Ich denke mir immer beim Artenschutz, dass den Menschen bewusst ist, dass Tiger, Schneeleoparden, Panda-Bären und große Säugetiere, wie Wale und Delphine, bedroht sind. Andere ganz wichtige Tiere nehmen wir nicht wahr. Das sind Lebewesen, die im Boden leben. Regenwürmer, die unseren Boden durchlüften und gesund halten. Und es sind Insekten, vor allem die Bienen, die ganz wichtig für die Befruchtung der Obstbäume und des Gemüses sind. Auch die Zahl der Vögel nimmt dramatisch ab, die sind wichtig für die Verbreitung von Samen. Eine Studie hat nun den Rückgang von Insekten von bis zu 75 Prozent ermittelt.

Alle zwei Jahre wird im Rahmen einer EU-Studie der Zustand der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten erhoben. Es sind nahezu alle gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in Österreich in einem schlechten oder sehr schlechten Erhaltungszustand. Die Regierenden zeichnen gern ein Bild der Insel der Seligen. Wenn man in Touristenprospekten Österreich darstellt, zeigt man das gute Essen, das urige Zusammensein, die Qualität der Flüsse. Wobei bei den Gewässern hat sich auch viel verbessert, das muss man schon auch sagen.

Die Zerschneidung von Lebensräumen, durch die es immer weniger große Lebensräume für Tiere und Pflanzen gibt und die starke chemische Belastung durch die Landwirtschaft und andere Luftgifte sind ein großes Problem. Bei den Vögeln spielt auch die Lärmverschmutzung eine große Rolle, denn für Singvögel wäre es wichtig, dass sie einander über weite Strecken hören können. Wir Menschen haben uns an einen dauernden Geräuschpegel gewöhnt, der sehr hoch ist.

In den Weltmeeren sind es andauernde Unterwassergeräusche durch zig tausend Schiffe und militärische Störanlagen. Das bringt Fischschwärme durcheinander. Es ist bewiesen, dass menschliches Eingreifen und Wirtschaften auf viele Tierarten fatal wirkt.

Wir laufen immer den jeweils aktuellsten, beinahe könnte man sagen „modischen“ Schäden nach. Da wir alle Gewohnheitstiere sind, nehmen wir einen Tsunami, ein Erdbeben, einen Felssturz sofort als Gefahr wahr. Dann wird auch reagiert, Siedlungen werden von exponierten Stellen abgesiedelt oder baulicher Schutz vor Lawinen und Steinschlägen wird gebaut. Schleichende Gefahren nehmen wir nicht so sehr wahr. Ich lausche ja nicht dauernd, ob da eine Grille zirpt oder ob ich da noch eine Biene sehe. Erst wenn es irgendwann einmal sehr viel weniger ist, fällt es auf. Unser Sensorium kapiert erst sehr spät, dass da was im Gange ist. Bisher war es bei vielen Schäden möglich, dass man spät aber doch gegensteuert. Wie bei der Plastikverschmutzung im Meer. Lange war das überhaupt kein Thema. Jetzt gibt es kaum mehr eine Schildkröte oder ein Meerestier, in dem man nicht Plastikteile im Magen und Verdauungstrakt findet.

Mittlerweile ist es aber nicht nur so, dass die Zahl der Probleme zugenommen hat, sondern auch die internationale Vernetzung. Wenn man erkannt hat, welche Treibhausgase das Ozonloch verursacht haben, kann man diese einfach international verbieten oder durch andere ersetzen. Jetzt haben wir das Plastikproblem, das Wasserproblem, einerseits schmelzende Gletscher, zum anderen steigende Meeresspiegel. Wir haben das Problem mit den Insekten und den Singvögeln und der Befruchtung unserer Kulturpflanzen.

Es gibt im Zirkus Artisten, die Teller auf Stäben kreisen lassen. Da nimmt man immer mehr Teller und man muss immer schneller laufen und die Teller antreiben, damit keiner abstürzt. Bei uns tanzt jetzt schon sehr viel auf einem sehr gefährlichen Niveau. Ob wir noch überall die Scherben vermeiden können...

Wichtig wäre, dass wir unsere Vorstellung von schön und hässlich relativieren. Ein englischer Rasen im Garten gilt als schön und gepflegt. Eigentlich ist das ökologischer Wahnsinn. Die Stadt Wien lässt hie und da eine Wiese stehen, aber das sind eher Alibiaktionen. Man muss den Menschen die Schönheit einer Wiese immer wieder und wieder vor Augen führen. Man muss die naturbelassenen Flächen vergrößern, das würde schon sehr helfen.

Es muss ein radikales Verbot von schädlichen oder in Verdacht stehenden Substanzen her. Die Forschung an Nützlingen muss intensiviert werden - das sind auch viele Arbeitsplätze. Natürlich werden wir Insekten, die für uns Menschen nicht so nützlich sind, bekämpfen. Aber nicht mit Gift, sondern z.B. mit Marienkäfern, also mit Nützlingen, mit intelligentem Einsatz der Biologie.

Die Änderungen beginnen immer im Kopf!

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