wirtschaft für die Führung von Menschen absolut ungeeignete Typen gibt. Auch die Unterstützung durch die Politiker, falls tatsächlich vorhanden, wird betrachtet.

Der Autor berichtet offen und ehrlich über die Erfahrungen mit Gruppen, die sich aufgrund ihrer Herkunft, Prägung, unterschiedlicher Kulturen, ideologischem Blickwinkel oder fanatisch ausgeprägten Religionsidolen für die Integration als wenig geeignet erweisen. Die erschreckenden Erfahrungen in Schweden und Frankreich mit nicht integrierten Bevölkerungsgruppen werden sachlich und neutral dargestellt. Wem beim Lesen dieser Artikel dann allerdings der Begriff „Rassismus“ einfällt, der sollte wohl seinen Psychiater wechseln.

Zerr führte Interviews mit vielen ehemaligen Kollegen, die sich in sehr offener Art äußern. Natürlich anonym, damit sie keine Karriere-Probleme oder sonstige Disziplinar-Maßnahmen befürchten mussten.

Interessant sind die Erfahrungen von Zerr als jemand, der in seiner Jugend als „Zugereister“ selbst erleben musste, wie es sich anfühlt, kein „Dortiger“ zu sein. Umso glaubhafter sind seine Tipps und Hinweise, wie erfolgreiche Integration gelingen kann. Bei der Betrachtung des Themas gelingt es ihm immer wieder, zwischen dem eigenen, gelegentlich subjektiven Blickwinkel und dem Gesamtüberblick zu differenzieren.

Über die Unterschiede zwischen der Polizei-Ausbildung in der Vergangenheit und der Ausbildung heute berichtet er ausführlich als Insider. Auch hier kommt ihm wieder der ungestörte Kontakt zu den Beamten zugute, die ungefiltert ihre Erfahrungen schildern können.

Polizisten sind Teil der Bevölkerung, vertreten also auch die Meinung der Bevölkerung. Und die ist sehr gespalten. Berichte über AFD Mitglieder oder andere Gruppen in der Polizei gehen beinahe täglich durch die Presse. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Extremisten, von denen man sich formaljuristisch recht schnell trennen könnte, sondern um Menschen, die eine Meinung abseits vom juristischen oder politischen Mainstream haben. Das bedeutet nicht, dass sich solche Menschen gegen das Grundgesetz oder die staatlichen Ordnungen engagieren, sondern dass sie auch einfach einmal eine eigene Meinung äußern, ohne provozieren zu wollen.

Natürlich gibt es auch bei der Polizei, wie Wirtschaftsleben, Menschen, denen man nicht unbedingt täglich begegnen möchte. Aber gleichgeschaltetes „Klappe halten“, wie in der ehemaligen DDR, sollte in einer Demokratie nicht unbedingt erstrebenswert sein.

Im Buch kommen auch die diversen Polizeireformen und ihre Auswirkungen zur Sprache. Nicht jeder Politiker hat sich dabei als realitätsnah erwiesen. Viele Reformen sorgten für Frustration und Enttäuschung und die Politiker-Statements, in denen man sich anerkennend über die Leistungen der Polizei in der heutigen Zeit äußerte, sind eher der Rubrik Worthülsen zuzuordnen. Die Stimmung im Polizeibereich lässt sich mit Resignation beschreiben.

Zerr hat als Prozessbeobachter auch einige haarsträubende Abläufe vor Gericht beobachten können. Dass Anwälte und Richter bei Gewaltthemen häufig überfordert schienen, das schildert er in der ihm offenen Betrachtungsweise.

Auch aus seiner Erfahrung als Bürgermeister kann er über Situationen berichten, die er zu seiner Zeit als Polizeibeamter bestimmt noch etwas anders beurteilt hätte.

Der Untertitel des Buches mit dem Schlagwort „Untergangskurs“ erinnert irgendwie an die Geschichte der „Titanic“. Es ist zu hoffen, dass die Verantwortlichen den Eisberg (mittlerweile die Eisberge) rechtzeitig erkennen und den richtigen Kurs einschlagen.

Und wenn dann zukünftig Polizisten auch mal wieder gegrüßt werden, ihre Arbeit gewürdigt wird, ihre berechtigten Forderungen berücksichtigt werden, dann hat dieses Buch einen wertvollen Beitrag geleistet. Schließlich ist ein Staat ohne funktionierende Polizei den Kräften ausgesetzt, die für den Fortbestand eines demokratischen Staates keinerlei Empathie empfinden.

Tama66/pixabay/Sujetbild/Polizei/Demo https://pixabay.com/de/photos/demonstration-hamburg-g20-menschen-2477988/

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