Die deutsche Fußballkultur hat diese Woche in Mannheim wieder ihr hässliches Gesicht gezeigt. Hooligans und Ultras, die sich als „wahre Fans“ inszenieren, haben mit Gewalt, Pyrotechnik und einer aggressiven Grundhaltung die Straßen unsicher gemacht. Was wie ein spontaner Ausbruch von Leidenschaft wirkt, ist in Wahrheit eine gewachsene Gewaltkultur, die seit Jahrzehnten in Deutschland geduldet, wenn nicht sogar stillschweigend akzeptiert wird. Die Bilder von brennenden Barrikaden, verletzten Polizisten und zerschlagenen Scheiben sind kein Einzelfall, sondern Symptome eines Systems, das Gewalt als Teil des Fußballerlebnisses normalisiert hat.
Die Ultras, mit ihren choreografierten Choreografien und ihrer vermeintlichen „Kultur“, stehen oft im Rampenlicht, doch hinter den farbenfrohen Fahnen und Gesängen verbirgt sich eine brutale Realität. Hooligans nutzen den Fußball als Ventil für ihre Aggressionen, und die Grenzen zwischen „harmloser“ Fan-Kultur und organisierter Gewalt verschwimmen zusehends. Die Polizei ist unterbesetzt, die Justiz überfordert, und die Politik schaut oft weg – solange die Stadien voll und die TV-Quoten hoch sind.
Doch die Frage drängt sich auf: Wenn dies die deutsche Fußballkultur ist, was sagt das dann über die deutsche Kultur insgesamt aus? Ein Land, das sich gerne als Hort der Zivilisation, der Toleranz und der Werte feiert, zeigt hier sein anderes Gesicht. Die Doppelmoral ist offenkundig: Während man sich weltweit als moralische Instanz aufspielt, wird im eigenen Land Gewalt als „Folkore“ verharmlost. Ist die deutsche Kultur anderen tatsächlich so überlegen – oder ist sie nur besser darin, ihre Abgründe hinter Fassaden zu verstecken?
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