Greta Thunberg fordert den sofortigen Systemwechsel

Von POMMES LEIBOWITZ | In einem von 4 Kindern erstellten Brandbrief, der an alle Regierungschefs der EU versandt wurde, wird die sofortige Aufgabe des bestehenden politischen Systems gefordert, um die auf uns zukommenden Probleme lösen zu können.

Screenshot - https://climateemergencyeu.org/#letter

Mein erster Gedanke: Danke für dieses Outing! Wer bislang den Kampfbegriff "Ökofaschismus" verwendete, sieht sich nun bestätigt, ja von der Realität überholt. Auch wenn wiederholt Ausdrücke wie "Demokratie" und "Gerechtigkeit" in diesem Schreiben auftauchen, als schönfärberische Dekoration, was tatsächlich gefordert wird, hat damit nichts zu tun.

Bevor ich auf die entscheidenden Stellen des Inhalts eingehe,

kurz zu den Unterzeichnern dieses Outings

Verfasst wurde der Brief offenbar von 4 jugendlichen Klimaaktivisten: Luisa Neubauer, Greta Thunberg, Anuna de Wever van der Heyden und Adélaïde Charlier.

Unterzeichnet wurde das Schreiben ferner von angeblich Tausenden von Aktivisten. Einige werden aufgeführt, u. a. Leonardo DiCaprio, Ben Stiller, Emma Thompson. Es fällt beim Überfliegen auf, dass es überwiegend Künstler sind.

Bei den darunter aufgeführten Wissenschaftlern fällt auf, dass es überwiegend Deutsche zu sein scheinen und dass Klimatologen darunter offenbar die Ausnahme sind. Bei 10 Stichproben fand ich keinen einzigen. Ohnehin wurde als alleinige "Qualifikation" angegeben, dass sie Aktivisten sind, also sich gemeinsam für "Scientists for Future" engagieren, eine Initiative von Wissenschaftlern zur Unterstützung der Schülerbewegung Fridays for Future.

Nun zu Auszügen aus diesem Aufruf zur Revolution

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"And the longer we keep pretending that we are on a reliable path to lower emissions and that the actions required to avoid a climate disaster are available within today’s system (...) the more precious time we will lose."

"Und je länger wir so tun, als wären wir auf einem verlässlichen Weg zur Emissionsreduzierung und die Maßnahmen zur Vermeidung einer Klimakatastrophe wären im heutigen System verfügbar (...) desto mehr wertvolle Zeit werden wir verlieren."

Im nachfolgenden Absatz lassen sie die Katze aus dem Sack! All diese Kampfbegriffe und Klischees kennen wir schon aus dem Umfeld linksgrüner Narrative. Kampfbegriffe deshalb, weil all diese Dinge längst realisiert sind, und zwar nicht in sozialistischen Systemen wie China oder Nordkorea, auch nicht im Islam, sondern fast ausschließlich in kapitalistischen Systemen. Ausgerechnet diese also wegen nicht 100-prozentiger Umsetzung (die immer Fiktion ist) zu kritisieren, ist Propaganda und Augenwischerei der heuchlerischsten Natur.

"The fight for justice and equity is universal. Whether it is the fight for social, racial, climate or environmental justice, gender equality, democracy, human-, indigenous peoples’- LGBTQ- and animal rights, freedom of speech and press, or the fight for a balanced, wellbeing, functioning life supporting system. If we don’t have equality, we have nothing."

"Der Kampf für Gerechtigkeit und Gleichheit ist universell. Sei es der Kampf für soziale, rassische, Klima- oder Umweltgerechtigkeit, Gleichstellung der Geschlechter, Demokratie, Menschen-, indigene Völker - LGBTQ- und Tierrechte, Meinungs- und Pressefreiheit oder der Kampf für ein ausgewogenes, Wohlergehen und Leben förderndes System. Wenn wir keine Gleichheit haben, haben wir nichts."

Es geht also gar nicht ums Klima, sondern um alles oder nichts?

"Because if we are to avoid a climate catastrophe we have to make it possible to tear up contracts and abandon existing deals and agreements, on a scale we can’t even begin to imagine today. And those types of actions are not politically, economically or legally possible within today’s system."

"Denn um eine Klimakatastrophe zu vermeiden, müssen wir es ermöglichen, Verträge zu zerreißen und bestehende Geschäfte und Vereinbarungen aufzugeben, in einem Ausmaß, das wir uns heute noch nicht einmal vorstellen können. Und solche Aktionen sind im heutigen System weder politisch noch wirtschaftlich noch rechtlich möglich."

Quelle: https://climateemergencyeu.org/#letter

Mein abschließender Kommentar

Interessant ist, dass dieser Brief offenbar nur innerhalb der EU verschickt wurde, die für weniger als 10 Prozent der weltweiten CO2-Produktion verantwortlich ist. Vermutlich weil man ahnt, dass er in China, Russland und den USA nur Hohn und Gelächter ernten würde, gleichzeitig aber ignoriert, dass Europa die Welt nicht retten kann, sondern diese mit einem Systemwechsel nur in zusätzliches Verderben stürzen würde.

Wenn die europäische Nachfrage reduziert wird, u. a. auch für fossile Brennstoffe, bedeutet das, dass die Preise weltweit fallen (Angebot und Nachfrage). Das wird zu einer Bedrohung für ärmere Produzentenländer (Einnahmeeinbruch), und fördert gleichzeitig den Verbrauch fossiler Energien in weniger armen Ländern wie z. B. China, Russland und den USA, da das Angebot günstiger geworden ist. Die Reduktion der EU-Nachfrage bewirkt also das Gegenteil des Gewünschten.

Kommen wir zum "Zerreißen" und Aufkündigen von Verträgen. Das bedeutet nichts weniger als die Aufgabe des Rechtsstaates. Wie aber sollte eine Demokratie funktionieren, ohne Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit?

In dem Moment, wo der moralische Imperativ zum Imperator wird, gelten nicht mehr Recht und Mehrheitsbeschluss. Da kann man sich noch so oft mit hübschen Wörtern wie Demokratie, Gerechtigkeit und Gleichheit schmücken. Man fordert eine ebenso gnadenlose wie unflexible und damit funktionsunfähige Diktatur durch diejenigen, die "Moral" und "Notwendigkeiten" definiert haben.

Man kann den Erstellern dieses Schreibens nicht böse sein

Es sind naive und ungebildete Kinder, unfähig sich unbequemen Realitäten zu stellen und offenbar auch unfähig, in komplexen Zusammenhängen zu denken. Auch Schauspielern und Künstlern darf man nicht böse sein. Sie sind ihr Leben lang Kinder geblieben, zu unser aller Unterhaltung. Was allerdings Wissenschaftler veranlasst, diesen bodenlosen Unfug zu unterschreiben, macht nachdenklich und ist geeignet, den Glauben in die Wissenschaft noch tiefer zu erschüttern als ohnehin schon, auch wenn es sich bei den Unterzeichnern nur um eine verschwindend kleine Minderheit handelt.

Wenn wir etwas aus der Geschichte gelernt haben sollten,

dann dass die Entmachtung des Souveräns, die Etablierung der Diktatur, nahezu immer hervorragend begründet war, durch Notstand, gefühlte und realexistierende Bedrohungen, moralische Werte, Verschwörungstheorien oder prophezeite Weltuntergänge. Aktuell kommt ALLES zusammen.

Quo vadis EU?

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