In der Vorwoche demonstrierte eine Truppe, die von ORF-Moderator Armin Wolf (ich will den Namen der Truppe nicht nennen, um keine Werbung für sie zu machen) als gelbschwarze Neofaschisten-Truppe bezeichnet wurde. Es geht mir nicht um diese Demo an sich und auch nicht um einen absolut zu verurteilenden Steinwurf auf einen aus dieser Truppe, sondern vielmehr um eine wesentliche Frage, die nach Demos oder auch nach hitzigen Diskussionen im Netz immer wieder zu lesen ist und eben auch in Folge des besagten Steinwurfes: "Warum müssen da immer die Linken so ein Chaos machen?", "Warum machen da immer nur die Linken Gegendemos?". Sinngemäß zusammengefasst: Warum hör ich bei Aktionen gegen Rechts immer was von Linken – warum steht da immer ein „Extrem“ auf der anderen Seite?

Diese Frage kommt primär von Leuten, welche sich (wie ich) der Mitte zuordnen. Sie sind also bei Gott nicht rechts und verachten diese Truppen wohl genauso sehr wie ich oder ein Herr Wolf, aber mit Ausschreitungen ala WKR oder Steinwürfen fangen sie genauso wenig an.

Aber, liebe Freunde der Mitte, ich sage euch, warum man da immer nur von „den Linken“ (die übrigens natürlich weit heterogener sind, als dieser Begriff vermuten lässt und nicht nur aus Radikalen bestehen) hört. Weil der Großteil unserer Mitte einfach nicht seinen Arsch hoch kriegt, um klar Stellung gegen einen aufkeimenden Rechtsextremismus zu beziehen. Genauso wie man es nationalistischen Truppen erlaubt Begriffe wie „Heimat“ nur für sich zu vereinnahmen, erlaubt man es gewissen absurden Gruppierungen und Individuen den Protest und Widerstand (oder zumindest den Part über den berichtet wird) gegen eben jene Gruppierungen an sich zu reißen.

Und auch abseits der radikalen Teile lässt man diese Kämpfe (und es sind Kämpfe) ganz entspannt von linker Seite erledigen. Die sogenannte Mitte tritt hier politisch viel zu wenig in Erscheinung, obwohl genau diese als moderate liberale Kraft eigentlich den Führungsanspruch stellen sollte und nicht die äußeren Ränder des Spektrums. Und da meine ich nicht die Mitte, in der die FPÖ glaubt angekommen zu sein.

Keine Zeit? Keine Lust?

„Naja, Politik ist mir nicht so wichtig“ oder „Geh, da möcht ich mich gar nicht streiten“ sind oft die Argumente. Doch, liebe Kinder, wenn euch euer Leben in Europa gefällt und ihr Extremismus ablehnt, dann hat euch Politik wichtig zu sein. Denn sonst zerbröckelt eure schöne Mitte und euer ruhiges Leben direkt vor euren Augen. Die Mitte hat ganz einfach wichtige Aufgaben.

- Wenn ein Demonstrant Steine werfen möchte – müssen wir eingreifen.

- Wenn rechte Extremisten den Versuch wagen sich über Hintertüren salonfähig zu machen – müssen wir diese Türen schließen.

- Wenn im Netz Hass geschürt und verbreitet wird oder wenn unser Rechtsstaat angegriffen wird (egal von wem) – müssen wir uns dagegenstellen.

Die Mitte hat Aufgaben. Führen wir sie auch aus...

P.S: Gott verdammt nochmal ja, ich weiß, dass es auch noch andere Gefahren neben dem Rechtsextremismus gibt – keine Sorge..

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