Deutsche lehnen das „Gendern“ mehrheitlich ab – ein Großstadtthema – Politik verliert

#CDU #Deutschland #Gender

Die CDU steht ohne Programm im Bundestagswahlkampf da. Man lässt sich Zeit, die Bundestagswahl findet schließlich „erst“ in ca. 3 Monaten statt. Die CDU agiert nach dem Motto: „Das Programm liest eh keiner und die Wähler entscheiden sich sowieso in den letzten 10 Tagen vor der Wahl“.

Von daher können sich die Christdemokraten dem wichtigen Thema „Gender und gendergerechte Sprache“ widmen. Ein Thema, welches eine sehr zentrale und damit bedeutsame Relevanz für alle Menschen in Deutschland aufweist. Hier zeigt sich, die CDU ist nah bei den Menschen. So, jetzt aber Ironie-Off!

Die CDU diskutiert über „Gendersternchen“, „Binnen-I“ und den „Unterstrich“. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) warnt seine Partei davor, den Umgang mit Gendersprache zum Wahlkampfthema zu machen. Er macht eine Scheindebatte aus. Der Ministerpräsident widerspricht dabei dem Hamburger CDU-Vorsitzenden Dr. Christoph Ploß. Dieser hatte ein Genderverbot in der Amtssprache gefordert.

Sachsen-Anhalts alter und neuer Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU) zeigte hingegen wenig Verständnis für die „Gendersprache“. Dieser bringt die Debatte damit auf den Punkt, in dem er ein „missionarisches Durchdrücken" ausmacht und dabei feststellt, dass diese Diskussion die Menschen nervt, da das „Gendern“ nicht mehr das Geringste mit der Lebenswelt der Menschen gemein hat. Für den Osten Deutschlands stellt Reiner Haseloff darüber hinaus klar, dass sich ostdeutsche Frauen selbstbewusst über ihre Leistung und nicht über ein „Binnen-I“ definieren.

Die jungen Mitglieder der CDU – auch die Studentinnen und Studenten – sprechen sich für ein Verbot der Gendersprache gerade in staatlichen Einrichtungen und gegen einen „Genderzwang“ aus. Sie bringen ihre Forderung in das Wahlprogramm der Bundestagswahl ein. Warten wir ab, wie erfolgreich diese damit sein werden.

Mit ihrer Forderung stehen die Jungen in der CDU nicht alleine: Die französische Regierung hat kürzlich einen Gesetzentwurf mit dem Ziel in die Nationalversammlung eingebracht, ein Verbot der gendergerechten Sprache in öffentlichen Einrichtungen umzusetzen. In Deutschland hingegen wird gerade im beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk, an Hochschulen und in der Verwaltung gegendert, was das Zeug hält.

Wir erinnern uns, die CDU ist die Partei „Der Mitte“. Die Definition der „Mitte“ scheint eine sehr individuelle und subjektive der CDU zu sein. Die Wirklichkeit der CDU stimmt mit der Realität in Deutschland nicht überein. Offenbar folgt die CDU mit ihrer „Gender-Debatte“ dem linksgrünen politischen Mainstream. Dies verwundert im Zusammenhang der „Sozialdemokratisierung der CDU“ in den letzten Jahren in keiner Weise.

Nun eine reale Bestandsaufnahme: Fast zwei Drittel der Deutschen lehnen eine gendergerechte Sprache ab. 65 Prozent der Bevölkerung halten nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert der Ablehnung noch bei 56 Prozent – eine deutliche Steigerung der Ablehnung ist zu verzeichnen.

Im Ergebnis lehnen die Deutschen Formulierungen wie „Zuhörende“ statt „Zuhörer“ und die Nutzung des großen Binnen-I („WählerInnen“) in der Schriftsprache sowie eine Pause vor der zweiten Worthälfte („Pendler_innen“) in der gesprochenen Sprache. Bei den Frauen stieg die Ablehnung von 52 auf 59 Prozent.

Ein interessantes Ergebnis der Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes „Infratest Dimap“ zeigt sich in der Akzeptanz der Gendersprache bei den Grünen-Anhängern. Bei diesen stellt sich eine knappe Mehrheit (48 Prozent) gegen die Gendersprache. 47 Prozent sind dafür.

Bei den Anhängern aller anderen Parteien überwiegt der Umfrage zufolge die Kritik: SPD-Anhänger sind zu 57 Prozent dagegen. Noch größer fällt die Ablehnung bei Anhängern der Linken mit 72 Prozent, der FDP mit 77 und der AfD mit 83 Prozent aus.

Das „Gender-Thema“ stellt ein Großstadt-Thema dar. Im ländlichen Raum interessieren sich die Menschen dafür in keiner Weise. Sie haben dort andere Probleme. Die meisten Menschen in Deutschland leben übrigens in Gemeinden mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 49.999. Dies geht aus einer im Jahr 2019 erhobenen Statistik von „Statista“ aus.

Der Bundestagswahlkampf ist in vollem Gange. Wer sich gegen das „Gendern“ ausspricht, der kann die linksgrünen-sozialdemokratischen Parteien neben der sozialdemokratisierten CDU sowie die FDP nicht wählen.

Die Rückbesinnung auf deutsche Dichter und Denker, die gelebte deutsche Sprache und die Frage, ob und wann eine sprachliche Veränderung richtig und wichtig ist, gehören in den Mittelpunkt der Debatte. Diese Sichtweise nennt sich konservativ.

Leider findet eine politische-konservative Perspektive in Deutschland in den Parlamenten kaum noch statt. Bedauerlich für Deutschland, aber besonders für die deutsche Sprache.

Zuerst erschienen im blaulichtblog.de

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